DWBO/Harms

Für ein sozial gerechtes und stabiles Brandenburg

Diakonie appelliert mit elf Handlungsempfehlungen an die potenziellen Koalitionspartner, Soziales, Bildung, Jugend, Familie, Pflege, Gesundheit und zivilgesellschaftliches Engagement als zentrale Stabilitätsfaktoren zu sichern

10.02.2026

Nach den politischen Veränderungen im Land erwartet die Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz von der künftigen Landesregierung aus SPD und CDU vor allem Verlässlichkeit und Stabilität. Die Brandenburgerinnen und Brandenburger müssen sich darauf verlassen können, dass die kommende Regierung sie in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheiten nicht im Stich lässt.
 

Diakonie-Direktorin Dr. Ursula Schoen: „Brandenburg steht an einem Scheideweg: Es darf jetzt keinen Kurswechsel geben, der auf Ausgrenzung, auf Sozialabbau setzt. Wir vertrauen darauf, dass Rot-Schwarz die in vielen Bereichen gute Arbeit der Vorgängerregierung fortführt und allen Menschen im Land neue Hoffnung, eine Vision der Zusammengehörigkeit schenkt. Dazu brauchen die diakonischen Träger wie alle Wirtschaftsunternehmen Planungssicherheit und Stabilität. Mit dem Unterschied, dass unser Ziel nicht Rendite, sondern eine resiliente Gesellschaft ist. Die Diakonie steht weiterhin bereit, konstruktiv mit der neuen Landesregierung zusammenzuarbeiten. Gemeinsam sichern wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Diakonie-Vorständin Dr. Anne-Katrin Escher-Lorenz: „Brandenburg braucht jetzt vor allem Stabilität. Wir vertrauen dabei auf die Weitsicht von Rot-Schwarz, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen zusammen zu denken. Mit 1.000 sozialen Einrichtungen in Brandenburg, 50.000 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sind wir nah dran an den Menschen und eine tragende Säule der Brandenburger Wirtschaft. Damit unsere Träger handlungsfähig bleiben, brauchen sie stabile Rahmenbedingungen, ausreichend Fachkräfte und sichern damit eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf für alle Menschen in Brandenburg. Dazu gehören eine verlässliche Kinderbetreuung, Entlastungen für pflegende Angehörige sowie vereinfachte und unbürokratische Anerkennungsverfahren von Bildungs- und Berufsabschlüssen für Menschen, die zu uns kommen.“


Finden Sie unsere Handlungsempfehlungen auf Regierungswechsel Brandenburg 2026 - Diakonie - DWBO und im Folgenden einen Auszug:

Familien unterstützen und entlasten
Die künftige Regierung muss alle Brandenburger Familien unterstützen, aktiv und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilzunehmen – auch jenseits der klassischen Mutter-Vater-Kind-Vorstellung. Finanzielle Starthilfe, gut ausgebaute Sozialberatung und kostenlose kommunale Zugänge zu kulturellen und sportlichen Aktivitäten schaffen ebenso Vertrauen in Politik wie Gewaltschutzangebote und die Erfüllung gesetzliche Pflichten wie dem Ausbau der Schwangerschaftsberatung. Im Rahmen einer verlässlichen Kinderbetreuuung muss der Entwurf des neuen Kita-Gesetzes deutlich nachgeschärft werden: Nach zehn Jahren Entwicklungszeit braucht es endlich klar geregelte Zuständigkeiten, Verfahren und Finanzierungsverantwortlichkeiten. Wir begrüßen den Rechtsanspruch auf schulische Ganztagsbetreuung ab dem 1. August 2026. Zur Entlastung von Familien und Stärkung der märkischen Wirtschaft muss die Regierung aber auch die 10-Stunden-Betreuung in Kitas wieder ermöglichen. 75% der Kita-Eltern sind darauf angewiesen.  

Prävention stärken und Wohnraum sichern
In Brandenburg beobachten wir nicht nur in den Berliner Randgebieten eine zunehmende Wohnungslosigkeit. Das Ziel der Landesregierung muss es sein, allen Menschen sicheren und angemessenen Wohnraum zu ermöglichen. Dafür braucht das Land ein verlässliches präventives Hilfesystem schaffen, Wohnungsnot vermeiden und Wohnraum langfristig erhalten. SPD und CDU müssen eine landesweite Strategie Es ist an der Zeit, dass sich Brandenburg dem bundesweiten Ziel der Beendigung von Wohn- und Obdachlosigkeit anschließt und kurzfristig eine nachvollziehbaren Erfassung und Stärkung des sozialen Wohnungsbaus ermöglicht.

Pflege und Gesundheitsversorgung: Bewährtes fortführen
Der Pakt für Pflege ist ein bewährtes Instrument als Reaktion auf die zügig alternde Brandenburger Gesellschaft. Er ermöglicht Kommunen passgenaue Investitionen vor Ort, bindet explizit bestehende fachkundige Netzwerke der Wohlfahrt ein und setzt auf Schulung von Pflegelotsen, die Pflegeleistungen zielgerichtet in Umsetzung bringen. Wir empfehlen SPD und CDU dringend, am Pakt für Pflege festzuhalten und ihn kurzfristig erheblich finanziell auszubauen. Die Diakonie ist guter Hoffnung, dass die unterstützende Krankenhauspolitik der bisherigen Regierung zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum auch von Rot-Schwarz fortgeführt wird.

Integration ist Chance für Fachkräfte und gesellschaftlichen Zusammenhalt
In Brandenburg setzen wir uns gemeinsam mit der Landesregierung für eine integrative und vielfältige Gesellschaft ein, die Solidarität, Chancengleichheit und aktive Teilhabe fördert. Die Diakonie unterstützt alle Menschen ganz individuell, unabhängig von ihrer Herkunft. Es ist ein wichtiges Signal, dass das Ministerium für Inneres und Kommunales Integration als Chance für sozial stabiles Brandenburg begreift. Die künftige Regierung sollte diese Perspektive beibehalten und die Migrations- und Flüchtlingssozialarbeit langfristig finanziell und personell sichern. Ankommende Menschen möchten sich so schnell wie möglich mit Ihrer Arbeitskraft und -erfahrung integrieren. Dazu braucht es eine Vereinfachung von Anerkennungsverfahren. Damit stärken wir nicht nur die persönliche Entwicklung der eingewanderten Menschen, sondern auch unsere Wirtschaft.

 

Hintergrund Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege. Als Dach- und Spitzenverband vertritt das Werk ca. 380 Träger mit 1.900 Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsdiensten in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen. Gemeinsam mit ca. 53.000 Mitarbeitenden engagiert sich das Diakonische Werk für Teilhabe und Vielfalt und setzt sich im Sinne der Nächstenliebe auf landes- und kommunalpolitischer Ebene für benachteiligte und ausgegrenzte Menschen ein.

 

Ihr Ansprechpartner

Sebastian Peters

Leiter Politik und Kommunikation Pressesprecher

030 82097110 0173 6033322

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