SozDia läd ein zum Frühlingsempfang 2026
23.04.2026
Das war der SozDia Frühlingsempfang 2026
„Kinder, Klima, Konsequenzen“ – so lautete der Titel des diesjährigen Frühlingsempfang der SozDia. Im besonderen Ambiente der Zukunftsschmiede kamen Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft, Bildung und Verwaltung zusammen, um die derzeit von der Politik sträflich vernachlässigte Klimakrise aus dem oft unterschlagenen Blickwinkel kommender Generationen zu betrachten.
Die SozDia macht sich seit langem stark für Nachhaltigkeit und Klimaschutz, unter anderem in den Bereichen Mobilität, Energiemanagement und Bau, aber auch durch Bildungsprojekte in ihren Einrichtungen. Bis 2030 möchte die Stiftung klimaneutral werden.
In seiner Eröffnungsrede schilderte der SozDia-Vorstandsvorsitzende Michael Heinisch-Kirch, dass dieses Engagement zwar Kraft koste, gleichzeitig durch die Erfahrung der eigenen Wirksamkeit aber auch Kraft spende. Es seien Erfahrungen wie diese, die ihn trotz der derzeitigen Rückschritte in der deutschen und weltweiten Klimapolitik, zuversichtlich stimmen würden. „Die Zeichen dafür, dass das Pendel der gesellschaftlichen Diskussion sich wieder in Richtung Nachhaltigkeit und Klimawende bewegen wird, dass es eine Aufbruchstimmung in Richtung Gestaltung einer auch künftig lebenswerten Welt geben wird, sehe ich bereits.“ Wir alle könnten aktiv werden und uns für eine bessere Welt stark machen. „Immer zielorientiert und gewaltfrei. Aber gern penetrant“, so Michael Heinisch-Kirch.
Für eine bewegenden ersten Einblick in die Perspektive junger Menschen auf die heutige Zeit sorgte der Schüler Florin Antonio, der in seinem Song eindrucksvoll die Sorgen, Ängste und Hoffnungen seiner Generation zum Ausdruck brachte. Gemeinsam mit Johannes Heidner vom Kipppunkt-Kollektiv, der Psychologin Ines Walter von Psychologists for Future sowie dem umweltpolitischen Sprecher der CDU, Danny Freymark, diskutierte er über die Klimakrise und was sie für junge Menschen bedeutet. Durch den Abend führte Ruth Ciesinger, Tagesspiegel-Redakteurin und Moderatorin des Podcasts Gradmesser.
Die Diskussion machte deutlich, wie einschneidend die Klimakrise von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen wird. Ines Walter berichtete von psychischen Belastungen bei vielen in der Friday for Future-Bewegung engagierten Jugendlichen. „Viele der Aktiven hätten sich mehr Unterstützung von den Erwachsenen erhofft“, so die Psychologin. Sie beschreibt die Situation der Kinder als Einbahnstraße: sie wüssten um die Konsequenzen, aber hätten das Gefühl, nicht wirksam werden zu können.
Florin Antonio bestätigte diese Eindrücke aus eigener Erfahrung: Hoffnungslosigkeit und Frustration seien unter Gleichaltrigen weit verbreitet. „Ich kenne keinen einzigen, der sagt, wir rocken das“, fasste er seine Erfahrungen zusammen. Er fordert deshalb die Erwachsene und Politiker*innen auf, zuzuhören, wenn seine Generation über ihre Ängste und Unsicherheiten spricht.
Auch für Johannes Heidner vom Kipppunkt-Kollektiv sind Gefühle mittlerweile ein zentraler Faktor seiner Arbeit. „Gefühle spielen eine große Rolle“, erklärte Heidner. Das Kollektiv möchte mit Bildungsarbeit zum Protest befähigen und ermutigen. „Die von uns thematisierten Probleme sind groß, individuelle Lösungsansätze können wir aber nicht aufzeigen“, so Heidner. Nach seinen Erfahrungen helfe es, ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen, „zu zeigen, du bist nicht alleine“.
Danny Freymark ermunterte Jugendliche und junge Menschen, sich für ihre Anliegen stark zu machen und die Möglichkeiten, die ihnen die Demokratie biete, zu nutzen. „Es braucht Optimismus. Schreiben Sie Petitionen, machen Sie der Politik Beine“, so der CDU-Politiker. Angesichts dessen, was die Politik auf Bundesebene und in Berlin beim Klimaschutz bereits erreicht hat, zeigt er sich optimistisch. Er gebe keinen Grund, sich auf die Schulter zu klopfen, aber man sei auf einem guten Weg.
Ein lauter Einspruch aus dem Publikum unterstrich, wie sehr das Thema auch die Zuhörenden bewegte. Diese und weitere Wortmeldungen wurden deshalb von der Moderatorin sofort mit in die Diskussion einbezogen. So wurde deutlich, wie wichtig der offene Austausch ist. Denn auch wenn an diesem Abend natürlich keine konkreten Lösungen zur Rettung Welt gefunden wurden, nahmen viele Gäste neue Perspektiven und wichtige Denkanstöße mit nach Hause.
Bei den Gesprächen zum Ausklang des Abends wurden die zahlreichen Gäste von den Jugendlichen aus dem Ausbildungsrestaurant Am Kuhgraben und der Zukunftsschmiede umsorgt. Mit den von ihnen servierten leckeren Speisen aus den Inklusionsküchen der SozDia sorgten sie auch kulinarisch für Abwechslung.
Der Frühlingsempfang der SozDia hat einmal mehr gezeigt: Der Dialog zwischen den Generationen ist entscheidend, um die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu gestalten. Dafür gilt es Räume und Anlässe zu schaffen, die die Begegnung und einen offenen und wertschätzenden Austausch möglich machen. Für die SozDia ist und bleibt dies ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit.