© Lafim-Diakonie

Von Magdeburg nach Berlin: Lafim-Diakonie unterstützt Pflegebett-Aktion von Verdi

04.09.2026

Verdi-Aktion macht Station im Emmaus-Haus der Lafim-Diakonie, die die Aktion ein Stück des Weges begleitet

Laufen für den guten Zweck (von links): Anke Rückert, Johannes Hermann, Sonja Voss, Hajo Schneider, Dr. Jörg Antoine und Gordon Urban.

Ein Pflegebett auf dem Weg nach Berlin: 204 Kilometer für die Zukunft der Pflege

Verdi-Aktion macht Station im Emmaus-Haus der Lafim-Diakonie, die die Aktion ein Stück des Weges begleitet.

Potsdam, 4. September. Seit Ende August sind zwei Beschäftigte aus der Altenpflege mit einem ungewöhnlichen Gefährt unterwegs. Von Magdeburg aus schieben sie ein Pflegebett insgesamt 204 Kilometer bis nach Berlin. Das Ziel der ungewöhnlichen Tour ist das Reichstagsgebäude in Berlin. Dort wollen die beiden Pflegebeschäftigten am 7. September auf ihr Anliegen und die aus ihrer Sicht notwendigen Veränderungen in der Pflege aufmerksam machen.

Am Freitag führt ihre Etappe auch zum Evangelischen Seniorenzentrum Emmaus-Haus in Potsdam. Auf den letzten 1,5 Kilometern bis zum Emmaus-Haus begleiteten der Vorstand der Lafim-Diakonie sowie einige Mitarbeitende die beiden Pflegebeschäftigten und schoben gemeinsam mit ihnen das Pflegebett. Für die Lafim-Diakonie war die gemeinsame Wegstrecke ein Zeichen der Unterstützung für das Anliegen, die Aufmerksamkeit auf die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft der Pflege zu lenken.

Die Idee zu der Aktion hatte Altenpfleger Hajo Schneider. Ihm war schnell klar, dass es nicht so einfach möglich sein wird, in Anlehnung an die Bauernproteste 50 oder 60 Autobahnauffahrten mit Pflegebetten zu blockieren. „Dann schieben wir ein Pflegebett nach Berlin“, erklärt Hajo Schneider die Idee hinter der Aktion.

Maximal acht Tage hatten er und sein Kollege Johannes Hermann Zeit und sind bis zu 40 Kilometer am Tag gelaufen. Ganz definitiv eine körperliche Herausforderung, die ihren Tribut fordert - trotz eines entzündeten Sprunggelenks wird er weiter bis Berlin mitschieben. Unterwegs haben die beiden Männer viel Zustimmung und positive Resonanz für die Aktion erfahren. „Ich glaube nur ein einziges Mal gab es eine Situation, wo einer den Scheibenwischer gemacht hat - ansonsten kommt ein Daumen hoch oder eine Hupe“, sagt Hajo Schneider.

Kritik an der geplanten Begrenzung der Tarifrefinanzierung

Die Bundesregierung plant im Herbst dem Deutschen Bundestag das Pflegeneuordnungsgesetz zur Verabschiedung vorzulegen, das verschiedene Einschnitte vorsieht, die in besonderer Weise die pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen belasten werden. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem Einschränkungen bei der Refinanzierung der tariflichen Vergütung von Mitarbeitenden vor. Die Tariffinanzierung soll maximal die Steigerung der Grundlohnsumme zuzüglich eines Prozentpunktes betragen.

Aus Sicht der Lafim-Diakonie ist eine solche Begrenzung für tarifgebundene Träger wirtschaftlich einschneidend. Steigende Personalkosten könnten dadurch künftig nicht mehr in gleichem Umfang refinanziert werden.

„Grundsätzlich kann ich verstehen, dass die Kassen nicht mehr ausgeben wollen als sie an Einnahmen bekommen. Aber wenn es diese Regelung in den letzten fünf Jahren gegeben hätte, dann hätte sie in unserer Altenhilfe-Gesellschaft, der Lafim-Diakonie für Menschen im Alter gGmbH, zu einem Defizit in Höhe von 28 Millionen Euro geführt. Diese Regelung ist ohne Augenmaß, gefährdet die Existenz der Träger der Altenpflege und damit die Versorgungssicherheit der Bevölkerung“, sagt Dr. Jörg Antoine, Kaufmännischer Leiter der Lafim-Diakonie.

Die Lafim-Diakonie betont zugleich die Bedeutung einer tarifkonformen Vergütung für ihre Beschäftigten. Eine Begrenzung der Refinanzierung könne aus ihrer Sicht dazu führen, dass tarifgebundene Träger bei der Finanzierung ihrer Personalkosten unter Druck geraten.

„Für uns ist eine tarifkonforme Vergütung ein sehr hohes Gut. Diese würde mit der geplanten Deckelung bei der Refinanzierung der Personalkosten stark gefährdet. Die Pflegekräfte überproportional finanziell zu belasten, halten wir schlicht und ergreifend für unanständig. Wir erwarten deshalb von der Politik, dass sie auch weiterhin die Basis für Gehälter in der Pflege schafft, die der Leistung der dort beschäftigten Menschen angemessen sind. Reformen, die auf dem Rücken der Pflegekräfte ausgetragen werden, sind ungerecht. Das wäre definitiv an der falschen Stelle gespart“, sagt Frank Eibisch, Theologischer Leiter der Lafim-Diakonie.

Die Gewerkschaft Verdi verbindet die Pflegebett-Aktion mit ihrer Kritik an den aktuellen Plänen zur Weiterentwicklung der Pflege. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Finanzierung der Pflege und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. „Wir hoffen, dass in Berlin der eine oder andere Politiker mitbekommt, dass das, was sie da gerade planen, wahrscheinlich den Kollaps der Altenpflege bedeutet“, erklärt Hajo Schneider das Ziel der Aktion.

Nach dem Zwischenstopp in Potsdam setzen die beiden Pflegebeschäftigten ihren Weg Richtung Berlin fort. Am 7. September soll das Pflegebett nach insgesamt 204 Kilometern das Reichstagsgebäude erreichen. Die Tour macht die Herausforderungen der Pflege auf besondere Weise sichtbar. Ein Pflegebett wird dabei zum Symbol für die Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, und für diejenigen, die sie täglich leisten.

Lafim-Diakonie

Die Lafim-Diakonie ist ein modernes diakonisches Unternehmen und Komplexträger von Einrichtungen und Diensten für Menschen im Alter, zur Teilhabe und für junge Menschen sowie mit dem Angebot von hauswirtschaftlichen Dienstleistungen.
Rund 3.200 Mitarbeitende leisten in über 30 Städten und Gemeinden jeden Tag Dienst am Menschen – damit ist die Lafim-Diakonie einer der größten diakonischen Arbeitgeber im Land Brandenburg und bildet ein weitverbreitetes Pflege- und Hilfsnetzwerk in der Region.

 

Kontakt:        

Sandra Vedam
Leitung Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Tel: 0331 271 87 – 150         
Mobil: 0151 26618853         
E-Mail: svedam@lafim-diakonie.de

Diese Seite empfehlen