2025 in unseren Arbeitsfeldern
Das Jahr aus Sicht der Arbeitsbereiche
KINDERTAGESEINRICHTUNGEN UND GANZTAG
„Nö – an Kita kannste nicht sparen!“
Brandenburg
Wir fordern für die Brandenburger Kitas ein tragfähiges Finanzierungskonzept, welches nicht nur landeseinheitlich ausgestaltet ist, sondern leistungsgerecht, verlässlich, transparent und auskömmlich ist. Obwohl die Aussagen zur Kita-Finanzierung im Koalitionsvertrag der SPD das Vorhaben bekräftigen, diese bis 2027 als Objektfinanzierung neu zu regeln, sind im Referentenentwurf zum KitaFinanzierungsNG Ende Dezember 2025 viele Forderungen weiterhin leider offen. Dazu bleiben wir dran.
Im Rahmen des Haushaltsbegleitgesetzes 2025/2026 hat die Landesregierung beschlossen, die geplante Verbesserung der Personalbemessung im Krippenbereich nicht umzusetzen. Diese Entscheidung erhöht den Druck auf die Kitas schmerzlich, insbesondere im Hinblick auf den Rückgang der Kinderzahlen und die damit verbundenen Personalüberhänge. Zudem hat die bereits erfolgte Reduzierung der Zuschüsse für verlängerte Betreuungszeiten die Personalausstattung in Kindergärten und Horten faktisch verschlechtert. Gemeinsam mit der LIGA der freien Wohlfahrtspflege haben wir daher u.a. im Rahmen ihrer Kampagne „Nö – da kannste nicht sparen“ auf die negativen Auswirkungen dieser Kürzungen hingewiesen.
Berlin
Die Haushaltskürzungen für das Jahr 2025 rissen große Lücken in der Finanzierung sozialer Leistungen. Für den Kita-Bereich wurden 20 Millionen Euro Mittel für den Kitaplatzausbau und Sanierung gekürzt, auch die erst eingeführte Digitalisierungspauschale, sowie ein Teil der Praxisunterstützungs-Pauschale. Für die Verhandlung zu den Leistungen nach RVTag ab 2026 und Folgejahre war es somit ungleich schwerer nicht auch hier Kürzungen höheren Ausmaßes zu erfahren, mindestens den Status quo zu erhalten. Hierfür setzten wir uns in 2025 verstärkt ein, verhandelten hart und in weiten Teilen erfolgreich.
Die Refinanzierungshöhe pro Kitaplatz ist durch Sachkosten- und Tarifsteigerungen im Verhältnis zu den Real-Kosten heute schon mindestens eng. Insgesamt zeichnet sich das Bild ab, dass vor allem die tarifgebundenen Träger vor einer enormen Herausforderung stehen werden, den Kindertagesstätten-Betrieb weiter finanzieren zu können. Wenn öffentliche Finanzierung tarifgebundene Trägerschaften nicht mehr tragen kann, sehen wir eine eindeutige Fehlentwicklung zu Lasten von Qualität in den Einrichtungen.
Ende der Modellkitas nach 8,5 Jahren
Im Zuge der Haushaltskürzungen Berlins endete das dem Verband angeschlossene berlinweite Projekt „Modellkitas für die Integration und Inklusion von Kindern und Familien mit Fluchterfahrung“ nach 8,5 Jahren Projektlaufzeit.
Am 19. Juni wurde in der Abschlussveranstaltung die Strahlkraft des Projektes gelobt und gefordert, dass die Themen weiter Bedeutung erlangen und nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Kinder und Familien mit Fluchterfahrung kommen in unseren Kitas an, benötigen eine achtsame Begleitung, die ihnen die Integration erleichtert.
Astrid Engeln
Leiterin des Arbeitsbereiches Kindertageseinrichtungen
und Geschäftsführerin des Verbandes Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (VETK)
Arbeitsbereich Kindertageseinrichtungen und Ganztag
Der Verband Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder (VETK) vertritt als Fachverband im DWBO die Interessen von 128 evangelischen Trägern von Kindertagesstätten und Horten. Jedes 10. Kindergartenkind in Berlin und Brandenburg besucht damit eine der insgesamt 480 evangelischen Einrichtungen.
