© DWBO/M. Kindler
Osterbrief 2026 an Politik und Verwaltung

Gemeinsam Hoffnung wagen

13.03.2026

Sehr geehrte Leitungen und Mitarbeitende der Ministerien und Senatsverwaltungen,
sehr geehrte Mitglieder der Landesparlamente von Berlin und Brandenburg,

seit Monaten begleiten uns Bilder von Steinwüsten zerstörter Häuser und Straßen. Die Kriege in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten zerstören nicht nur Infrastruktur. Es sind lebendige Gemeinwesen, die zu einem Haufen grauer Steine werden. Kleine Oasen gemeinschaftlichen Lebens bieten plötzlich keine Schutz- und Lebensräume mehr. Die Gesichter von Menschen, die keine Hoffnung mehr sehen und denen die Kraft fehlt, an eine Rückkehr ins Leben zu glauben, sind weit weg und auf unseren Bildschirmen plötzlich doch ganz nah. Die Frage bleibt unbeantwortet: Wozu das alles?

Diese Frage stellen sich auch die Jünger Jesu an seinem Grab. Nach dramatischen Wochen des Kampfes um seinen Freispruch, dann die Niederlage: Jesus stirbt am Kreuz. Er ist tot. Ein Stein verschließt das Grab. Die Hoffnung ist begraben.

Schließlich die Wende am Ostermorgen. Frauen entdecken das offene Grab. Es ist leer. Jesus lebt.

Die Oster-Botschaft ist mehr als eine Erzählung, sie ist eine Einladung. Ostern ruft uns zu: Hab Mut! Roll den Stein weg von Deiner Seele! Schau, was in Dir steckt – es ist gut.

In unserem diakonischen Alltag erleben wir: So viele Menschen in Berlin und Brandenburg schaffen es nicht mehr, die Last ihres Alltags beiseitezuschieben. Sorgen, seelische und körperliche Verletzungen, Perspektivlosigkeit lasten auf ihnen. Gerade in solchen Lebensphasen ist die Diakonie da und sagt: „Auch wenn Dein Weg schwer ist, Du bist nicht von der Zukunft abgeschnitten. Wir halten an Dir fest.“

Diese österliche Hoffnung erreichen wir nur gemeinsam mit Politik und Verwaltung. Unsere 100.000 haupt- und ehrenamtlichen Hoffnungsspender brauchen verlässliche politische Rahmenbedingungen. Politische Gestaltung heißt: den Blick nach vorn richten und Zuversicht zu vermitteln. Gemeinsam können wir allen Menschen eine Vorstellung davon schenken, dass ihr Leben besser werden kann.

Für viele politische Vorhaben braucht es Mut. Ich wünsche Ihnen diesen Mut,…

… auch im politischen Aufmerksamswettbewerb das Gespräch zu suchen
und Verständnis für die Position des Gegenübers aufzubringen.

… Entscheidungen zu treffen, die nicht nur kurzfristig wirken, sondern nachhaltig Hoffnung stiften.

Die Kriege in unserer europäischen Nachbarschaft und weltweit erreichen uns alle mit ihren verheerenden Auswirkungen – doch zuvorderst diejenigen, die am Rand stehen, die ihre Arbeit verlieren, die sich die Lebensmittel nicht mehr leisten können, die in unserem wohlhabenden Land Hilfe und Unterstützung suchen. Gerade jetzt braucht es politische Entscheidungen, die Perspektiven eröffnen.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest, Tage des Kraft tankens für die großen Herausforderungen des Berliner Wahlkampfs oder den Brandenburger Regierungsneustart. Seien Sie gewiss: Auch wenn Aufgaben fast unlösbar scheinn, die Diakonie ist an Ihrer Seite.

Herzlichst,

Dr. Ursula Schoen
Diakonie-Direktorin

 

 

 

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