„Hospize sind ein Teil des Lebens“ - 20 Jahre Stationäres Lazarus Hospiz

Am 1.April feierte das Stationäre Lazarus Hospiz in der Bernauer Straße 115 in Berlin-Mitte sein 20-jähriges Jubiläum. Es eröffnete als zweites Stationäres Hospiz in Berlin.

Hospizleiterin Anette Adam: "Das Lebensende ist immer eine besondere Zeit, und diese begleitet unser Team durch alle Höhen und Tiefen mit Wertschätzung und Sorgfalt auf wunderbare Weise."
02.04.2019

Schon 1992 schrieb die Oberin der Diakonissenschwesternschaft der Lazarus Diakonie, Schwester Christa Heckel, in dem Freundesbrief: “Ein stationäres Hospiz muss her.“ Und weiter: “Bisher kümmern sich viel zu wenig Menschen um die Sterbenden“, stellt sie fest. Das Lazarus-Haus sei eine gute Stätte zur Aufnahme einer Hospiz-Station.

Doch bis es soweit war, sollte es noch sieben Jahre dauern. Damals war die Hospizarbeit Neuland und brauchte Pioniere. Christa Lechner und Pfarrer Wolfgang Weiß waren die Wegbereiter. Sie begannen die Erfahrungen, die sie zuvor in England gesammelt hatten, in Berlin umzusetzen. England galt und gilt bis heute als das Mutterland der Hospizarbeit.

In diesen 20 Jahren begleiteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizes 3000 Hospizgäste und ihre Angehörige im letzten Abschnitt des Lebens. Im Jubiläumsjahr soll die grundlegende Modernisierung des Hospizes starten, um insbesondere die Sanitäreinrichtungen durchgängig rollstuhlgerecht zu gestalten. Darüber informierte Geschäftsführer der Hoffnungstaler Stiftung, Martin Wulff. Für ihn ist: „Sterben ist ein Teil des Lebens.“ Das lehren die Hospize, und das lehren die Menschen, die ihre letzten Tage und Wochen im Lazarus Hospiz verbringen.

Diese Vielfalt ist eindrucksvoll im Jubiläumsband „Hospizgeschichten aus 20 Jahren“ nachzulesen. Hospizleiterin Anette Adam präsentierte die Sammlung von 40 Geschichten. „Tag für Tag ergeben sich sehr intensive und berührende Kontakte. Wenn Sie darin lesen, dann werden Sie etwas spüren, wie aus der Vielfalt der Mitarbeitenden ein besonderes Ganzes entsteht.“

Wie ein roter Faden zogen sich Respekt, Anerkennung und Wertschätzung durch die Grußworte. So sagte der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte Stephan von Dassel: „Wir brauchen Sie und Ihre Zuwendung, Ihre Nächstenliebe und Wärme. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken. Ihre Wärme bedeutet einen wichtigen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Wir brauchen Sie sehr.“ 

Christine Rieffel-Braune, Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, überbrachte die Grüße des Stiftungsverbundes. Sie betonte, dass bereits seit den 1990er Jahren sich Bethel in der Hospizarbeit engagiert. Dadurch habe es viele Impulse hinein in die Gesellschaft und in die Arbeitsbereiche gegeben.

Dr. Christina Fuhrmann verband die Grüße der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit dem Wunsch: „Ich wünsche mir, dass das Hospiz immer von sich reden macht und Sie sich nicht verstecken. dass Sie sich immer wieder öffnen, so wie Sie es auch heute tun.“

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