Diakonie gestaltet
An dieser Stelle stellen wir die vier 2026 mit der Wichernplakette ausgezeichneten Projekte näher vor.
Anlässlich des diesjährigen Jahresempfangs der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz unter dem Motto „Diakonie gestaltet“ erhalten vier diakonische Projekte aus den 1.900 diakonischen Einrichtungen in den drei Bundesländern die Wichernplakette. In Anwesenheit hochrangiger Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft und Kirche.
Diakonie-Direktorin Dr. Ursula Schoen: „Johann Hinrich Wichern war ein Pionier der sozial-diakonischen Arbeit im 19. Jahrhundert. Mit der Verleihung der Wichern-Plakette möchten wir den Blick auf innovative Einzelprojekte in der Diakonie richten und so den sozialen Pioniergeist besonders in diesen schwierigen Zeiten stärken und fördern. Mit der alljährlichen Auswahl machen wir deutlich, dass sich diese zukunftsweisende Kraft für die Gesellschaft in ganz vielfältiger Weise entwickeln kann.“
Samariter-Shop in der Fürstengalerie (Samariteranstalten Fürstenwalde/Spree)
Wo soziales Miteinander sichtbar wird: Ein inklusives Innenstadtmodell aus Handel, Handwerk und sozialer Vielfalt
Die Samariteranstalten betreiben seit über 28 Jahren den Christophorus-Shop. 2025 zog er als Samariter-Shop mit Kerzenmanufaktur und Nähstübchen der Christophorus-Werkstätten in das Einkaufszentrum „Fürstengalerie“ im Stadtzentrum von Fürstenwalde um. Ziel ist es, dem zunehmenden Leerstand in der Innenstadt und speziell in der Fürstengalerie aktiv entgegenzuwirken und gleichzeitig Inklusion als selbstverständlichen Teil des öffentlichen Raums erlebbar zu machen. Das Projekt war von Beginn an stark vernetzt und lebt bewusst von der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Akteuren: Stadt Fürstenwalde, Wohnungswirtschaft, Centermanagement, Gewerbetreibende vor Ort.
Die Auszeichnung erfolgt für kooperierendes Engagement für Teilhabe und Sichtbarkeit eines inklusiven Arbeitsmarktes sowie die Vernetzung im Sozialraum zur wirtschaftlichen Sicherung des Einkaufscenters.
https://christophorus-werkstaetten.de/shop
Pressekontakt:
Markus Witte
Langewahler Straße 70, 15517 Fürstenwalde
Tel.: 03361 567 198
E-Mail: m.witte@samariteranstalten.de
Werkstattleitung Christophorus-Werkstätten:
Pascal Poethke
Am Bahndamm 9, 15517 Fürstenwalde
Tel.: 03361 567 400
E-Mail: poethke@christophorus-werkstaetten.de
Projekt "Welcome Baby Bags" (Ökumenisches Frauenzentrum Evas Arche e.V.)
Jedes Kind hat einen liebevollen Start ins Leben verdient.
Im Fokus des Berliner Projekts stehen die gleichnamigen Erstausstattungstaschen. Frauen und Familien, die z.B. von Flucht, Wohnungslosigkeit, Krankheit oder finanzieller Belastung betroffen sind, werden somit praktisch unterstützt und erhalten Hilfe bei einem (Neu-) Start in ein selbstbestimmtes Leben mit ihrem Baby. In jeder Welcome-Baby-Bag sind Hygiene- und Pflegeprodukte für die Mutter und ihr Neugeborenes sowie Bekleidung für das Kind enthalten. Die Taschen bieten konkrete und schnelle Hilfe und sind Türöffner für andere Begleit- und Unterstützungsangebote. „Welcome-Baby-Bags“ ist markenrechtlich geschützt. Markeninhaberin ist „Ökumenisches Frauenzentrum Evas Arche e.V.“ mit Sitz in Berlin-Mitte. Das Projekt ist bundesweit an mehreren Standorten vertreten und wir freuen uns über neue Partner:innen.