Mehr unter: www.vetk.de
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ALTENARBEIT UND PFLEGE
Harte Verhandlungen und politische Erfolge
Im Jahr 2025 war unsere Arbeit maßgeblich von komplexen und teils langwierigen Vergütungsverhandlungen im Bereich der stationären Pflege geprägt, die durch Verzögerungen seitens der Kostenträger erschwert wurden. Wir setzen uns auf Landes- und Bundesebene weiterhin für dringend notwendige Verbesserungen und eine umfassende Reform der Pflegefinanzierung ein, besonders angesichts der stetig wachsenden Eigenanteile.
Auch im ambulanten Bereich hat sich das Problem teils schwieriger Verhandlungen mit den Kassen manifestiert. Die Anpassung der Rahmenverträge und die Bewältigung neuer gesetzlicher Prüfanforderungen im Qualitätsmanagement – vor allem im Hinblick auf die ab 2026 gültigen Standards in der ambulanten Pflege – standen 2025 zusätzlich im Fokus.
Die fortschreitende Digitalisierung, insbesondere die verpflichtende Anbindung an die Telematikinfrastruktur, forderte von den Einrichtungen Anstrengungen in Bezug auf technische Umsetzung und Finanzierung. Unsere Position bleibt: Die Digitalisierung soll Entlastung bringen, muss aber durch angemessene Refinanzierung unterstützt werden.
Der anhaltende Fachkräftemangel stellte eine der größten Herausforderungen dar. Gemeinsam arbeiteten wir an der Verbesserung von Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sowie an der gezielten Gewinnung von internationalen Pflegekräften. Innovative Projekte zur Berufsorientierung wurden initiiert, um junge Menschen für Berufe in der Pflege zu begeistern.
Im Bereich Hospiz und Altenarbeit unterstützten wir durch vielfältige Initiativen – unter anderem in den Bereichen Mobilität, Besuchsdienste und generationenübergreifende Projekte, mit dem Ziel die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Durch gute Netzwerkarbeit beteiligten wir uns an der Ausrichtung eines parlamentarischen Nachmittags zur Hospiz- und Palliativversorgung in Brandenburg.
Gremien- und Lobbyarbeit bildeten einen weiteren Schwerpunkt – in enger Zusammenarbeit mit der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Viele Gespräche mit politischen Entscheidungsträger:innen zielten auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Pflege, beispielsweise durch den Erhalt wichtiger Fördermittel in Brandenburg oder die Platzierung fachlicher Expertise in Berlin. Besonders hervorzuheben ist die erfolgreiche Verhinderung drastischer Mittelkürzungen beim Pakt für Pflege in Brandenburg.
Mediale Präsenz, unter anderem durch Pressearbeit und Interviews, sowie Aktionen wie der Tag der Pflege 2025, fanden großen Widerhall und stärkten die öffentliche Wahrnehmung der Pflege.
Andreas Becker
Leiter des Arbeitsbereiches Altenarbeit und Pflege und Geschäftsführer des Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP)
Arbeitsbereich Altenarbeit und Pflege
Im Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP) haben sich die diakonischen Einrichtungen rund um die Pflege und Altenhilfe zusammengeschlossen. Neben der ambulanten, stationären und teilstationären Pflege gehören auch Betreuungs- und Entlastungsangebote, Hospize und die Offene Altenarbeit der Kirchengemeinden dazu. Ein besonderer Fokus liegt auf der fachlichen Beratung unserer Mitglieder in den Bereichen Pflege, Organisation, Finanzierung, Recht sowie Digitalisierung und Fachkräftesicherung. Unsere Diakonie steht für 98 ambulante Pflegedienste und 113 stationäre Pflegeeinrichtungen, 78 Tagespflegen und 28 Hospize bzw. Hospizdienste, sowie 42 Einrichtungen mit Angeboten im Umfeld von Pflege.
