Wie eine Eisdiele in Brandenburg zum Dialograum wird

20.07.2026

Die Eisschmiede Uckermark als Ort zum Austausch

Demokratie entsteht nicht nur in politischen Diskussionen, sondern überall dort, wo Menschen zusammenkommen und ihren Ort gemeinsam gestalten.

In Brandenburg werden gesellschaftliche und politische Debatten zunehmend härter geführt. Die Angriffe auf CSDs und queere Veranstaltungen in den vergangenen Jahren zeigen, dass Gräben entstehen, die immer tiefer werden. Treffpunkte in den Orten und Gemeinden sind deshalb wichtig, damit Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Gleichzeitig verlieren viele ländliche Regionen ihre traditionellen und sozialen Treffpunkte.

Für uns als SozDia Stiftung war genau das ein Grund, in Brandenburg aktiv zu werden. Wir glauben: Demokratie entsteht nicht nur in politischen Diskussionen, sondern überall dort, wo Menschen zusammenkommen und ihren Ort gemeinsam gestalten.

„Wir sehen, dass gerade in Brandenburg Dialogräume fehlen“, sagt Andrea Fendt, die das Projekt für die SozDia begleitet. „Wir möchten Angebote schaffen, bei denen Menschen erleben, dass sie ihre Gemeinschaft aktiv mitgestalten können.“

Ein solcher Ort ist die „Eisschmiede“ in Pinnow. Vor einem Jahr haben wir als Stiftung die traditionsreiche Eisdiele übernommen. „ Weil wir einen Ort der Begegnung erhalten wollten“, sagt Andrea. Dabei geht es um mehr als Eis. Das Thema Vielfalt gehört für uns als SozDia zum Alltag – auch in der Eisschmiede. Mit der Regenbogen-Eiskugel setzen wir ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Ort offen für alle sein soll. Gleichzeitig schafft die Aktion Möglichkeiten, mit Menschen vor Ort ins Gespräch zu diesem Thema zu kommen. Zusammen mit der „Dialogschmiede“ entstehen weitere Angebote, die über den Eisverkauf hinausgehen: von Workshops für Kinder und Jugendliche über Kulturveranstaltungen bis hin zur Förderung des lokalen Ehrenamts.
Dass solche Orte wichtig sind, zeigt auch die aktuelle politische Situation im Land. Hohe Zustimmungswerte für die AfD und knappe Wahlergebnisse machen deutlich, wie wichtig demokratische Beteiligung und Austausch vor Ort sind. Als SozDia setzen wir deshalb weiter auf Dialog – auch wenn es manchmal unterschiedliche Sichtweisen gibt.

„Wir wollen niemanden ausschließen, sondern im Gespräch bleiben – selbst wenn die Meinungen weit auseinandergehen“, betont Fendt.
Denn demokratisches Miteinander entsteht oft ganz praktisch: dort, wo unterschiedliche Menschen sich begegnen, miteinander sprechen – manchmal auch bei einer Kugel Eis.

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