Die Wichernplakette wird verliehen für öffentlichkeitswirksames und ehrenamtliches Engagement zur Sensibilisierung für gesellschaftliche Herausforderungen, insbesondere für Frauen, die häufig die größte Last im familiären Bereich tragen müssen – insbesondere, wenn im Sozialbereich gespart wird.
Kontakt:
Franziska Salvo
Koordinatorin Öffentlichkeitsarbeit und Spendenakquise Welcome-Baby-Bags
Tel.: 030 283 38 53
E-Mail: franziska.salvo@evas-arche.de
Projektleitung:
Susanne Bodemann
Ökumenisches Frauenzentrum Evas Arche e.V.
Projekt Welcome-Baby-Bags
Große Hamburger Str. 28, 10115 Berlin (Vorderhaus, 1. Etage)
Tel.: 030 283 38 53
E-Mail: welcomebabybags@evas-arche.de
Projekt "Stützpunkt FASD Berlin" (Leinerstift)
Beratung, Aufklärung und individuelle Unterstützung für Betroffene und ihr Umfeld
Das Leinerstift eröffnete im Oktober 2025 den Stützpunkt FASD zur Prävention, Unterstützung junger Menschen, Familien und Fachkräften, die vom Thema Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD) betroffen sind. FAST gehört zu den häufigsten pränatal erworbenen Behinderungen in Deutschland und zählt zu den Körperbehinderungen, hat jedoch vielfältige Auswirkungen im sozial-emotionalen Bereich. In der Fachwelt unterrepräsentiert und in der Öffentlichkeit als schambesetztes Thema besetzt, setzt sich der Stützpunkt für die Stärkung des Helfersystems ein. Durch Vernetzung mit den wenigen anderen Standorten im Bereich FASD konnten öffentlichkeitswirksam neue Betreuungssettings entstehen, die Qualität und Sicherheit bieten.
Die Auszeichnung erfolgt für mutiges Engagement in einem unterversorgten Feld an der Schnittstelle von Gesundheit, Jugendhilfe und Eingliederungshilfe.
Projektleitung:
Kathrin Riesener, Lennart Seip
Stützpunkt FASD
Leinerstift Erziehungsstellen gGmbH
Juliusstraße 30, 12051 Berlin
Tel.: 030 85 07 40 50
E-Mail: info@leinerstift-fasd.de
Grenzüberschreitendes Projekt "AWAC - Entwicklung von Aus- und Weiterbildungen für die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung in der Altenhilfe" (Diakonie St. Martin)
Aus Beratung wird Kooperation mit Zukunft – ein deutsch-slowakisches Bildungsprojekt für Altenpflege-Einrichtungen und -Mitarbeitende
Während der Corona-Pandemie begann die enge Zusammenarbeit im Bereich der Altenhilfe zwischen der Diakonie St. Martin und der Akadémiou vzdelávania a vyskumu v sociálnych sluzbach (Akademie für Ausbildung und Forschung im Bereich Sozialdienstleistungen). Ziel des Projektes (von September 2022 bis September 2024) war es, die Entwicklung von Qualifizierungsangeboten und Ausbildungen in der Altenpflege gemeinsam voranzubringen.
Gemeinsam konnten Austausche zu den verbindenden Herausforderungen der sozialen Dienstleistungen im ländlichen Raum und Fachkräftemangel stattfinden. Auf der slowakischen Seite konnten für Ausbildungsmaterial und Ausbildungsinhalte im Bereich der Pflegehilfskräfte neue Standards erreicht werden.
Die Wichernplakette wird für grenzüberschreitendes Engagement im Fachaustausch der Altenpflege und gemeinsames Lernen auf Augenhöhe verliehen.
https://www.diakonie-st-martin.de/projekte/awac
Kontakt:
Fördermittel
Katrin Weinert-Swoboda
Diakonie St. Martin
Mühlgasse 10, 02929 Rothenburg
Tel.: 035891 38289
Pressekontakt für die Wichernplakette:
Sebastian Peters
Pressesprecher und Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Peters.S@dwbo.de 030 82097110 0173 6033322