Evangelisches Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow nimmt am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) teil

Seit Mai 2017 beteiligt sich das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Ziel des Registers ist es, die Qualität der endoprothetischen Versorgung der Patienten zu verbessern.

03.08.2017

In Deutschland vorgenommene endoprothetische Eingriffe an Hüfte und Knie werden seit November 2012 durch das EPRD erfasst. In seinem Jahresbericht 2015 hat das EPRD erstmals einen Vergleich mit den Ergebnissen ausgewählter anderer weltweit existierender Endoprothesenregister vorgenommen. Hierfür wurden Register aus Schweden, Großbritannien, Australien, den Niederlanden, den USA und der Schweiz im Hinblick auf verschiedene Merkmale untersucht, um sowohl internationale Gemeinsamkeiten als auch nationale Eigenheiten zu ermitteln. Ziel ist es, mehr über Wechselgründe zu erfahren und die Anzahl unnötiger Wechseloperationen zu senken.

Der Einsatz von jährlich mehr als 400.000 künstlichen Hüft- und Kniegelenken gehört zu den häufigsten Operationen in Deutschland. Gleichzeitig sind jährlich knapp 42.000 Wechseloperationen erforderlich. Das heißt, dass die Prothese etwa wegen eines Infektes, einer Lockerung oder eines Versagens (Bruch) entfernt und durch eine neue ersetzt werden muss. Im Laufe der Zeit kommt es bei jeder Prothese aus verschiedenen, auch nicht beeinflussbaren, Gründen zu einer Wechseloperation. Dieser Zeitraum sollte möglichst mehr als 15 bis 20 Jahre betragen. Durch die Erhebung der Daten durch das EPRD sollen nun Gründe gefunden werden, die ursächlich für einen frühzeitigen Wechsel verantwortlich sind. So können zum Beispiel bestimmte Prothesendesigns, Operationstechniken oder Behandlungsalgorithmen optimiert werden.

Inzwischen beteiligen sich mehr als 740 Krankenhäuser an dem Register, d.h. mehr als die Hälfte aller Kliniken in Deutschland, die Knie- oder Hüftendoprothesen implantieren. Damit wurden seit Beginn der Erfassung 2012 mehr als 500.000 Operationen registriert (ca. 283.000 der Hüfte und 221.000 des Knies). Je höher der Anteil der erfassten Prothesenimplantationen ist, desto besser können Aussagen zu Problemen und Problemlösungen getroffen und damit die Qualität der Patientenversorgung verbessert werden.

Die Erfassung der Daten erfolgt in Ludwigsfelde mit den erforderlichen Personendaten und dem schriftlichen Einverständnis des Patienten, die Weitergabe der Daten erfolgt anonymisiert. Die Teilnahme an dem Register ist für jeden Patienten freiwillig. Eine einmal gegebene Einwilligung ist jederzeit widerrufbar. Der Datenschutz wird über den gesamten Prozess gewährleistet. Da alle Daten nur pseudonymisiert weiter versandt werden, ist es keinem Mitarbeiter des EPRD möglich, die persönlichen Daten des Patienten mit den Operationsdaten in Verbindung zu bringen. Nur der Patient selbst kann über das Krankenhaus seine Daten abfragen lassen und erhält diese in einem verschlossenen Umschlag.