Definition

Was ist Wohnungsnotfallhilfe?

Diakonische Einrichtungen und Dienste der Wohnungsnotfallhilfe bieten fachlich qualifizierte, differenzierte Anlaufstellen und ein gut vernetztes Hilfeangebot. Sie decken im Rahmen der Soforthilfe alltägliche Bedarfe wie Nahrung, Kleidung und medizinische Versorgung ab. Längerfristig angelegte Hilfsangebote sollen außerdem die Fähigkeiten und Stärken der Betroffenen fördern und zur dauerhaften Wiedereingliederung motivieren und befähigen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe spricht von einem Wohnungsnotfall, wenn ein Mensch

  • wohnungslos oder
  • von Wohnungslosigkeit bedroht ist oder
  • in unzumutbaren Wohnverhältnissen lebt.

Ein Mensch ist wohnungslos, wenn er nicht über mietvertraglich abgesicherten Wohnraum verfügt, also in Notunterkünften oder Wohnheimen lebt, bei Verwandten, Freunden und Bekannten vorübergehend unterkommt oder jede Unterkunft auf der Straße lebt.

Ein Mensch ist von Wohnungslosigkeit bedroht, wenn der Verlust der Wohnung unmittelbar bevorsteht, z. B. bei einer Kündigung des Mietverhältnisses, einer Räumungsklage oder beispielsweise bei einer konflikthaften Trennung.

Unzumutbare Wohnverhältnisse können zum Beispiel vorliegen, wenn der Wohnraum für die Anzahl der dort lebenden Personen viel zu klein ist oder keine Toilette vorhanden ist.

Nach Schätzungen der Diakonie sind in Berlin ca. 20.000 Menschen wohnungslos, also ohne mietvertraglich abgesicherten Wohnraum, und ca. 3.000 bis 6.000 Menschen leben ohne jede Unterkunft auf der Straße. Im Land Brandenburg werden weder Lebenslagen noch belastbare Zahlen zu Wohnungsnotfällen erhoben.