Grün mit Herz: Die Baumschule in Nauen setzt Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Inklusion
07.01.2026
Grün mit Herz: Die Baumschule in Nauen setzt Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Inklusion
Die Baumschule in Nauen der Lafim-Diakonie ist ein Ort, an dem Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung Hand in Hand gehen. Doch die grüne Oase ist mehr als ein Gartenbetrieb – sie bietet Menschen mit Beeinträchtigung eine sinnvolle Aufgabe und schafft Perspektiven. Sie ist ein Beispiel dafür, wie ökologische Verantwortung und Integration zusammenwirken können.
Baumschule Nauen: Vom Wildwuchs zur grünen Oase
Früher ragten Brennnesseln und Disteln mannshoch empor. Heute leuchten sattgrüne Hecken in akkuraten Reihen. Die Luft riecht nach frischer Erde, während die Sonne über den Feldern liegt.
„Als wir das Gelände übernommen haben, war alles verwildert. Ich habe zwei Nächte darüber geschlafen, ob ich mir das antue“, erinnert sich Manuela Lendel. Die Gruppenleiterin hat sich dafür entschieden und bereut es bis heute nicht.
Die 62-Jährige arbeitet seit 1996 im Unternehmen und leitet seit zwölf Jahren die Baumschule im Galabereich. „Wir haben damals alles renoviert, aufgeräumt und neu strukturiert.“ Eine Investition, die sich gelohnt hat.
Heute erstreckt sich die Baumschule der Lafim-Diakonie in Markau, einem Ortsteil von Nauen, über eine zwei Hektar große Fläche – das ist etwa so groß wie drei Fußballfelder. Das Sortiment aus rund 7000 Pflanzen umfasst vor allem Heckenpflanzen wie Smaragd und Brabant, Hainbuchen und Eiben. „Eigentlich alles, was man für einen schönen Sichtschutz im Garten braucht“, so Lendel.
Nachhaltigkeit als Prinzip wird in Nauen gelebt
Zwischen den Pflanzen schlängeln sich in der Erde schwarze Tropfschläuche, die wie Adern das Wasser direkt zu den Wurzeln bringen. Chemie kommt hier nicht zum Einsatz. „Wir spritzen nicht, alles Unkraut wird per Hand beseitigt“, betont Lendel.
Die Baumschule setzt auf eine bodennahe Tropfbewässerung, die computergesteuert ist und dadurch bis zu 80 Prozent Wasser spart. „Das ist extrem effizient – und besser für die Pflanzen, weil sie von unten bewässert werden“, erklärt die Expertin.
Doch es gibt auch noch weitere Maßnahmen. Das Schnittgut wird kompostiert, die Erde gesiebt und wiederverwendet, für die Gartengeräte kommt Biosprit zum Einsatz oder sie werden mit Akkus betrieben. „Wir wollen umweltfreundlich arbeiten – das war für uns logisch“, sagt Lendel.
In der Baumschule stehen die Menschen im Mittelpunkt
Hier geht es nicht nur um Pflanzen, sondern um Perspektiven. Menschen mit Beeinträchtigung finden in der Baumschule der Lafim-Diakonie ihre Aufgaben, die sie stolz machen. „Und wir sind trotzdem günstig, weil wir nicht gewinnorientiert arbeiten.”
Insgesamt sind 17 Beschäftigte im Gala-Bereich tätig, davon arbeiten acht direkt in der Baumschule. Hinzu kommen acht Personen im Berufsbildungsbereich, die für zwei Jahre in alle Bereiche reinschnuppern können, bevor sie sich spezialisieren – und vor allem gut vorbereitet sind.
