Brandenburg stärkt deutsch-polnische Gesundheitskooperation in der Eurostadt Guben-Gubin
27.10.2026
Brandenburg stärkt deutsch-polnische Gesundheitskooperation in der Eurostadt Guben-Gubin
Gesundheitsminister René Wilke unterzeichnet Letter of Intent im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben
Die Landesregierung Brandenburg unterstützt deutsch-polnische Initiativen zur Verbesserung der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung in der Eurostadt Guben-Gubin und setzt sich für eine Verlängerung des INTERREG-VI-A-Projektes „Grenzüberschreitende Gesundheitskooperation in der Eurostadt Gubin-Guben“ ein. Eine entsprechende Absichtserklärung hat Gesundheitsminister René Wilke am heutigen 26. Oktober 2026 im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben unterzeichnet.
An der feierlichen Zeremonie nahmen der Vizewoiwode der Woiwodschaft Lubuskie, Tomasz Nesterowicz, als Vertreterin des Marschalls die Direktorin des Büros für internationale Zusammenarbeit, Joanna Malon, sowie die Bürgermeister der Städte Guben und Gubin, Fred Mahro und Zbigniew Bołoczko teil. Das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben wurde durch den Kaufmännischen Vorstand der Trägerstiftung Diakonissenhaus Teltow, Prof. h.c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt, und Geschäftsführer Andreas Mogwitz vertreten.
Im Rahmen des INTERREG-VI-A-Projektes sammeln das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke Guben und seine Projektpartner, die Städte Guben und Gubin sowie das Universitätsklinikum Zielona Góra zusammen mit weiteren Akteuren wichtige Erkenntnisse über die Chancen und Herausforderungen der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Bei der Arbeit hat sich aber auch gezeigt, dass die angestrebte Gründung eines grenzüberschreitenden Gesundheitszentrums angesichts der vielfältigen Herausforderungen unter derzeitigen Bedingungen nicht rechtssicher umgesetzt werden kann.
Das Projekt soll daher bis März 2027 verlängert werden, um verschiedene grenzüberschreitende Versorgungsmodelle zu prüfen. Ziel ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage für eine dauerhafte grenzüberschreitende Versorgung.
Gesundheitsminister René Wilke: „Dieses Projekt bietet die große Chance, Guben-Gubin als Modellregion für eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zu entwickeln. Unser gemeinsames Ziel sollte sein, die Menschen der Region optimal zu versorgen, ohne dass eine Grenze uns davon abhält. Das Gesundheitswesen ist einem enormen Wandlungsdruck ausgesetzt. Dass der Wandel die Versorgung besser macht, muss dabei unser Anspruch sein. Das Miteinander in Guben-Gubin ist ein großer Schritt in diese Richtung.“
„Unsere drei Krankenhausstandorte in Guben, Forst und Frankfurt (Oder) liegen unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze“, ergänzt Prof. h.c. (BUK) Hans-Ulrich Schmidt, Kaufmännischer Vorstand des Diakonissenhauses. „Die Frage, wie wir die medizinischen Versorgungsstrukturen über die Grenze hinweg besser miteinander verbinden können, ist daher für uns von besonderer Bedeutung. Das Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke und die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit der Städte Guben und Gubin sind dabei beispielgebend. Gesundheit kennt keine Grenzen - unsere Gesundheitssysteme dagegen schon.“
Ebenfalls großes Interesse an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zeigt die polnische Seite. Der Vizewoiwode der Woiwodschaft Lubuskie, Tomasz Nesterowicz, verlas einen Brief des Woiwoden Marek Cebula, in dem dieser betonte, Ländergrenzen dürften keine Barrieren sein, Notfälle hätten keine Staatsbürgerschaft. Man müsse rechtliche Wege finden und klare Verfahren definieren. Die Eurostadt Guben-Gubin könne eine Beispielstadt werden. Die Woiwodschaft Lubuskie unterstütze diese Pläne. Unterstützung sagte auch Joanna Malon im Namen des Marschalls zu und dankte für die Guben/Gubiner Initiativen.