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Zu Besuch bei der Lafim-Diakonie: Wie Klinikclowns der bunte Tupfer sein dürfen

24.03.2026

Zu Besuch im Emmaus-Haus: Wie Klinikclowns der bunte Tupfer sein dürfen

Viel Freude: Die Klinikclowns Hella Propella und Oki Doki in Interaktion mit den Bewohner:innen des Evangelischen Seniorenzentrums Emmaus-Haus.

Ausgerüstet mit einem Köfferchen, bunten Tüchern, einer Ukulele und einer großen Portion Lebensfreude starten die Klinikclowns Hella Propella und Oki Doki ihre Tour durch das Evangelische Seniorenzentrum Emmaus-Haus der Lafim-Diakonie in Potsdam.

„Wenn wir losgehen, gibt es keinen festen Plan, kein starres Konzept. Wir schöpfen aus unserem Repertoire - Musik, Zauberei, kleine Gedichte oder Seifenblasen“, erklärt Hella Propella. Sogar Stepptanz gehört dazu, denn Hansgeorg alias Oko Doki ist eigentlich Schauspieler.

Ein Moment in einer leichteren Welt

„Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner sind diese Besuche unbezahlbar. Da ist jemand, der nur für sie Zeit hat, ihnen zuhört und mit ihnen lacht“, sagt Angela Gossel, stellvertretende Pflegedienstleitung im Emmaus-Haus der Lafim-Diakonie.

Die Wirkung der Klinikclowns hält oft noch lange nach dem Besuch an. „Unser Bewohner und Bewohnerinnen sind in diesen Momenten glücklich und für eine Weile in einer ganz anderen, leichteren Welt.“

Kontakt legimitiert die Aktion

Ein Dutzend Bewohnerinnen und Bewohner erwarten die beiden Clowns bereits im Speiseraum der zweiten Etage des Evangelischen Seniorenzentrums Emmaus-Haus der Lafim-Diakonie. Die Stühle und Rollstühle stehen im Halbkreis.

Mit ihrer positiven Energie und einer entwaffnend lockeren Art ziehen die Clowns nach und nach die Aufmerksamkeit der Seniorinnen und Senioren auf sich. „Der Kontakt legitimiert die Aktion. Ohne echte Begegnung gibt es keine Legitimation für das, was wir tun“, erklärt Nicola Streifler alias Hella Propella. „Es geht zu einhundert Prozent um den Menschen, den wir gerade treffen.“

Die Menschen hinter der roten Nase

Nicola Streifler ist seit über zwanzig Jahren als Klinikclown unterwegs. Als Sprachtherapeutin für hirnorganisch bedingte Sprachstörungen und Theaterpädagogin kennt sie den medizinischen Kontext genau. „Ich wusste früher nicht einmal, dass es Klinikclowns gibt. Ich habe das Wort nur einmal gehört und wusste sofort - das ist es.“

In ihrer Rolle ist sie dankbar, sich um die „gesunden Seiten“ der Menschen kümmern zu dürfen – das Feinstoffliche, wie sie es nennt. Starre Strukturen liegen ihr fern. „Der Clown kennt keine Hierarchie. Für ihn sind alle offen – egal ob Stationsfee, Geschäftsführung oder Hausmeister“, sagt Hella Propeller.

Klinkclown Oki Doki: Learning by doing

Hansgeorg alias Oki Doki kam vor drei Jahren über Umwege zum Verein Lachen hilft. Nach Jahren als Schauspieler und Musicaldarsteller arbeitete er zwischenzeitlich als Projektkoordinator in einem Bürojob an der Fachhochschule, um mehr Zeit für seine Kinder zu haben.

Doch die Bühne ließ ihn nicht los. „Durch einen Zufall bekam ich Kontakt zum Verein und durfte bei einem Workshop reinschnuppern“, erinnert er sich. „Ich bin dann einfach reingeschmissen worden – Learning by Doing.“

Kein Dienst nach Vorschrift

Mit feinem Gespür für Reaktionen schaffen es die beiden Clowns, selbst diejenigen zu erreichen, die sich sonst oft in ihre eigene Welt zurückziehen. Im Emmaus-Haus in Potsdam entstehen an diesem Tag viele intensiven Momente. Während Hansgeorg steppt und Lieder anstimmt, singen einige Bewohner mit, andere klatschen im Rhythmus. Nicola Streifler nähert sich einer älteren Dame, die zunächst in Gedanken versunken wirkt.

Als sie aufsieht und der Clownin direkt ins Gesicht blickt, verwandelt sich ihre Miene in ein strahlendes Lächeln. Hansgeorg nimmt die Hände einer Bewohnerin im Rollstuhl und beginnt einen behutsamen Handtanz mit ihr. „Wir wollen den Menschen wirklich begegnen und ihnen den Raum geben, einfach so zu sein, wie sie gerade sind“, resümiert Hansgeorg.

Lafim-Diakonie

Die Lafim-Diakonie ist ein modernes diakonisches Unternehmen und Komplexträger von Einrichtungen und Diensten für Menschen im Alter, zur Teilhabe und für junge Menschen sowie mit dem Angebot von hauswirtschaftlichen Dienstleistungen.

Rund 3.200 Mitarbeitende leisten in über 30 Städten und Gemeinden jeden Tag Dienst am Menschen - damit ist die Lafim-Diakonie einer der größten diakonischen Arbeitgeber im Land Brandenburg und bildet ein weitverbreitetes Pflege- und Hilfsnetzwerk in der Region.

 

Kontakt:        

Sandra Vedam

Leitung Stabsstelle Unternehmenskommunikation

Tel: 0331 271 87 – 150         

Mobil: 0151 26618853         

E-Mail: svedam@lafim-diakonie.de

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