© Lafim-Diakonie

Ein einzigartiges Recyclingprojekt der Lafim-Diakonie in Nauen

Die Werkstatt in Nauen zeigt, wie Nachhaltigkeit und Menschlichkeit zusammenwirken

09.02.2026

Deutschlandweit einzigartig: So wird in der Werkstatt der Lafim-Diakonie in Nauen Nachhaltigkeit gelebt

Ramona Lerch schraubt ein E-Auto-Steuergerät auf.

Die Werkstatt der Lafim-Diakonie in Nauen wirkt auf den ersten Blick ruhig, doch hinter den Türen herrscht konzentrierte Betriebsamkeit. Rund 23 Beschäftigte sitzen an großen Tischen, Schraubendreher in der Hand, Kabel und Platinen vor sich. Hier wird nicht nur gearbeitet – hier wird Zukunft gestaltet.

"Wir sind die einzige Werkstatt deutschlandweit, die das Recycling in dieser Form macht“, sagt Abteilungsleiter Uwe Dossin. In der Robert-Bosch-Straße wird Nachhaltigkeit nicht gepredigt, sondern gelebt – Schraube für Schraube, Leiterplatte für Leiterplatte.

Industrieschrott wird zur Schatzkammer

Jede Woche rollt ein Lkw-Sattelzug mit Industrieschrott auf den Hof. Geliefert werden E-Auto-Steuergeräte aus ganz Deutschland, Kettensägen, Laptops und Lichterketten. Was anderswo auf dem Müll landet, wird hier zur wertvollen Ressource. Die Beschäftigten zerlegen den Schrott akribisch in seine Bestandteile.

Allein aus Automobilteilen entstehen pro Woche rund drei Tonnen wiederverwertbarer Rohstoffe. „Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können ganz genau zwischen Zink, Zinn, Nickel sowie gute und schlechte Leiterplatten unterscheiden “, erklärt Gruppenleiter Dirk Lendel.

Nach einer gewissen Einarbeitungszeit entwickeln die Mitarbeitenden ein geschultes Auge. „Die Fähigkeiten der Beschäftigten sind unglaublich – manche könnten ein Auto wieder zusammenbauen“, sagt Uwe Dossin.

Laptop-Recycling mit Verantwortung

Eine von den Expertinnen im Bereich Industriemontage ist Romana Lerch. Die 33-Jährige ist seit dem letzten Jahr in der Werkstatt bei der Lafim-Diakonie tätig. Ihre Aufgabe heute ist, E-Lade-Steuergeräte zu öffnen und auseinanderzubauen, um auch hier an die wertvollen Leiterplatten zu kommen.

Das ist gar nicht so einfach. Mit einem Bohrer verschafft sie sich Zugang ins Innere des Gehäuses. Da ist viel Fingerspitzengefühl gefragt. „Damit die Leiterplatten beim Rausschieben nicht wegbrechen“, erklärt sie. Im Nebenraum kümmert sich Celina Koch um die Laptops.

Sie ist auf Leiterplatten spezialisiert und hat mittlerweile ein gutes Händchen für diese Arbeit entwickelt, obwohl sie auch im Betrieb erst seit Anfang des Jahres ist. „Ich bin die Einzige aus der Gruppe, die das mega gerne auseinandernimmt.“ Im Schnitt schafft die 26-Jährige drei bis vier Geräte am Tag auseinanderzubauen. Dabei ist Sorgfalt und Vorsicht geboten. „Die Batterien dürfen wegen der Explosionsgefahr nicht in den Restmüll, sondern werden von mir mit Klebeband umwickelt und separat entsorgt.“

Vom Schrott zum Wertstoff

Dass die Kunden die Arbeit und die hohe Qualität der Werkstatt in Nauen schätzen, war ein Prozess und ist hart erarbeitet.

„Wir hatten ein Jahr Probearbeit bis der Kunde uns gesagt hat, dass wir den Auftrag bekommen“, sagt Uwe Dossin. Voraussetzung für die Akquise für die Großkunden war, dass die Werkstatt der Lafim-Diakonie in Nauen bestimmte Richtlinien erfüllt.

Werkstatt der Lafim-Diakonie: Mehr als Arbeit – ein Stück Familie

Für viele Beschäftigte sind Mitarbeitende und Gruppenleiter wie ein Familienersatz. Da geht es nicht nur um die Arbeit, sondern man hat auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Beschäftigten, sagt Uwe Dossin.

Neben der sinnvollen und wertvollen Arbeit in der Werkstatt in Nauen, die die Welt ein kleines Stück besser macht, freut sich Uwe Dossin auch, dass die Mitarbeitenden gerne kommen. „Die Leute wollen was Sinnvolles tun", so Dossin.

Der Industrieschrott wird bei der Lafim-Diakonie in seine einzelnen Rohstoffe getrennt und wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Nachhaltigkeit ist in Nauen nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebte Praxis. „Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu arbeiten", betont der Abteilungsleiter.

Lafim-Diakonie

Die Lafim-Diakonie ist ein modernes diakonisches Unternehmen und Komplexträger von Einrichtungen und Diensten für Menschen im Alter, zur Teilhabe und für junge Menschen sowie mit dem Angebot von hauswirtschaftlichen Dienstleistungen.

Rund 3.200 Mitarbeitende leisten in über 30 Städten und Gemeinden jeden Tag Dienst am Menschen - damit ist die Lafim-Diakonie einer der größten diakonischen Arbeitgeber im Land Brandenburg und bildet ein weitverbreitetes Pflege- und Hilfsnetzwerk in der Region.

 

Kontakt:        

Sandra Vedam

Leitung Stabsstelle Unternehmenskommunikation

Tel: 0331 271 87 – 150         

Mobil: 0151 26618853         

E-Mail: svedam@lafim-diakonie.de

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