Minister Wilke würdigt Arbeit der TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder)
Potsdam, 10. Oktober 2026. Sie helfen in Lebenskrisen und bei seelischer Not, sie geben Rat und spenden Trost: Seit 1996 kümmern sich ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kirchlichen TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder) engagiert und einfühlsam um ihre Mitmenschen. Anlässlich eines Festakts zum 30-jährigen Bestehen am heutigen Samstag hat Sozialminister René Wilke die Arbeit der Einrichtung gewürdigt. Die TelefonSeelsorge sei ein bedeutender Eckpfeiler der persönlichen Krisenbewältigung im Land, so der Minister, der auch die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen hat.
Sozialminister René Wilke: „Wer Menschen in seelischen Notlagen oder Lebenskrisen hilft, leistet Außergewöhnliches. Die Anruferinnen und Anrufer sind oft verzweifelt. Der Griff zum Telefon kann für sie ein wichtiger Rettungsanker werden. Seit 30 Jahren stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder) Menschen mit Rat und Tat zur Seite, geben neuen Lebensmut und helfen bei der Bewältigung krisenhafter Lebenslagen. Eine solche Tätigkeit ist mental außerordentlich fordernd. Es braucht Empathie, Sensibilität und im übertragenen Sinne starke Schultern. Ich danke den Ehrenamtlichen für ihre engagierte Arbeit, die zum sozialen Zusammenhalt in Brandenburg beiträgt und größten Respekt verdient.“
Matthias Oliver Schneider, Co-Gesamtleitung der Kirchlichen TelefonSeelsorge Berlin und Brandenburg: „Unsere Ehrenamtlichen schenken anderen Menschen etwas, das unbezahlbar ist: Zeit, Aufmerksamkeit und ein offenes Ohr. Sie tun dies anonym – und erhalten weder öffentlichen Applaus noch Geld für ihren Einsatz. Umso größer ist unsere Wertschätzung für Menschen, die sich Tag für Tag verlässlich für andere einsetzen und damit einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft leisten.“
Ulrike Kostka, Kuratoriumsvorsitzende der Kirchlichen TelefonSeelsorge Berlin und Brandenburg: „Die Kirchliche TelefonSeelsorge in Frankfurt (Oder) zeigt seit 30 Jahren, wie wichtig ein offenes Ohr für Menschen in schwierigen Lebenslagen ist. Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen für viele Menschen dürfen wir nicht an Angeboten sparen, die Halt und Hoffnung geben. Die Unterstützung der Kirchlichen TelefonSeelsorge ist eine der besten Investitionen, die ich mir vorstellen kann. Sie ist niedrigschwellig erreichbar, hilft unmittelbar und ist 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche für Menschen da.“
Die TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder) ging am 28. Oktober 1996 an den Start und befindet sich neben dem Standort in Cottbus als Teil der TelefonSeelsorge in Berlin-Brandenburg in der Trägerschaft der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), des Erzbistums Berlin, des Bundes Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e. V. (DWBO) und des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e. V.
Die kostenfreien und anonymen Beratungen zu Problemen aller Art, in Lebenskrisen und seelischer Not wurden bislang von insgesamt rund 110 Ehrenamtlichen in Frankfurt (Oder) durchgeführt. Aktuell sind dort 26 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, hinzu kommen drei Auszubildende. Die Ehrenamtlichen werden nach einem entsprechenden Auswahlverfahren in einer 200 Stunden umfassenden Ausbildung auf ihren Dienst vorbereitet. Weil psychische und psychosoziale Belastungen bei den Anrufenden zunehmen, werden auch die Gespräche anspruchsvoller. Die TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder) sucht auch aus diesem Grund weitere Ehrenamtliche, die sich dort engagieren möchten.
Seit ihrem Bestehen gingen bei der TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder) rund 150.000 Anrufe ein. Allein im vergangenen Jahr wurden 5.265 Seelsorgegespräche geführt. Am häufigsten ging es dabei um Themen wie Einsamkeit/Isolation und Probleme in familiären Beziehungen. Auch Depressionen, Ärger, Aggressionsgefühle, Stress, emotionale Erschöpfungszustände und Ängste waren Anrufgründe.
Das MASGZ fördert die Arbeit der Telefonseelsorge mit jährlich knapp 61.000 Euro. Zusätzlich wurde sie seit 2020 mit insgesamt rund 142.500 Euro aus Lottomitteln unterstützt.
Die TelefonSeelsorge Frankfurt (Oder) bieten eine 24-stündige Erreichbarkeit an 365 Tagen im Jahr über zwei Servicetelefonnummern (0800-1110111 und 0800-1110222).
Neben den beiden Standorten in Cottbus und Frankfurt (Oder) existiert in Potsdam ein dritter Standort der TelefonSeelsorge, der von der Hoffbauer-Stiftung betrieben wird. Dieser wird vom MASGZ mit derzeit jährlich 44.100 Euro gefördert. Darüber hinaus wurden seit 2020 insgesamt knapp 187.600 Euro aus Lottomitteln bewilligt.
Ihr Ansprechpartner
Sebastian Peters
Leiter Politik und Kommunikation Pressesprecher
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