Mehr unter: www.evap.de
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EXISTENZSICHERUNG UND INTEGRATION
Lobbying für das Gute
Existenzsicherung und Teilhabe sind nicht mehr selbstverständlich
2025 war geprägt von personellen Veränderungen und der Einarbeitung in neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten, während die sozialpolitischen, fachlichen und finanziellen Herausforderungen in Berlin und Brandenburg stetig wuchsen. Einen Schwerpunkt bildete die Begleitung der Verhandlungen für den Berliner Landeshaushalt 2026/27: Durch intensive Lobbyarbeit konnten Kürzungen in zentralen Bereichen wie der mobilen Stadtteilarbeit, dem Landesprogramm Stadtteilmütter und der Allgemeinen Unabhängigen Sozialberatung verhindert werden. Mittelaufwüchse – etwa in den Migrationssozialdiensten – wurden dagegen nicht verstetigt. Mit der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Berlin setzte der Arbeitsbereich mit einer großen Kundgebung vor dem Abgeordnetenhaus ein lautstarkes Zeichen gegen drohende Kürzungen.
In verschiedenen Veranstaltungen und Fachgesprächen machte die Landesdiakonie in Berlin und Brandenburg auf die Auswirkungen von Armut auf unterschiedliche Zielgruppen. Ein weiteres Schwerpunkthema waren die Digitalisierung der Jobcenter-Sozialleistungen und daraus resultierende Zugangsbarrieren. In Brandenburg standen die wachsenden Bedarfe der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung sowie Gesetzesreformen im Fokus.
Die Wohnungslosenberichterstattung 2024 zeigte deutlich, dass die Zahlen wohnungsloser Menschen weiter steigen und unterstrich damit die Bedeutung auskömmlicher und verlässlicher Wohnungsnotfallhilfe. In Positionspapieren und Fachgesprächen in Berlin und Brandenburg belegten wir die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen. Auch in Brandenburg ist eine deutliche Steigerung der Wohnungsnotfälle zu verzeichnen, jährlich werden ca. 1.000 Zwangsräumungen durchgeführt. Da es zu wenig passgenaue Hilfen gibt, lud die LIGA Brandenburg im Frühjahr Landtagsabgeordnete zu einem Fachgespräch zum Thema Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit ein und organisierte im Herbst einen Fachtag in Potsdam, um wirksame Strategien für Prävention und den Erhalt von Wohnraum zu entwickeln.
Das Engagement für Demokratieförderung wurde unter anderem durch die Begleitung des Netzwerkes der Demokratieberater:innen fortgeführt.
Im Bereich Migration wurden der ausgesetzte Familiennachzug und Änderungen des Landesaufnahmegesetzes unter anderem durch die Teilnahme als Sachverständige in einer Anhörung im Brandenburger Landtag kritisch begleitet. Mit einer LIGA-Fachtagung zu Integration und Arbeitsmarkt beleuchteten wir gelungene Integrationswege. Angesichts des gesellschaftlichen Rechtsrucks boten wir mit der LIGA Veranstaltungen zu Resilienz und Antisemitismus an. Die Jugendmigrationsdienste feierten ihr 20-jähriges Bestehen und standen zugleich unter wachsendem finanziellen Druck. Politische Lobbyarbeit bleibt daher weiterhin von zentraler Bedeutung.
Ina Zimmermann
Leiterin des Arbeitsbereichs Existenzsicherung und Integration
Arbeitsbereich Existenzsicherung und Integration
Der Arbeitsbereich unterstützt knapp 100 Träger, darunter 18 Regionale Diakonische Werke, in den Arbeitsfeldern Armutsbekämpfung, Wohnungslosenhilfe und Soziale Dienste, Grundsicherung, Beschäftigungsförderung, Schulden- und Insolvenzberatung, Migration, Flüchtlingsschutz und Inklusion, Interkulturelle Öffnung und Diversity, Gewaltschutz für Frauen und ihre Kinder, Stadtteilzentren und Gemeinwesenorientierung sowie Europa.
