Connected: Durch Schul-Lockdown hat das Diakonische Bildungszentrum der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal digital einen großen Sprung nach vorne gemacht

Seit letzter Woche findet nach langer Pause der Unterricht in den Klassenräumen in Lobetal und an der Pflegeschule am Standort Bernau der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal wieder statt.

Das Diakonische Bildungszentrum Lobetal verfügt seit 2017 über eine hervorragende Infrastruktur für den digitalen Unterricht. Die Schule kam deshalb gut durch den Schul-Lockdown und konnte seine Infrastruktur optimieren.
12.05.2020

Endlich wieder Leben in der Bude“, freuen sich die Schülerinnen und Schüler am Diakonischen Bildungszentrum Lobetal. Seit dieser Woche findet nach langer Pause der Unterricht in den Klassenräumen in Lobetal und an der Pflegeschule am Standort Bernau statt. Damit wurde nach sieben Wochen „Schul-Lockdown“ der stufenweise Wiedereinstieg in den Präsenzunterricht gestartet.

Bereits eine Woche zuvor waren die Abschlussklassen zur Prüfungsvorbereitung vor Ort. Der Alltag sieht nun so aus, dass sich die Schülerinnen und Schüler, zunächst im 14-tägigen Wechsel mit der Hälfte der jeweiligen Klassen, auf das ganze Gelände in Lobetal verteilt haben, um Abstand zu halten. In der Pflegeschule in Bernau erfolgt der Unterricht mit je halben Klassen im täglichen Wechsel. Und: Die digitale Technik hilft sehr.

„Wir waren trotz allem gut vorbereitet auf die Schließung unserer Schulen“, berichtet Schulleiter Dr. Johannes Plümpe. „Wir verfügen seit 2017 über eine hervorragende Infrastruktur für den digitalen Unterricht.“ Damals wurde die Schule modernisiert und zu einem digitalen Lernort gestaltet. Server, Datenleitungen mit hoher Bandbreite und eine Schulcloud wurden etabliert. Das ermöglicht, dass Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer orts- und zeitunabhängig auf digitale Lehr- und Lernangebote zugreifen können. Im Dezember 2019 wurden zusätzlich alle Lehrpersonen mit leistungsfähigen Dienstlaptops ausgestattet.

„Als der Lockdown verordnet wurde, konnten wir auf einem hohen Niveau unsere digitalen Möglichkeiten weiterentwickeln und sofort mit dem digitalen Unterricht starten“, erläutert Dr. Plümpe. Mit Adobe Connect wurde eine weitere Software eingeführt, die digitale Klassenzimmer, Webinare und Online-Konferenzen ermöglicht.

Die Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schülern sei sehr hoch. Auch die Dozentinnen und Dozenten haben schnell die Stärken dieser Technik erkannt und für sich genutzt. Das Team unterstützt sich sowie die Schülerinnen und Schüler mit kollegialer Beratung und selbst erstellten Erklärvideos. Es war gleichzeitig möglich, Lernstoff zu vermitteln und den Lernprozess über Chats zu moderieren, all dies videogestützt und interaktiv.

„Durch die Lockdown-Situation haben digital einen großen Sprung nach vorne gemacht.“ Das werde auch nach Corona-Zeiten weiterentwickelt und genutzt. Bspw. kann dadurch mit Schülerinnen und Schülern und Praxisstellten kommuniziert werden. Bei der Bearbeitung und Erörterung von Facharbeiten sowie in der Teilzeitausbildung sei diese Technik eine moderne Ergänzung der bisherigen Lern- und Kommunikationsformen. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Agentur Fort- und Weiterbildung, die Mitarbeiterfortbildungen anbietet und deutlich vernetzter arbeiten kann.

Trotz bester Infrastruktur: Durch die Schließung und den geteilten Unterricht gibt es Auswirkungen wie Verzögerungen bei der Stoffvermittlung. Nun wird an Konzepten gearbeitet, wie Lerninhalte aufgeholt werden und die Stoffvermittlung so gezielt erfolgt, dass alle Schülerinnen und Schüler die angestrebten Kompetenzen erreichen. „Das Curriculum muss erfüllt werden. Deshalb überlegen wir derzeit, wie wir einen guten Mix von Präsenzphasen und Homeschooling hinbekommen und effizient gestalten“, erklärt Dr. Johannes Plümpe die Herausforderung.

Ein Hindernis ist außerdem, dass nicht alle Regionen mit einer guten digitalen Bandbreite ausgestattet sind. Schülerinnen und Schüler aus eher strukturarmen Regionen haben mit einem instabilen Netz zu kämpfen.

Annett Nöthlings, Mitglied der Schulleitung, weiß darum und spricht den Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen aus der Seele: „Persönlichen Kontakt kann keine noch so tolle Technik ersetzen. Die Schülerinnen und Schüler waren wieder happy, hier zu sein.“ Vor allem war der Tapetenwechsel für diejenigen, die eine Teilzeitausbildung absolvieren, wie eine Befreiung. Für diese, aber auch für die Lehrpersonen war die Zeit besonders herausfordernd im Dreieck zwischen Kinderbetreuung, Arbeit und Homeschooling.

Weitere Informationen zu: