Gerechtigkeit isst besser

Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ gestartet

13.03.2026

Gerechtigkeit isst besser: Ab dem heutigen Freitag werden an vielen Orten landesweit Unterschriften für die Volksinitiative „Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 im Land Brandenburg“ gesammelt. Mit einem gemeinsamen gebührenfreien Mittagessen für Schüler*innen der Grundschule am Priesterweg in Potsdam starteten die Netzwerkpartner im Begegnungszentrum Oskar die Initiative für mehr Chancengleichheit in der Bildung für alle Kinder und Jugendlichen.

Rund um das Mittagessen organisierte das AWO Büro KINDER(ar)MUT Spielangebote für die Kinder. Bereits ab dem frühen Morgen trugen sich erste Eltern in die vorbereiteten Unterschriftenlisten ein, um damit die Initiative zu unterstützen. Anwaltlich begleitet wird sie durch Dr. Gregor Gysi. Die Volksinitiative hat jetzt ein Jahr lang Zeit, um brandenburgweit mindestens 20.000 gültige Unterschriften zu sammeln. Gelingt das, muss sich der Landtag mit dem Anliegen der Volksinitiative beschäftigen.

„Wir fordern seit langem ein gebührenfreies Schulessen für alle Kinder,“ sagte Jane Baneth, Vorständin des AWO Bezirksverband Potsdam e.V. „Chancengleichheit in der Bildung darf nicht am Mittagstisch enden. Gerade mit dem Ausbau des Ganztags in Brandenburg wird ein gesundes und gebührenfreies Schulmittagessen für alle Kinder immer wichtiger. Es ist ein wirksames Mittel gegen Kinderarmut und stärkt gleichzeitig das soziale Miteinander im Schulalltag“, sagte sie.

Juliana Meyer, Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen: "Gesundes Essen in Schule eine Investition in Bildung, Gesundheit und soziale Teilhabe. Wer bei Kindern ansetzt, betreibt wirksame Armuts- und Gesundheitsprävention. Deshalb unterstützen wir die Initiative und stehen an der Seite des breiten Bündnisses aus Gewerkschaften, Sozialverbänden und zivilgesellschaftlichen Partner*innen. Es braucht ein System, das allen Kindern Zugang zu gesundem Essen ermöglicht, Armut vorbeugt und unnötige Bürokratie abbaut."

Diana Robel, Vorständin Der Paritätische, Landesverband Brandenburg e.V.: „Bildungsgerechtigkeit beginnt beim Essen. Kein Kind darf vom gemeinsamen Mittagessen ausgeschlossen werden, weil die Eltern es sich nicht leisten können. Ein kostenfreies Mittagessen für alle Kinder in der Schule ist nicht nur eine Frage der Ernährungssicherheit, sondern auch der Teilhabe und Chancengleichheit. Es stärkt die Gesundheit, fördert die Konzentration im Unterricht und verhindert Stigmatisierung. Als Gesellschaft müssen wir sicherstellen, dass alle Kinder die gleichen Startchancen haben – unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern."

Stephan Wende, stellvertretender Landesvorsitzender der Linken Brandenburg: "Ein warmes Mittagessen muss für jedes Kind eine Selbstverständlichkeit sein! Und solange Milliardäre nicht einmal annähernd so besteuert werden wie Menschen, die ihr Einkommen erarbeiten, gilt das Argument, es sei kein Geld da, einfach nicht! Was fehlt, ist nicht Geld sondern der politische Wille."

Sarah Ostrowski, KitaElternbeirat Cottbus: „Kein Kind sollte hungrig lernen müssen – und kein Kind sollte sich beim Mittagessen ausgeschlossen fühlen. Ein gutes, gemeinsames, kostenfreies Essen stärkt Gesundheit, Lernen und Gemeinschaft und ist eine wichtige Grundlage für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit.“

Hintergrund der Aktion ist die Initiative „Schule SATT“, die im vergangenen Jahr trotz über 20.000 gültiger Unterschriften nicht zugelassen wurde. Ein gebührenfreies Mittagessen ist ein direktes Mittel gegen Kinderarmut und für mehr Chancengleichheit bei der Bildung. Die 2024 gestartete Initiative „Schule SATT“ war durch den Hauptausschuss des Brandenburger Landtags unter anderem wegen einer verkürzten Überschrift für unzulässig erklärt worden. Dabei ist das Thema aufgrund der gestiegenen Preise brisanter denn je. Und auch die Bundes-SPD in ihrem Regierungsprogramm sowie der Bürgerrat des Deutschen Bundestages empfehlen gebührenfreies Mittagessen an allen Bildungseinrichtungen.

Jetzt erst recht! Wir starten gemeinsam mit anderen Brandenburger Sozialverbänden, Gewerkschaften sowie Elternbeiräten und Parteien rechtlich gut vorbereitet neu.

Weitere Infos: https://gerechtigkeit-isst-besser.de


Kontakt:

Stefan Engelbrecht, Referent Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: presse@awo-potsdam.de
Mobil: 0160 97 07 46 29

AWO Bezirksverband Potsdam e.V.,
Neuendorfer Straße 39 b, 14480 Potsdam,
Tel.: 0331 73041770
E-Mail: info@awo-potsdam.de

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