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EINGLIEDERUNGSHILFE, SUCHTHILFE, PSYCHOZOZIALE HILFEN UND BETREUUNGSRECHT
Starke Netzwerke für soziale Teilhabe für Menschen mit Behinderungen
Schwerpunkt des Arbeitsbereichs war und ist die Vertretung der Mitglieder in Gremien und Rahmenvertragsverhandlungen gemäß Sozialgesetzbuch (SGB) IX in Berlin und Brandenburg und das Voranbringen der Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG). Dazu gehört auch die regelmäßige und anlassbezogene Diskussion und Bearbeitung von Fachthemen und aktueller Entwicklungen in zahlreichen internen Fachausschüssen, AGs und Workshops sowie die Durchführung von Fachtagen.
Es ist bedauerlich, dass die Belange der Menschen mit Behinderungen so gut wie keine Berücksichtigung im Brandenburger Koalitionsvertrag gefunden haben und auch die Berliner Politik die Eingliederungshilfe zunehmend unter fiskalischen Gesichtspunkten betrachtet.
Vor diesem Hintergrund kommt der Vernetzung eine immer größere Bedeutung zu, was sich in einer Zunahme von angebotsspezifischen Veranstaltungen zeigt. Umfragen, deren Auswertung und das Erstellen von Empfehlungen dienen dazu, unsere Mitglieder in Einzelverhandlungen zu stärken oder dazu beizutragen, dass Menschen mit Behinderungen ihre Rechte besser durchsetzen können.
Die Angebote führen auch dazu, dass innerdiakonische Abstimmungen weiter zugenommen haben und ein transparenter, vertrauensvoller Austausch - teilweise sogar verbandsübergreifend - befördert werden konnte.
In Berlin konnten im Mai ein öffentlich-rechtlicher Vertrag Eingliederungshilfe und eine Ziele- und Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden, die die bisherigen Verhandlungsergebnisse auf Rahmenvertragsebene beinhalten und sichern. Auf Grundlage dieser Verträge/Vereinbarung wird nun weiterverhandelt. Es gilt, die Übergangsphase zu gestalten und verlässliche Rahmenbedingungen für die Zeit nach der „Umstellung in die neue Welt“ zu vereinbaren. Dazu sind die oben genannten Formate und regelmäßigen Sitzungen zur diakonieinternen Abstimmung unerlässlich.
Im Dezember konnte nach mehrjährigen Verhandlungen ein Rahmenvertrag für ambulante Leistungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen abgeschlossen werden, der verlässliche Rahmenbedingungen bieten wird.
Neuauflage der Imagekampagne Heilerziehungspflege
Aufgrund des Erfolges im Jahr 2024 ist es, gelungen die Imagekampagne Ende 2025 neu aufzulegen. Die aktuelle Verbreitung hat die letzte Kampagne deutlich übertroffen. Die Reichweite lag 2024 bei knapp über eine Million, in der Neuauflage konnten fast vier Millionen erreicht werden. Die Klickrate ist ebenfalls signifikant höher als bei der ersten Verbreitung Anfang 2024. Somit kann davon ausgegangen werden, dass die Imagekampagne erneut Einfluss auf die Bewerber:innenzahlen in den Fachschulen haben wird.
Sabine Oster
Leiterin des Arbeitsbereiches Behindertenhilfe und Suchthilfe und Geschäftsführerin des Fachverbandes für Teilhabe (FfT)
Arbeitsbereich Behindertenhilfe, Suchthilfe, Psychosoziale Hilfen und Betreuungsrecht
Der Arbeitsbereich unterstützt mehr als 60 Mitglieder mit über 400 Einrichtungen und Diensten, die Leistungen der sozialen Teilhabe, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Leistungen zur Teilhabe an Bildung für Menschen mit Behinderungen und Suchterkrankungen erbringen. Darüber hinaus vertritt der Arbeitsbereich Mitglieder aus der Suchtselbsthilfe, den Betreuungsvereinen und Beratungsstellen.
