Das Modellprojekt „Wir im Falkenhagener Feld“ gestartet
Wie können Menschen erreicht werden, die bestehende Hilfsangebote bislang kaum nutzen? Wie lässt sich das nachbarschaftliche Miteinander in einem großen Wohnquartier nachhaltig stärken?
03.07.2026
Das Modellprojekt „Wir im Falkenhagener Feld“ gestartet
Johanniter bieten nachbarschaftliche Unterstützung in Spandau
Wie können Menschen erreicht werden, die bestehende Hilfsangebote bislang kaum nutzen? Wie lässt sich das nachbarschaftliche Miteinander in einem großen Wohnquartier nachhaltig stärken? Mit einem neuen mobilen Sozialangebot im Falkenhagener Feld Ost bieten die Johanniter künftig genau dort Unterstützung, Beratung und Begegnung an, wo die Menschen leben: direkt in den Wohnhäusern, auf Höfen, Spielplätzen und öffentlichen Plätzen des Quartiers.
Im Falkenhagener Feld Ost in Spandau leben rund 19.500 Menschen – ein Quartier mit großen Wohnblöcken, Hochhäusern und viel Grün. Aber auch mit Problemen im Alltag. Die besonderen sozialen Herausforderungen in diesem dicht besiedelten Gebiet erschweren vielen Bewohner*innen den Zugang zu Unterstützung, trotz zahlreicher bestehender Angebote. Mit dem Projekt „Wir im Falkenhagener Feld“ schließen die Berliner Johanniter diese Lücke im Hilfesystem, um die Teilhabe und das Zusammenleben im Quartier nachhaltig zu verbessern.
Viele Menschen im Falkenhagener Feld sind mit finanziellen Sorgen, sozialer Isolation oder gesundheitlichen Belastungen konfrontiert. Begrenzte Deutschkenntnisse führen zu Überforderung bei Behördengängen und erschweren den Zugang zu bestehenden Angeboten von sozialen Trägern, Beratungsstellen und kommunalen Einrichtungen. Dazu kommen Probleme im Alltag, wie Konflikte, Lärm oder Vandalismus. Deshalb braucht es eine aufsuchende soziale Unterstützung vor Ort.
Stephan Machulik, Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: „Das Modellprojekt ‚Wir im Falkenhagener Feld‘ erprobt in Kooperation mit den landeseigenen Wohnungsunternehmen neue Methoden der wohnortnahen, aufsuchenden Arbeit in einer Großsiedlung. Ich freue mich sehr, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen das Projekt aus dem Städtebauförderprogramm ‚Sozialer Zusammenhalt‘ mit 254.000 Euro fördert und damit einen Beitrag für ein gutes Zusammenleben im Falkenhagener Feld leisten kann.“
Björn Teuteberg, Regionalvorstand der Berliner Johanniter: „Mit unserem neuen mobilen Angebot stärken wir die soziale Teilhabe und das nachbarschaftliche Miteinander im Falkenhagener Feld. Unser Ziel ist es, diejenigen Menschen zu erreichen, die bisher kaum Zugang zu bestehenden Hilfsangeboten und sozialen Strukturen finden. Unser Dank gilt der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, dem Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost, der Gewobag und der berlinovo. Ohne ihre Unterstützung wäre dieses wichtige Angebot für den Kiez nicht möglich.“
Das neue aufsuchende Sozialangebot setzt auf niedrigschwellige Begegnung und direkte Ansprache. Geplant sind regelmäßige Sprechstunden, mobile Sozialarbeit sowie alltagsnahe Angebote im Wohnumfeld. Die Teams suchen die Menschen dort auf, wo sie leben oder sich aufhalten: im Kiez, im Hof, auf dem Spielplatz. Kern ist eine flexible Struktur mit einer Wohnung als Beratungsstelle und kleinem mobilen Begegnungsstand, etwa Stehcafé oder Lastenrad. Hier bei Kaffee und Tee können spontane Gespräche, informelle Kontakte und Vertrauen entstehen.
Gleichzeitig soll das nachbarschaftliche Miteinander nachhaltig gestärkt werden. Geplant sind Hof- und Spielplatzaktionen, Pflanzaktionen, Kiezspaziergänge, Clean-Ups, kleine Flohmärkte, Nachbarschaftsfrühstücke sowie Kreativangebote für Erwachsene, Kinder und ganze Familien.
Annika Loßack, Regionalleiterin bei der Gewobag: „Gute Nachbarschaft entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen und Unterstützung niedrigschwellig erreichbar ist. Genau deshalb ist ‚Wir im Falkenhagener Feld‘ ein wichtiges Projekt für das Quartier. Es bringt Beratung, Begegnung und konkrete Hilfe direkt dorthin, wo die Menschen leben.“
Colette Klima, Teamleiterin Quartiersmanagement, berlinovo: „Die aufsuchende Sozialarbeit ist für berlinovo ein wichtiger Baustein, um Menschen frühzeitig und niedrigschwellig zu erreichen. Als Unternehmen ohne eigene Sozialarbeit sind wir den Johannitern für ihr Engagement in diesem Pilotprojekt sehr dankbar. Die zahlreichen bereits geführten Gespräche zeigen, wie groß der Bedarf ist und wie wichtig das Angebot der aufsuchenden Sozialarbeit als sinnvolle Ergänzung zu den bestehenden Angeboten sozialer Träger im Quartier ist.“
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Bei dem Projekt „Wir in Falkenhagener Feld“ handelt es sich um ein Modellprojekt aus dem Städtebauförderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“. Das durch das Quartiersmanagement Falkenhagener Feld Ost initiierte Projekt wird von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Kooperation mit den lokalen Wohnungsbauunternehmen berlinovo und Gewobag finanziert und vom Träger Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. durchgeführt.
Kontakt:
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Regionalverband Berlin
„Wir im Falkenhagener Feld“
Sozialarbeiterin Agnes Stegemöller
Kandeler Weg 1, 13583 Berlin
Tel. +49 173 61 95 144
falkenhagenerfeld.berlin@johanniter.de
www.johanniter.de/nachbarschaftshilfe-falkenhagener-feld
Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Regionalverband Berlin
Leitung Kommunikation & Pressesprecherin
Sanna Martzahn
Berner Straße 2–3, 12205 Berlin
T. +49 173 6193 410
sanna.martzahn@johanniter.de
www.johanniter.de/berlin