Ein Teil des Teams der Berliner unabhängigen Beschwerdestelle. Derzeit arbeiten hier 18 Mitarbeitende — viele von ihnen haben selbst Fluchterfahrung und sprechen die Muttersprachen der Menschen, die sie unterstützen.
© Johanniter / Sanna Martzahn

Unabhängige Beschwerdestelle unterstützt fast 10.000 geflüchtete Menschen

Die Berliner unabhängige Beschwerdestelle (BuBS) feiert in diesem Jahr ihr fünfjähriges Bestehen.

02.09.2026

Erfolgsgeschichte: Unabhängige Beschwerdestelle unterstützt fast 10.000 geflüchtete Menschen

Seit Projektstart hat die BuBS 9.391 geflüchtete Menschen unterstützt. Bei 8.096 Fällen handelte es sich um Beschwerden, bei 1.295 um Beratungsgespräche. Allein im Jahr 2025 wurden rund 1.203 Beschwerden entgegengenommen und 510 Beratungsgespräche geführt.

„Neben Beschwerden ist in den vergangenen zwei Jahren auch der Bedarf an Beratungsgesprächen deutlich gestiegen“, sagt Maike Caiulo-Prahm, Leiterin der unabhängigen Beschwerdestelle. „Immer mehr geflüchtete Menschen wenden sich an uns, um Unterstützung beispielsweise bei Wohnungssuche, bürokratischen Fragen oder asyl‑ und aufenthaltsbezogenen Anliegen zu erhalten.“ Je nach Bedarf begleiten die Beschwerdelots*innen und Sozialarbeitenden die Ratsuchenden direkt in den Unterkünften oder in der Beschwerdestelle — etwa durch Erläuterung der Abläufe oder beim Ausfüllen von Formularen. In anderen Fällen vermitteln sie an passende Fachberatungsstellen oder zuständige Behörden weiter.

„Damit hat sich die unabhängige Beschwerdestelle zunehmend als niedrigschwellige Anlauf‑ und Orientierungsstelle für geflüchtete Menschen in ganz Berlin etabliert“, sagt Björn Teuteberg, Regionalvorstand der Berliner Johanniter, die Gründungsträger der BuBS sind. „Unsere Einrichtung verschafft Menschen Gehör und trägt zur Lösung struktureller Probleme bei.“

 

Häufige Beschwerdegründe 

 Die meisten Beschwerden betreffen den Service der Berliner Behörden (ca. 32 %): Häufig melden Betroffene verspätete Rückmeldungen, mangelnde Kundenorientierung sowie nicht ausgezahlte oder gekürzte Leistungen – diese Kategorie ist in den letzten drei Jahren deutlich angestiegen. Weitere Schwerpunkte sind die Ausstattung der Unterkünfte (ca. 21 %), wobei oft defekte Geräte gemeldet werden, die die Wohnsituation insbesondere für Familien oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen verschlechtern, sowie Anliegen zu Gesundheit und Wohlergehen (ca. 21 %), vor allem hygienische Mängel. Rund 19 % der Fälle betreffen das Unterkunftsmanagement, etwa Konflikte mit dem Personal oder Fragen zur Einhaltung der Hausordnung.

Mehr als die Hälfte der Fälle kann positiv gelöst werden.

„Das Interesse an unserem Angebot steigt von Jahr zu Jahr“, ergänzt Maike Caiulo-Prahm. „Viele unserer Mitarbeitenden haben selbst einen Fluchthintergrund. Deshalb können sie Beschwerden in der Muttersprache entgegennehmen und in dieser Sprache beraten — das schafft Vertrauen. Die Geflüchteten machen durch die BuBS eine positive Erfahrung mit dem Rechtsstaat.“

 

Wer kann sich melden 

Die BuBS nimmt Beschwerden auf, die eine Flüchtlingsunterkunft oder eine Berliner Behörde betreffen. Alle in Berlin gemeldeten geflüchteten Menschen können sich an die Beschwerdestelle wenden — unabhängig davon, ob sie in Unterkünften oder in eigenen Wohnungen leben. Auch Haupt- und Ehrenamtliche aus der Flüchtlingshilfe sind herzlich eingeladen, sich bei der BuBS zu melden. Beschwerden werden vertraulich aufgenommen; auf Wunsch auch anonym.

Die meisten Beschwerden werden direkt in den Unterkünften abgegeben. Die Mitarbeitenden der BuBS besuchen diese regelmäßig und nehmen Anliegen vor Ort auf.

Probleme können auch persönlich in der Beschwerdestelle in der Donaustraße 78 in Neukölln, telefonisch, per E-Mail oder durch ein zwölfsprachiges Online-Kontaktformular eigereicht werden. Weitere Informationen: www.bubs.berlin.  

---

Beauftragt ist die Beschwerdestelle für die Geflüchteten von der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration und Antidiskriminierung. Die Berliner Johanniter sind von Beginn an Träger der Berliner unabhängigen Beschwerdestelle.

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Regionalverband Berlin
Leitung Kommunikation & Pressesprecherin
Sanna Martzahn
Berner Straße 2–3, 12205 Berlin
T. +49 173 6193 410
sanna.martzahn@johanniter.de
www.johanniter.de/berlin

www.bubs.berlin

 

Diese Seite empfehlen