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KRANKENHÄUSER UND GESUNDHEIT
Innovative Gesundheitsversorgung vor Ort
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) ist „durch“. Im Dezember 2024 erfolgte die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt. Doch sind damit die Rahmenbedingungen für die zukünftigen Strukturen der Leistungserbringung in unseren Krankenhäusern geschaffen? Nein. Die Entwicklung der Rahmenbedingungen des Krankenhauswesens ist weiter unklar. Aber: Wir haben eine erste Basis, um die Krankenhausreform zu gestalten. Wir sehen das KHVVG kritisch und sind dankbar, dass mit dem Wechsel der Bundesregierung erste Ansätze für eine praxisorientierte Anpassung in die Diskussion eingezogen sind. Hierzu bringen wir uns aktiv in die fachliche und politische Diskussion in den Ländern ein.
Die Krankenhausbedarfsplanung hat im Geschäftsjahr trotz unklarer rechtlicher Rahmenbedingungen an Fahrt aufgenommen. Mit der Krankenhausreform ist der Aspekt der Zentralisierung von Leistungen weiter in den Fokus der Diskussion gerückt. Wir setzen uns dafür ein, dass sich über Jahrzehnte etablierte und qualitativ hochwertige Leistungsbereiche bei unseren Krankenhäusern erhalten bleiben. Gerade im Flächenland Brandenburg sind vernetzte Konzepte zur Versorgungssicherung gefordert. Diakonische Krankenhäuser haben frühzeitig eigeninitiativ Konzepte für eine „aufsuchende“ Medizin, telemedizinische Ansätze und Ansätze zur Vernetzung mit der ambulanten Versorgung vorgelegt, die auf inhaltliche Zustimmung gestoßen sind. Damit zeigen sie innovative und zukunftsorientierte Lösungen auf. Die Umsetzung scheitert bisher oft am fehlenden rechtlichen Rahmen.
Wir setzen uns für gleiche Bedingungen aller Krankenhausträger ein. Freigemeinnützige Unternehmen geraten zunehmend unter Druck. Ihr Fortbestand ist gefährdet, solange sie gegenüber öffentlichen Trägern finanziell benachteiligt bleiben. Diese strukturelle Benachteiligung durch staatliche Verlustausgleiche wird durch die Krankenhausreform nicht behoben. Wir unterstützen daher alle Mitglieder in ihrem rechtlichen Vorgehen gegen wettbewerbsbenachteiligende staatliche Subventionierungen öffentlicher Krankenhäuser. Das rechtliche Vorgehen richtet sich dabei ausdrücklich nicht gegen die Arbeit in öffentlichen Krankenhäusern, sondern gegen eine dritte Säule der Krankenhausfinanzierung, die da heißt: kommunale Subventionsfinanzierung. Wir brauchen einen fairen Wettbewerb. Das dient nicht nur den freigemeinnützigen Krankenhäusern, sondern dem Gemeinwohl.
Herzlichen Dank allen Mitgliedern für die engagierte Arbeit, die vielen Ideen und die enge Zusammenarbeit. Wir bleiben dabei und unterstützen Sie weiterhin mit „einfach machen“.
Detlef Albrecht, Leiter des Arbeitsbereiches Gesundheit und Krankenhäuser, Geschäftsführer des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser (VEK)
(seit März 2026: Anna Chanbekowa)
Arbeitsbereich Krankenhäuser und Gesundheit
An 22 Standorten in Berlin und Brandenburg leisten diakonische Krankenhäuser Hilfe von der Kinder- bis zur Altersmedizin. Dafür stehen ca 1.600 Ärztinnen und Ärzte, 3.000 Pflegekräfte und 1.000 Mitarbeiter im weiteren medizinischen Personal bereit. Die Arbeitsbereichsleitung ist zugleich Geschäftsführung des Verbandes Evangelischer Krankenhäuser (VEK).
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JUGENDHILFE
Kinder, Jugendliche und Familien: nur unter (Haushalts-) Vorbehalt
Die Letzten (beim Investieren) werden die Ersten (beim Sparen) sein.
