SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach zu Gast im Kuhgraben

19.06.2026

Am Grill mit Steffen Krach

Im Wahlkampf werden Politiker häufig „gegrillt“, heißt, sie müssen die harten und kritischen Fragen von Journalisten beantworten. Bei seinem Besuch in unserem Ausbildungsrestaurant „Am Kuhgraben“ erwartete Herrn Krach eine angenehmere Grill-Variante: Nachdem er sich Kochjacke und -schürze angezogen hatte, unterstütze der Bürgermeisterkandidat unseren Koch Guido und Auszubildende Jenny beim Zubereiten des Grillgerichts des Tages und gewann so einen unmittelbaren Einblick in die Arbeit unserer Jugendberufshilfe.

Als sozialdiakonischer Träger begleiten wir junge Menschen auf ihrem Weg in Ausbildung, Beruf und ein selbstbestimmtes Leben. Das Ausbildungsrestaurant „Am Kuhgraben“ ist dabei ein wichtiger Baustein. Hier erwerben junge Menschen nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern gewinnen auch Selbstvertrauen, Orientierung und neue Perspektiven.

Bei seinem Rundgang durch das Restaurant nahm sich Krach Zeit für Gespräche mit Auszubildenden und Mitarbeitenden. Er ließ sich die verschiedenen Arbeitsbereiche zeigen, erkundigte sich nach den persönlichen Erfahrungen der jungen Menschen und verschaffte sich einen Eindruck davon, wie berufliche Qualifizierung und sozialpädagogische Begleitung bei uns Hand in Hand gehen.

Jugendliche brauchen individuelle Unterstützung

Die Situation vieler junger Menschen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Immer mehr Jugendliche kämpfen mit psychischen Belastungen, schwierigen familiären Situationen oder sozioökonomischen Herausforderungen. Die Folgen zeigen sich häufig bereits in der Schule und erschweren den Übergang in Ausbildung und Beruf erheblich.

Grundsätzlich begrüßen wir jede Initiative, die Jugendlichen dabei hilft, Kompetenzen, Fertigkeiten und Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Gerade in der heutigen Zeit sind solche Angebote wichtiger denn je.

Kritisch sehen wir jedoch pauschale Lösungsansätze wie die Einführung der sogenannten Ankerschulen beziehungsweise des verpflichtenden 11. Schuljahrs. Die Jugendlichen, um die es dabei geht, bilden keine homogene Gruppe. Ihre Lebenslagen, Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe unterscheiden sich erheblich.

Für viele junge Menschen mag ein zusätzliches Schuljahr ein sinnvoller Schritt sein. Für andere jedoch nicht. Insbesondere Jugendliche mit multiplen psychosozialen Belastungen oder langanhaltender Schuldistanz profitieren häufig nicht von einem weiteren verpflichtenden Schuljahr in einer neuen Umgebung und einem neuen sozialen Kontext. Sie benötigen vielmehr eine intensive sozialpädagogische Begleitung, die sie dabei unterstützt, ihren Alltag zu bewältigen, Perspektiven zu entwickeln und tragfähige Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Genau hier setzen die Angebote der Jugendberufshilfe an. Mit der Einführung des verpflichtenden 11. Schuljahrs beobachten wir aber einen deutlichen Rückgang der Vermittlungszahlen in unsere Angebote, trotz der vielen Anfragen und Interessenten.

Dass pauschale Lösungen an ihre Grenzen stoßen, zeigen die ersten Erfahrungen mit den Ankerschulen. Von den knapp 1.000 Jugendlichen, die ursprünglich für die neu geschaffenen 11. Klassen vorgesehen waren, befand sich Ende Mai nur noch knapp die Hälfte tatsächlich in den Angeboten. Viele Jugendliche hatten die Ankerschulen gar nicht erst erreicht oder waren bereits wieder ausgestiegen.

Wie wichtig individuelle Unterstützung sein kann, wurde auch im anschließenden Gespräch Vertreter*innen der SozDia deutlich. Mit am Tisch saß unter anderem ein ehemaliger Auszubildender unserer Ausbildungstischlerei „Hirnholzwerkstatt“, der von seinen persönlichen Erfahrungen berichtete. 

Seine Geschichte steht stellvertretend für viele junge Menschen, die mit der richtigen Begleitung ihren eigenen Weg finden und langfristig erfolgreich gehen können. Solche Entwicklungen entstehen nicht durch standardisierte Maßnahmen, sondern durch Beziehungen, Vertrauen und passgenaue Unterstützung.

Investitionen in junge Menschen zahlen sich aus

Vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden Kürzungsdebatten im sozialen Bereich wurde auch über die gesellschaftliche Verantwortung gesprochen, junge Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Dabei haben wir deutlich gemacht, dass Jugendberufshilfe in unseren Augen keine Ausgabe, sondern eine Investition ist – in junge Menschen, in gesellschaftlichen Zusammenhalt und in die Fachkräfte von morgen. Eine Perspektive, der Steffen Krach zustimmte: „Pauschale Kürzungsdebatten bringen überhaupt nichts. Gerade auch, was Jugendliche angeht oder junge Erwachsene: Wir müssen gucken, wie man denen helfen kann. Alles andere, wenn wir gar nichts machen, wird langfristig deutlich teurer sein für die gesamte Gesellschaft“, so der SPD-Politiker.

Wir danken Steffen Krach für seinen Besuch, das offene Interesse an unserer Arbeit und die Zeit für den persönlichen Austausch.

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