Vernetzung und Koordination wichtig für gut funktionierende Hospiz- und Palliativarbeit

Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz MdB, Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, diskutierte auf Einladung der Paul Gerhardt Diakonie (PGD) und der Frauen Union (FU) mit Vertretern aus den Fachverbänden und der Praxis zum Stand des Hospiz- und Palliativgesetzes. 

Experten diskutieren vor Publikum zum Thema Hospiz- und Palliativarbeit
Annette Widmann-Mauz MdB, Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, diskutierte mit Experten zum Stand des Hospiz- und Palliativgesetzes.
12.07.2017

Ende 2015 wurde das Hospiz- und Palliativgesetz vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Wie wurde es bisher von politischer Seite umgesetzt und welche Probleme werden in der Praxis sichtbar? Annette Widmann-Mauz MdB, Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, diskutierte auf Einladung der Paul Gerhardt Diakonie (PGD) und der Frauen Union (FU) darüber am 11. Juli 2017 gemeinsam mit Vertretern aus den Fachverbänden und der Praxis. „Egal, wo Menschen versterben – wir haben die Aufgabe, ihnen ihre Ängste zu nehmen und Schmerzen zu lindern“, so Staatssekretärin Widmann-Mauz im Tagungszentrum des Martin-Luther-Krankenhauses.

Zu den Diskutierenden gehörten neben Staatssekretärin Widmann-Mauz Benno Bolze, Geschäftsführer des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV), Heiner Melching, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Dr. Achim Rieger, niedergelassener Internist und Palliativmediziner mit dem Schwerpunkt der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), und Dr. Karin Barnard, Leiterin der Fachgruppe Palliativmedizin der PGD. Einig waren sich alle über die positive Entwicklung durch die Verabschiedung und Umsetzung des Hospiz- und Palliativgesetzes. „Das Gesetz wurde vom Entwurf bis hin zur zweiten Lesung im Bundestag in enger Abstimmung mit den relevanten Fachverbänden erarbeitet und am Ende parteiübergreifend im Konsens verabschiedet“, so Staatssekretärin Widmann-Mauz. Für die Praxis kristallisierte sich im Laufe des Gesprächs ein weiterer besonders wichtiger Punkt heraus: Vernetzung und Koordination der verschiedenen Akteure einer palliativen Versorgungskette sind wichtig für eine gut funktionierende Hospiz- und Palliativarbeit. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, häusliche Pflege, niedergelassene Ärzte, stationäre und ambulante Hospize müssten strukturiert kommunizieren, um die gute Arbeit jedes einzelnen Akteurs zu einer umfassenden Hilfe für den Patienten mit lebenslimitierender Erkrankung zusammenzufügen. So könne es nicht sein, dass an einem Freitagnachmittag ein Arztbrief zur Übertragung der palliativen Betreuung eines Patienten in einer Praxis ankommt, auf dem es keine Kontaktdaten des Patienten gibt. In dem Zusammenhang fiel auch das Stichwort E-Health ­– digitale Kommunikation könne die Zusammenarbeit vereinfachen.

Die Paul Gerhardt Diakonie ist mit ihrem Modellprojekt des Palliativbeauftragten bereits einen großen Schritt in Richtung Vernetzung gegangen. „Der Palliativbeauftrage ist als Motor gedacht, der die Palliativarbeit im Krankenhaus vorantreibt und nach innen und außen vernetzt“, so Dr. Barnard. Zur Paul Gerhardt Diakonie gehören neben acht Krankenhäusern auch sieben Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen, ein Hospiz und ein ambulanter Hospizdienst.