Unter anspruchsvollen finanzpolitischen Bedingungen arbeiteten wir 2025 daran, die Jugendhilfe in Berlin und Brandenburg fachlich zu stärken, politische Entwicklungen zu begleiten und unsere Mitgliedseinrichtungen zu unterstützen. Der Wechsel der Berliner Federführung der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege von Diakonie zu Arbeiterwohlfahrt veränderte die kommunikativen Abläufe, unser Anspruch an Wirksamkeit in fachlichen und fachpolitischen Prozessen blieb jedoch konstant hoch. Durch Mitwirkung in zahlreichen Gremien beider Bundesländer gelang es, Positionen früh einzubringen und aktiv an Entscheidungen mitzuwirken.
Die finanzielle Lage der Landeshaushalte blieb angespannt. Haushaltssperren, verzögerte Haushaltsentscheidungen, ausbleibende Zuwendungen, vor allem bei Beratungsstellen und Jugend(sozial)arbeit, prägten die Arbeit vieler Träger. Wir begleiteten kritisch, formulierten Einschätzungen und suchten mit neuen Formaten wie dem Bürger:innentalk: Jugend in Berlin, einer Diakonie-Promotion mit Jugendlichen vor dem Abgeordnetenhaus, Flashmob-Demos vor dem Landtag in Brandenburg und Beiträgen in Podcasts oder der rbb-Abendschau aktiv den politischen Dialog im öffentlichen Raum. In der Folge konnte manche geplante Kürzung verhindert werden.
In LIGA-Kooperation veranstalteten und moderierten wir mit der öffentlichen Jugendhilfe die Zukunftskonferenz Hilfen zur Erziehung und luden zum Fachpodium mit dem Dokumentarfilm Im Prinzip Familie ein, in Brandenburg initiierten wir Fachveranstaltungen u.a. im Rahmen der Umsetzung des LIGA-Vertrages.
Wichtige Standards konnten weiterentwickelt werden, in Berlin zum Beispiel neue Regelungen zu Aufnahme- und Entlassungsprozessen, Anpassung des Nebenkostenkatalogs, AVR-adäquate Fortschreibung der Entgelte und eine Handreichung zu Betreuungsumfängen im Jugendwohnen. In Brandenburg trugen wir unter anderem zur neuen Handlungsempfehlung Begleitete Elternschaft bei und setzten uns für eine ausreichende Finanzierung der Schwangerschafts(konflikt-)beratung ein.
Einen Schwerpunkt bildeten auch die Folgen der AVR.DWBO-Änderungen zu Bereitschaftsdiensten ab 2026, die zu deutlichen Kostensteigerungen in den stationären Hilfen führen. Wir analysierten die Auswirkungen, berieten diese im Fachverband und verhandelten intern und mit öffentlichen Partnern Lösungen für eine praxisorientierte Umsetzung.
Die inklusive Jugendhilfe blieb zentrales Thema: Mit zusätzlichen Personalressourcen regten wir den fachlichen Diskurs an und vernetzten relevante Akteur:innen. Unsere Bildungsreise nach Leipzig diente dem fachlichen Austausch sowie der internen Vernetzung unserer Mitglieder.
Wir unterstützten umfangreich die Organisationsentwicklung des DWBO, insbesondere die digitalen und strukturellen Veränderungen für die Zukunft.
Volker Stock
Leiter des Arbeitsbereiches Jugendhilfe und Geschäftsführer des Fachverbandes Evangelische Jugendhilfen (FEJ)
Arbeitsbereich Jugendhilfe
Der Fachverband Evangelische Jugendhilfen (FEJ) ist ein Zusammenschluss von evangelischen Trägern und Einrichtungen, die im Bereich der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe arbeiten. Insgesamt sind im Fachverband 39 evangelische Träger vertreten, die mit aktuell über 120 Einrichtungen und Diensten in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz tätig sind. Mit 3.750 Plätzen ist die Diakonie u. a. eine der größten Anbieterinnen von (teil-)stationären Hilfen zur Erziehung.
Mehr unter: www.fej.info
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EHRENAMT UND ENGAGEMENT
Ehrenamt und Freiwilligendienste stützen den Sozialstaat
Evangelische Kirche und Diakonie sind einer der größten Ehrenamtsplayer in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz. Ohne das Engagement von zehntausenden Ehrenamtlichen wäre die soziale Infrastruktur in beiden Bundesländern nicht denkbar.
