Mobil und nachhaltiger unterwegs: Bewohnerinnen und Bewohner des Lindenhofs der Lafim-Diakonie lieben die neuen barrierefreien Fahrräder

Einfach mal losfahren. Spontan, flexibel und gemeinsam. Zwei neue Spezialfahrräder ermöglichen den Bewohnern des Lindenhofs der Lafim-Diakonie genau das – und eröffnen neue Wege im Alltag.

Neue Vehikel der Lafim-Diakonie: Paralleltandem und Rollstuhlfahrrad

Ein Eis in der Stadt, ein Einkauf im Nachbardorf oder eine gemeinsame Fahrradtour – für die Bewohner der Wohnstätte auf dem Lindenhof der Lafim-Diakonie in Roskow, Ortsteil Lünow, sind solche Ausflüge dank zweier neuer barrierefreier Fahrräder wieder möglich.

Insgesamt profitieren 45 Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung von dem neuen Mobilitätsangebot. Damit sie aktiv und nachhaltiger unterwegs sein können, gibt es speziell angepasste Fahrräder, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Auf dem Lindenhof stehen seit Kurzem dafür ein Paralleltandem und ein Rollstuhlfahrrad zur Verfügung. Sie ermöglichen mehr Teilhabe außerhalb der Einrichtung, Bewegung an der frischen Luft und gemeinsame Aktivitäten.

Alltag auf zwei Rädern

Aufgrund der ländlichen, zugleich stadtnahen Lage sind die beiden Fahrräder ein großer Gewinn für die Einrichtung, sagt Janina Kuhlmann, Hausleitung der besonderen Wohnform auf dem Lindenhof.

„Nach rund 12 Kilometern ist man in Brandenburg an der Havel. Die Fahrräder erweitern die Mobilitäts- und Freizeitmöglichkeiten unserer Bewohner deutlich“, so Janina Kuhlmann. Die neuen Fahrräder haben sich schnell im Alltag etabliert.

Einkaufsfahrten zum Bäcker im Nachbardorf, Ausflüge zum Gut nach Mötzow zum Spargelessen oder Eisessen in der Stadt gehören inzwischen dazu. „Das war schön. Ich habe Schokoeis gehabt und Patrick Vanilleeis“, erzählt Uwe Richter, der im Rollstuhl sitzt.

Mehr Teilhabe durch angepasste Technik

Früher seien viele Bewohner des Lindenhofs regelmäßig in Begleitung Fahrrad gefahren. Mit zunehmenden körperlichen Einschränkungen sei das in den vergangenen Jahren jedoch immer schwieriger geworden, erklärt das Team.

„Durch die neuen Fahrräder haben wir ein zusätzliches Angebot, das bei den Bewohnern sehr gut ankommt“, sagt Gruppenleiter Patrick Schulz, der auch den Förderantrag für die Räder bei Aktion Mensch gestellt hat.

„Wir haben uns die Modelle gemeinsam im Team angeschaut und gezielt nach unserem Bedarf ausgewählt.“ Durch die Räder ist wieder ein Stück mehr Teilhabe möglich, ergänzt Alexander Weyhe, Geschäftsführer der Lafim-Diakonie Fliedners.

Komfort und Sicherheit beim Rollstuhlfahrrad

Über die Neuanschaffung freut sich auch Edeltraud Zimmer. Die Bewohnerin hat bereits erste kleinere Touren mit Unterstützung eines Betreuers unternommen. „Die lassen sich leicht treten und man ist danach nicht so erschöpft“, sagt sie.

Beim Rollstuhlfahrrad bleibt die Person während der Fahrt im eigenen Rollstuhl sitzen. Eine kippbare Auffahrrampe und eine Seilwinde ermöglichen ein kraftsparendes Aufladen und sicheres Fixieren des Rollstuhls. Ein Hüftgurt sorgt für zusätzliche Sicherheit. „Und natürlich gehört auch der Fahrradhelm dazu“, sagt Patrick Schulz.

Hinter der Person im Rollstuhl sitzt der begleitende Fahrer und tritt in die Pedale. Eine stabile Fixierung sowie gefederte, mitlenkende Vorderräder sorgen für ein ruhiges Fahrverhalten.

Reichweite für spontane Touren

Die Handhabung der neuen Fahrräder sei alltagstauglich, sagt Janina Kuhlmann. „Die Räder sind stabil, übersichtlich aufgebaut und für den regelmäßigen Einsatz geeignet.“ Körbe bieten Platz für Einkäufe oder Gepäck. Zum Paralleltandem gehört außerdem ein Anhänger, der Platz für bis zu acht Wasserkästen bietet.

Eine elektrische Tretunterstützung erleichtert längere Strecken und Steigungen. Der Akku des Tandems reicht für etwa 80 Kilometer, der des Rollstuhlfahrrads für rund 60 Kilometer. Für beide Fahrzeuge stehen zusätzliche Reserveakkus zur Verfügung.

Nebeneinander fahren und ins Gespräch kommen

Das Paralleltandem ermöglicht es zwei Personen, nebeneinander zu sitzen und sich während der Fahrt auszutauschen. Zusätzlich kann ein Anhänger mit zwei weiteren Sitzplätzen und Tretvorrichtung angekoppelt werden.
„So können bis zu vier Personen gemeinsam unterwegs sein“, sagt Janina Kuhlmann.

Mit dem Frühling beginnt die Fahrradsaison. Geplant sind zwei bis drei Ausfahrten im Monat, berichtet Gruppenleiter Patrick Schulz. Mit den neuen Fahrrädern sind künftig auch längere Strecken geplant, etwa Fahrten auf dem Havelradweg oder Ausflüge in die Brandenburger Innenstadt.

„Ein großer Vorteil ist, dass die Bewohner nicht mehr auf Fahrdienste angewiesen sind und deutlich unabhängiger und nachhaltiger unterwegs sein können“, so Patrik Schulz.

Die Anschaffung der Fahrräder wurde durch die Aktion Mensch finanziert. Rund 40.000 Euro kosteten die beiden Spezialfahrräder inklusive Anhänger, Fahrradhelme, Sicherheitsschlösser und Zubehör.

Lafim-Diakonie

Die Lafim-Diakonie ist ein modernes diakonisches Unternehmen und Komplexträger von Einrichtungen und Diensten für Menschen im Alter, zur Teilhabe und für junge Menschen sowie mit dem Angebot von hauswirtschaftlichen Dienstleistungen.

Rund 3.200 Mitarbeitende leisten in über 30 Städten und Gemeinden jeden Tag Dienst am Menschen - damit ist die Lafim-Diakonie einer der größten diakonischen Arbeitgeber im Land Brandenburg und bildet ein weitverbreitetes Pflege- und Hilfsnetzwerk in der Region.

 

Kontakt:        

Sandra Vedam

Leitung Stabsstelle Unternehmenskommunikation

Tel: 0331 271 87 – 150         

Mobil: 0151 26618853         

E-Mail: svedam@lafim-diakonie.de

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