Fünf Fragen: Antisemitismus-Beauftragter Felix Klein im Interview mit dem Rogate-Kloster

Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, Dr. Felix Klein, hat das Engagement der Kirchen und Christen im Kampf gegen "aktuellen und historischen Antisemitismus" gewürdigt.

02.07.2021

"Nach der Shoah haben sich die evangelische und katholische Kirche deutlich davon distanziert und ihre Schuld bekannt. Die Aufarbeitung des historischen Antisemitismus in der Kirche ist jedoch noch nicht abgeschlossen,“ so Klein Im Interviewformat „Fünf Fragen“ des ökumenischen Rogate-Klosters (Berlin).  "Ein Beispiel ist die heute noch bestehende Benennung einiger Kirchen nach erwiesenen Judenfeinden, unter anderem die Pfarrkirche St. Johann von Capistran in München. Diese Namenspatronate sollten noch stärker problematisiert und Gegenstand einer breiten, offenen Debatte werden." Die Kirchen nähmen ihre Verantwortung dennoch auch im Hinblick auf den aktuellen Antisemitismus ernst. "Die Verdeutlichung von Gemeinsamkeiten und die Stärkung des christlich-jüdischen Dialogs sollte in diesem Sinne auch künftig weit oben auf der kirchlichen Agenda stehen.“ so der Jurist und ausgebildete Diplomat.

Die positive "Wahrnehmung und Wertschätzung jüdischer Kultur, Religion und jüdischen Alltags“ führe zum gesellschaftlichen Schutz jüdischen Lebens in Deutschland, so Klein. Die Haltung und das Engagement jeder und jedes Einzelnen sei im Hinblick auf den Schutz jüdischen Lebens von größter Bedeutung. Es gäbe viele Möglichkeiten, sich einzubringen.

Das Rogate-Kloster veröffentlich seit 2014 „Fünf Fragen“-Interviews zu Themen wie Menschenrechte, Situation von Minderheiten, Wissenschaft und politischen Auseinandersetzungen. Manuela Schwesig, Wilfried Kretschmann, Heiko Mass und Erzbischof Heiner Koch waren unter anderem Gesprächspartner.

Das interview finden Sie aktuell hier: Rogatekloster.de