Unsere diakonische Freiwilligenagentur Charisma konnte ihre Angebote deutlich ausbauen und bietet neben der Beratung von Einrichtungen und Kirchengemeinden, der Vermittlung von Freiwilligen und Social Days, zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten sowie gemeinsam mit dem Amt für Kirche und Diakonie (AKD) einen den neuen Newsletter „Ehrenamt evangelisch“ an. Ehrenamt heißt wirkungsvolle Vernetzung im Sozialraum. Dafür haben wir unter anderem für das das Format „Tischgespräche“ mit einer großen Veranstaltung im neuen Zentrum des Kirchkreises in Lehnin fortgeführt und den Wirkungsbericht Ehrenamt Brandenburg veröffentlicht.
Ein Fokus unserer Arbeit liegt traditionell auf den Themen Seelsorge, Beratung, Vermittlung und Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsunternehmen. Die hohe Nachfrage nach Beratung für geflüchtete Menschen aus der Ukraine beim Telefon Doweria hielt das gesamte Jahr 2025 über an. Gutes Zeichen und Auszeichnung zugleich: 25 geflüchtete Frauen aus der Ukraine ließen sich zu Telefon-Seelsorgerinnen ausbilden. Im November 2025 verabschiedeten wir den langjährigen Leiter der Kirchlichen Telefonseelsorge Uwe Müller in den Ruhestand. Die Regierungschefs von Berlin und Brandenburg sprachen ihren Respekt aus. Gleichzeitig begrüßten wir 20 neue Ehrenamtliche für das Seelsorgetelefon, davon acht aus Cottbus und Frankfurt (Oder).
Im Sommer nahm der Landesverband mit einem Wagen an der Rave-Veranstaltung »Zug der Liebe« mit tausenden jungen Menschen teil. Dieser und weiterer Support für unser bedrohtes Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ war notwendig geworden: Nach einer vollständigen Mittelkürzung konnten wir mit Unterstützung dutzender Ehrenamtlicher, der Öffentlichkeit und des Parlaments die Förderung wieder in den Haushalt für 2026/27 verhandeln.
Känguru – hilft und begleitet konnte 2025 in allen Berliner Bezirken und Teilen Brandenburgs 278 benachteiligte Familien mit Babys unterstützen.
Die Freiwilligendienste haben sich in diesem Jahr über eine große Resonanz an Bewerbungen gefreut. Früher als in den vergangenen Jahren waren die Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD) zum Jahrgangsstart im September 2025 vergeben. Die hohe Nachfrage verdeutlicht die Notwendigkeit eines gut ausgebauten und langfristig finanzierten Freiwilligendienstes. Die Freiwilligendienste fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt und stärken unsere Demokratie. Wir fordern einen Rechtsanspruch auf einen Freiwilligendienst. Die intensive Lobbyarbeit 2025 war erfolgreich: die Fördermittelvolumen für FSJ und BFD auf Bundesebene wurden erhöht und damit können die Kostensteigerung der vergangenen Jahre etwas aufgefangen werden.
Dies wurde auch im Diskurs über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz und die damit mögliche Wiedereinführung des Wehr- und Ersatzdienstes deutlich, deren Debatten wir aktiv mitgeprägt haben und stetig begleiten.
Konrad Müller
Leiter des Arbeitsbereiches Ehrenamt und Engagement
Arbeitsbereich Ehrenamt und Engagement
Information – Beratung – Vermittlung – fachlicher Austausch
In den Ligen der Wohlfahrtsverbände Berlin und Brandenburg arbeiten wir eng mit den Fachkolleg:innen zusammen und organisieren die Vertretung unserer Mitglieder. 1.383 Menschen engagierten sich 2025 im diakonischen Ehrenamt im Landesverband und 677 leisteten einen Freiwilligendienst in unserer Diakonie. 426 Ehrenamtliche standen ihren Mitmenschen in der Telefon- und Onlineseelsorge mit Beratung zur Seite. Viele von ihnen im 24/7 Dienst.
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