„Manche sind über die Lautstärke einer Heckenschere oder eines Rasenmähers erschrocken. Hier sind die von Anfang an gut integriert und wissen, was auf sie zukommt.“
Handarbeit und Präzision in der Baumschule der Lafim-Diakonie
Viele der Beschäftigten wollen an die frische Luft, nicht in überfüllte Räume – das ist ein wichtiger Aspekt, weiß Manuela Lendel. Die Arbeit ist anspruchsvoll, aber das Team unterstützt sich gegenseitig. „Die Leute kommen gerne zur Arbeit, weil sie sehen, was sie gemeinsam schaffen.“
Die Pflege der Pflanzen ist echte Handarbeit. „Formschnitt ist eine Kunst – das können nicht viele“, erklärt die Gartenexpertin. Maschinen stoßen bei diesen Arbeiten auch mal an ihre Grenzen: „Wir haben es mit Akku-Heckenscheren probiert, aber die Bäume stehen zu dicht.“
Auch beim Einpflanzen neuer Bäume ist Teamarbeit gefragt. „Das Feld wird vorbereitet, Schnüre gespannt, Löcher gegraben – und dann wird gemeinsam gepflanzt“, erzählt Nils Vogeley. „Mir gefällt die Arbeit sehr gut. Ich bin gerne draußen – bei Wind und Wetter“, sagt der 24-Jährige, der seit vier Jahren in der Baumschule tätig ist.
Schloss Bellevue: Ein bekannter Kunde der Baumschule in Nauen Prestige-Kunde
Die Arbeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Baumschule wird von den Kunden sehr wertgeschätzt, weiß die Gruppenleiterin. Und die Qualität der Arbeit spricht sich herum. Die Kunden der Baumschule bestehen aus Privatleuten, Firmen und öffentlichen Einrichtungen.
Die Baumschule in Nauen hat seit vielen Jahren einen treuen und vor allem sehr bekannten Kunden aus Berlin. „Wir dürfen Schloss Bellevue pflegen – bis hin zur Privatresidenz des Bundespräsidenten“, berichtet Manuela Lendel stolz.
Drei- bis viermal im Jahr fährt das Team der Baumschule der Lafim-Diakonie nach Berlin, um die Grünanlagen des Bundespräsidialamts zu betreuen. „Das ist jedes Mal eine große Anerkennung.”
Baumschule in Nauen: Ein Ort zum Wohlfühlen
Das Gebäude der Baumschule ist angemietet und wurde gemeinsam mit dem Vermieter instandgesetzt. Es bietet Küche, Schulungsräume, Garderoben und seit drei Jahren sogar Internet – dank eines Hybridanschlusses.
„Wir sind eine Rehabilitationseinrichtung. Arbeit ist hier Mittel zum Zweck – aber die Leute wollen arbeiten, weil es ihnen Spaß macht“, sagt Manuela Lendel. Die Baumschule in Nauen ist ein Beispiel dafür, wie ökologische Verantwortung und soziale Integration zusammenwirken können.
„Die Leute kommen alle gerne zur Arbeit, weil sie sehen, was sie gemeinsam schaffen“, ist sich Lendel sicher, die in den Jahren eine große Leidenschaft für diese Arbeit entwickelt hat. „Wenn ich nochmals zur Welt komme, dann werde ich Gärtnerin in Sanssouci", sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Lafim-Diakonie
Die Lafim-Diakonie ist ein modernes diakonisches Unternehmen und Komplexträger von Einrichtungen und Diensten für Menschen im Alter, zur Teilhabe und für junge Menschen sowie mit dem Angebot von hauswirtschaftlichen Dienstleistungen.
Rund 3.200 Mitarbeitende leisten in über 30 Städten und Gemeinden jeden Tag Dienst am Menschen - damit ist die Lafim-Diakonie einer der größten diakonischen Arbeitgeber im Land Brandenburg und bildet ein weitverbreitetes Pflege- und Hilfsnetzwerk in der Region.
Kontakt:
Sandra Vedam
Leitung Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Tel: 0331 271 87 – 150
Mobil: 0151 26618853
E-Mail: svedam@lafim-diakonie.de