Milieugestaltung im Haus Hanna

Der Wohnbereich für Menschen mit Demenz wird im Haus Hanna neu gestaltet und noch stärker mit allen Sinnen erlebbar.

v.l.n.r. Heike Kneisel, Marleen Weidner, Heike Dähn
06.06.2019

Heike Dähn hat die Neugestaltung des Wohnbereichs I im Haus Hanna in Letschin angeregt. Dieser spezielle Wohnbereich gibt 19 Menschen mit Demenz ein Zuhause. Als Gerontopsychiatrische Pflegefachkraft weiß Heike Dähn, was ihnen im Alltag hilft.

Milieugestaltung bedeutet dabei die Anpassung des Wohnbereiches an die krankheitsbedingten Veränderungen der Wahrnehmung und Kompetenzen der Bewohnerinnen und Bewohner. Durch zusätzliche tagesstrukturierende Elemente wird Menschen mit Demenz geholfen, sich in Alltagssituationen besser zurechtzufinden. „Unser Ziel ist die Erhaltung und Förderung der Selbstständigkeit bei gleichzeitiger Vermittlung von Sicherheit, Geborgenheit und Selbstwertgefühl“, erklärt Heike Dähn.

Es gibt im Wohnbereich I einen großen zentralen Aufenthaltsraum mit Küchenzeile für gemeinsame Mahlzeiten und Gruppenangebote. Der Wohnzimmerbereich ist wohnlich eingerichtet. Für Anregung und Abwechslung sorgen Gegenstände mit Erinnerungswert, zum Beispiel ein Schaukelstuhl. Orientierungshilfen geben außerdem Dauerkalender aus Holz und Jahreszeitenschmuck, den die Bewohner selbst anfertigen.

Der Flur, der den Aufenthaltsbereich mit dem Wohnzimmerbereich verbindet, wurde bereits angepasst: „Die Wände wurden zu Fühlwänden umgestaltet. Wir haben zum Beispiel Felder mit Baumrinde und Tannenzapfen angebracht“, erklärt Dähn.
Die situativen Beschäftigungs- und Aktivierungsangebote wie zum Beispiel Singen, Bewegungsspiele, Vorlesen und Erzählrunden geben den Bewohnerinnen und Bewohnern Halt in der Tagesstruktur.

Dazu zählt auch die Arbeit im Garten rund um das Haus. Neben dem Terrassenbereich sind zwei Hochbeete mit Kräutern angelegt. Die Kräuter werden zum einen in der Küche zum Kochen verwendet und zum anderen getrocknet und in Gläser gefüllt, um nach der Ernte mit allen Sinnen erfahrbar zu bleiben.

Die Sinne sollen auch in dem neu entstehenden Sinnesgarten aktiviert werden, der im kommenden Jahr eingerichtet wird. Die Künstlerin Karola Wirth aus Klein Neuendorf fertigt dafür fünf farbenfrohe Spürsteine an, die zum Anfassen und Erkunden animieren. Auch ein Fußfühlpfad, der auch mit dem Rollstuhl zugänglich ist, wird errichtet.

„Ohne das außerordentliche Engagement der Mitarbeitenden wären solche Projekte nicht zu realisieren. Wir sind auch sehr dankbar für die tolle und unkomplizierte Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkern, Künstlern und der Gemeinde“, sagt Schwester Ines Holeschak, Einrichtungs- und Pflegedienstleitung vom Haus Hanna.

Das Haus Hanna gehört zum Unternehmensverbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin mit mehr als 2.300 Mitarbeitenden.

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