Berliner Bündnis fordert: Kleinere Gruppen auch in der schulischen Ganztagsbetreuung!
20.05.2026
Die kürzlich zwischen Senatorin Katharina Günther-Wünsch und der GEW BERLIN geschlossene Vereinbarung zur Entlastung an Berliner Schulen begrüßt das Berliner Bündnis Qualität im Ganztag als einen wichtigen Schritt. Sie zielt auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher und damit zugleich auf eine Steigerung der Qualität von Unterricht und pädagogischer Arbeit. Besonders begrüßen die Bündnismitglieder, dass der Ganztagsbereich an Berliner Schulen ausdrücklich einbezogen wurde – wenn auch bislang nicht mit substanziellen Maßnahmen.
Berliner Ganztagsschulen: Bildungsorte für alle Kinder
Die Berliner Ganztagsschule ist ein Lebens- und Bildungsort, an dem Kinder mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen gemeinsam aufwachsen und Bildung erfahren. Die Startchancen von Kindern in Deutschland sind nach wie vor ungleich verteilt – die aktuelle UNICEF-Studie zum Wohlbefinden von Kindern bescheinigt Deutschland erneut ein unterdurchschnittliches Ergebnis. Aus diesen Befunden ergibt sich ein klarer Auftrag: Kinder brauchen gute Ganztagsschulen!
Der steigende Bedarf an Sprachförderung, Hausaufgabenunterstützung und Kompensation in herausfordernden Lernumfeldern lässt sich mit den vorhandenen Ressourcen immer schwerer bewältigen.
Forderung: Auch der Ganztag braucht kleinere Gruppen
Kleinere Gruppen ermöglichen einen guten Schuleinstieg und schaffen Raum für individuelle Förderung. Das gilt für den Unterricht – und genauso für den Ganztag! Die Angebote am Nachmittag wirken sich maßgeblich auf das Wohlbefinden, das sozial-emotionale Lernen und die Kompetenzentwicklung der Kinder aus. Sie sind kein Anhängsel des Schultags, sondern ein eigenständiger Bildungsbereich und unverzichtbar
Die Sprecherin des Ganztagsbündnisses, Anne Luther vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, erklärt dazu: „Das Berliner Bündnis ‚Qualität im Ganztag‘ setzt sich seit Jahren für wirksame Qualitätsverbesserungen im Berliner Ganztag ein. Die vorliegende Vereinbarung ist ein Anfang – aber sie bleibt im Ganztagsbereich vage.“
Ihre Bündniskollegin, Andrea Friedrich (Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz) ergänzt: „Wir erwarten, dass die Senatsverwaltung in den angekündigten weiteren Gesprächen auch für den Ganztag konkrete und verbindliche Schritte zur Gruppengrößenreduzierung auf den Weg bringt.“
Umbenennung allein reicht nicht aus
Die vereinbarte Umbenennung der Nachmittagsangebote von „eFöB" (ergänzende Förderung und Betreuung) in „BEB – Bildung, Erziehung und Betreuung" ist ein richtiges und wichtiges Signal: Sie macht den Bildungsauftrag des Ganztags sichtbar und rückt Erzieherinnen und Erzieher aus der Rolle einer „ergänzenden" Funktion heraus. Doch auf den Namen muss Substanz folgen. Wer den Bildungsauftrag im Ganztag ernst nimmt, muss die strukturellen Voraussetzungen dafür schaffen. Denn am Ende zählt die Qualität – im Unterricht wie in Bildung, Erziehung und Betreuung im Ganztag.
Das Berliner Bündnis Qualität im Ganztag ist ein Zusammenschluss von Verbänden, Eltern und Gewerkschaft. Zu den Erstunterzeichnern gehören: Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Berlin І Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS) І Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz І Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW BERLIN) І Grundschulverband, Landesgruppe Berlin І Landeselternausschuss (LEA) І Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin.
Kontakt
Anne Luther
(Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin, Bündnis-Sprecherin)
luther@paritaet-berlin.de
mobil: 01520 624 05 51
Ronny Fehler (GEW BERLIN)
ronny.fehler@gew-berlin.de
mobil: 0177 780 2152