Berliner Familiengipfel 2026
Statement Astrid Engeln
16.06.2026
Am 15.6. fand der 1. Berliner Familiengipfel als gemeinsame Veranstaltung des Berliner Beirates für Familienfragen und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie statt und ermöglichte den Dialog zwischen den Berliner Familien, Fachkräften und Politik. Über 400 Berlinerinnen und Berliner nahmen teil.
Der Beirat für Familienfragen gibt den Berliner Familien eine Stimme. Auch dieser Gipfel zeigt, dass wir ganz nah dran sind an den familiären Herausforderungen. In Berlin erleben wir eine großartige Vielfalt an Familienkonstellationen: Vater-Mutter-Kinder, Patchwork, queer, alleinerziehend, voller bereichernder Migrationsgeschichten. Gleichzeitig bringt unsere Metropole eine Vielfalt an Herausforderungen mit sich: In den Bereichen Gesundheit, Bildung, Armutsprävention, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und vor allem Wohnen gibt es noch sehr viel zu tun.
Alle Parteien versprechen uns vor der Wahl eine Hauptstadt für Familien. Fakt ist: Sie werden nach der Wahl dazu alle konsequenter in familienunterstützende Angebote investieren müssen. Der gordische Knoten des bezahlbaren Wohnraums muss zerschlagen werden. Die bezirklichen Angebote für Kinder und Jugendliche von Nachhilfe bis Jugendclub dürfen nicht von Jahr zu Jahr gefährdet sein. Der Zugang zu Kultur- und Freizeitangeboten muss allen offen stehen. Gute Bildung muss schon in der Kita beginnen, entwickelt außer Kenntnissen in Lesen, Schreiben, Rechnen die Persönlichkeit und nimmt Eltern in ihren Herausforderungen wahr.
„Arm, aber sexy“ kann nicht unser Anspruch sein und wird auch einfach nicht funktionieren. Attraktiv für Familien ist eine Stadt, deren Politik stärkt und nicht verunsichert.
Im Realitätscheck: Wie gut steht Berlin da?
Positionierungen und Forderungen aus dem Familienbericht 2025 des Beirats, die auch im Rahmen des Familiengipfels diskutiert wurden:
- Das Thema Wohnen ist im Ranking der Familienfreundlichkeit einer Stadt ganz zentral. Die Berliner Familien wohnen nicht selten beengt und das hat Einfluss auf ihr Wohlbefinden, das der Eltern und der Kinder. Wir benötigen für Familien eine bessere Zugänglichkeit zu mehr Wohnraum, ein Wohnberechtigungsgutschein f. Familien wäre gut und eine gezielte Förderung im Bau von größeren Wohneinheiten. Gerade Familien mit mehreren Kindern finden kaum bezahlbare Wohnungen.
- Berlin als Stadt der Alleinerziehenden, die Berliner Wohnverhältnisse haben auch Einfluss auf den Familiennachmittag. Wo werden Hausaufgaben gemacht? Wo sind Rückzugsorte? Wer hat Zeit für Spielnachmittage? Angebote im Sozialraum ergänzen nicht nur die Bildung am Vormittag und sind nice to have. Sie dienen auch einer echten Kompensation der unterschiedlichen Herausforderungen der so vielfältigen Familienbedarfe.
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein wichtiges Thema für Familien. Kita- und Ganztagsbetreuung sollen verlässlich sein und gleichzeitig wollen Familien Qualität in der Bildung ihrer Kinder. Wir benötigen eine gute Ausstattung für den Schulbetrieb und den Ganztag. Und, kleinere Gruppen und Klassen, um den individuellen Bedarfen der Kinder gerecht zu werden. Heute wird anders gelernt als früher: nicht frontal. Pädagogen begleiten Kinder im Kita- und Schulalltag. Dafür benötigen sie mehr Zeit am Kind und in der Beratung mit den Eltern.
- Diakonie und Kirche wirken mit einer Vielzahl von Angeboten im Sozialraum. Oft werden diese gar nicht im Zusammenhang von Kirche wahrgenommen. Ob Suppenküche, Beratungsstelle, Krabbelgruppe oder Kinderchor; ob Kita, Familienzentrum, Freizeiteinrichtung. Wir haben viel im Kiez zu bieten und stehen für die Sicherung dieser Angebote und deren Qualität ein. Wir wollen auch weiterhin für die Berliner Familien eine verlässliche Anlaufstelle sein. Darum machen wir uns in der Familienpolitik stark. Unsere Angebote sollen finanziert sein und nicht auf den Kürzungslisten der Politik stehen.
Astrid Engeln
Leiterin des Arbeitsbereiches Kita und Ganztag im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Stellvertretende Vorständin der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen – Arbeitskreis Berlin - Brandenburg
Ansprechpartnerin
Astrid Engeln
Leiterin des Arbeitsbereiches Kita und Ganztag, Geschäftsführerin des VETK
Engeln.A@dwbo.de 030 82097152