#Wärmewinter abgeschlossen

Diakonie und Kirche stärken die soziale Infrastruktur mit zwei Millionen Euro aus Kirchensteuermehreinnahmen

10.03.2026

Das regionale Förderprogramm #Wärmewinter ist nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Angesichts der anhaltend hohen Energiepreise haben Diakonie und Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz damit auf die außergewöhnlichen Herausforderungen der sozialen Infrastruktur und energiekrisenbedingte Notlagen armutsbetroffener Menschen reagiert. Seit 2023 wurden 148 Anträge sozialer Einrichtungen in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz geprüft und rund zwei Millionen Euro von Kirchensteuer-Mehreinnahmen für Projekte in allen Regionen vollständig vergeben.

Der weitaus größte Teil der Förderungen diente der Aufstockung bereits bestehender niedrigschwelliger Angebote vor Ort aufgrund deutlich gestiegener Nachfrage, neun Anträge wurden für den zusätzlichen Energiebedarf bewilligt, weitere Anträge dienten der Schaffung neuer Angebote und der Gewährung von Einzelfallbeihilfen.

Diakonie-Direktorin Dr. Ursula Schoen: „Mit #Wärmewinter konnten wir zahlreiche Angebote vorübergehend sichern und erweitern für Menschen, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind. In der letzten Förderrunde wurden doppelt so viele Mittel beantragt als zur Verfügung standen. Das zeigt die finanzielle Bedrängnis zu vieler sozialer Einrichtungen und Projekte. Damit wurde das Programm zum Gradmesser für die Schieflage der sozialen Infrastruktur. Gerade in Brandenburg stehen wir vor immensen Herausforderungen, die sich durch den Spardruck der künftigen Regierung nicht verschärfen dürfen.“

Zu den geförderten Projekten gehört "Wärmeraum - Handlungsraum statt Warteraum" des Diakonischen Werks Lübben. In der Tee- und Wärmestube des Sozialen Zentrums in Königs Wusterhausen sowie im Stadtteilbüro in Lübben entstehen Orte, die weit mehr sind als ein Schutz vor Kälte: Räume, in denen Menschen neue Perspektiven finden. Hier begegnen sich Menschen mit unterschiedlichsten Geschichten. Geflüchtete und zugewanderte Personen erhalten eine niedrigschwellige Migrationsberatung, während wohnungslose Menschen ganz praktisch eine Dusche, saubere Kleidung oder schlicht einen geschützten Ort zum Aufwärmen finden. Mit Ansprechpersonen vor Ort, die zuhören, begleiten, unmittelbar helfen. So wird aus einem Warteraum ein Handlungsraum. Das Projekt öffnet Wege zu Beratungs- und Hilfesystemen, lässt Menschen ihre eigene Handlungsfähigkeit wiederentdecken sowie neue Zuversicht gewinnen und eröffnet nicht selten erste Schritte aus der Wohnungslosigkeit.

In Berlin unterstützen die Fördermittel unter anderem das Zentrum für Kunst und Kultur gegen Armut und Ausgrenzung „Gitschiner 15“, das gänzlich ohne Landesförderung auskommen muss. Menschen in prekären Lebenslagen und obdachlose Menschen können sich hier nach ihren persönlichen Fähigkeiten und Interessen einbringen und fortbilden. Zweimal pro Woche erwartet sie eine frisch gekochte Suppe, die ihnen nicht nur Nahrung, sondern auch soziale Begegnung und eine Form der Zugehörigkeit bietet. Für viele Menschen ohne oder mit sehr geringen finanziellen Mitteln bietet das Zentrum soziale und kulturelle Teilhabe und ist ein kleiner Lichtblick in einem von Unsicherheit geprägten Alltag.
 

Weiterführende Informationen

Pressekontakt

Sebastian Peters

Leiter Politik und Kommunikation Pressesprecher

030 82097110 0173 6033322

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