Bundesminister Giffey und Heil stellen Starke-Familien-Gesetz im Immanuel Beratungszentrum Marzahn vor

Die Bundesfamilienministerin und der Bundesarbeitsminister stellten das Starke-Familien-Gesetz vor bei einem Vor-Ort-Termin im Immanuel Beratungszentrum Marzahn vor und tauschten sich über die konkrete Umsetzung mit Familien, Alleinerziehenden und Beraterinnen aus. Diese begrüßten die Vereinfachungen beim Kinderzuschlag, fordern aber weitere Entbürokratisierung und eine bessere personelle Ausstattung von Beratungsstellen.

V.l.n.r.: Hubertus Heil, Franziska Giffey, Bezirksfamilienstadtrat Gordon Lemm, Einrichtungsleiterin Anne-Kathrin Hoelzmann, Geschäftsführer Beratung + Leben Andreas Mende.
12.04.2019

Unter großer Medienbegleitung haben Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil am 11. April das Immanuel Beratungszentrum Marzahn besucht, um das Starke-Familien-Gesetz vorzustellen. Anlass des Besuchs war die Bundesratsabstimmung über das Gesetz am 12. April. Zur konkreten Umsetzung beim Kinderzuschlag sowie beim Bildungs- und Teilhabepaket tauschten sie sich vor Ort mit Alleinerziehenden, Familien sowie Schwangeren- und Familienberaterinnen aus.

Giffey und Heil erläuterten anhand eines Puzzles, wie das neue Gesetz Anträge auf Kindergeldzuschlag sowie auf Förderung für Nachhilfe, Schulessen, Klassenreisen, Schulstarterpaket und andere Bildungs- und Teilhabemaßnahmen vereinfachen und den Kreis der Empfangsberechtigten erweitern soll. Eine der größten Herausforderungen sei es, die Zielgruppe zu erreichen und bekannter zu machen, auf welche staatlichen Hilfen Eltern und Kinder Anspruch haben. „Dafür brauchen wir Beratungszentren wie Ihres. Wir sind sehr dankbar für die professionelle Unterstützung, die Sie Familien geben. Auch Ihre Arbeit soll das neue Gesetz einfacher machen“, sagte Hubertus Heil.

Forderung nach besserer Ausstattung für Beratungszentren

Die alleinerziehenden Mütter und Familien zeigten sich erfreut über die Vereinfachungen und darüber, dass auch Alleinerziehende, die Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss erhalten, ab 1. Juli Anspruch auf Kinderzuschlag geltend können. Sie waren dankbar, dass sich die Ministerin und der Minister Zeit nahmen, um sich ihre Anliegen anzuhören. Sie berichteten aber auch von mangelnder Beratung in den Jobcentern, von hohen bürokratischen Hürden, einander widersprechenden Gesetzeslagen beim Kinderzuschlag und beim Arbeitslosengeld II sowie von fehlendem Zugang zu Informationen.

„Marzahn-Hellersdorf hat den höchsten Anteil von Alleinerziehenden in Berlin. Viele sind sehr junge Mütter, die oft am Rande ihrer Kraft sind und keine zusätzliche Energie haben, sich um Anträge zu kümmern – selbst wenn diese nun wesentlich vereinfacht sind. Viele Eltern wissen nicht, welche staatlichen Hilfen ihnen zustehen oder wo sie Beratung erhalten“, sagte Anne-Kathrin Hoelzmann, Leiterin des Immanuel Beratungszentrums Marzahn. „Aus unserer Sicht ist es deshalb dringend erforderlich, dass die Politik Schwangerenberatungsstellen langfristig personell und finanziell besser ausstattet, damit wir unsere Beratungsangebote besser bewerben und die Zielgruppe noch besser unterstützen können, um Kinderarmut entgegenzuwirken.“

Bürokratische Hürden weiter abbauen

Franziska Giffey erklärte: „Die Eltern heute im Gespräch haben auch von manchen Hürden berichtet, die ihnen bei der Beantragung des Kinderzuschlags oder den Leistungen für Bildung und Teilhabe im Wege stehen. Diese Hürden wollen wir abbauen. Wichtig ist, dass die Beantragung des Kinderzuschlags so einfach wie möglich wird.“

Andreas Mende, Geschäftsführer von Immanuel Beratung, dem Träger des Immanuel Beratungszentrums Marzahn bedankte sich für den Besuch: „Wir freuen uns über diesen guten und ehrlichen Austausch und danken vor allem den Eltern, die sich heute Zeit genommen haben, von ihrer Situation, ihren Erfahrungen und ihrem Alltag zu berichten. Wir wünschen uns sehr, dass das Leben vieler Familien durch das Starke-Familien-Gesetz entlastet wird.“

Das Immanuel Beratungszentrum Marzahn hält ein besonders vielfältiges Beratungsangebot vor. Familien werden unter einem Dach effizient und ressourcenorientiert zu unterschiedlichsten Belangen beraten. Zum Angebot gehören Schwangerenberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung, Erziehungs- und Familienberatung sowie Migrationsberatung, Sozialberatung und Wohnhilfen. Kinderzuschlag und das Bildungs- und Teilhabepaket sind zentrale Bausteine in der Beratung. Wer Fragen zum Starke-Familien-Gesetz hat, kann sich kostenlos an das Immanuel Beratungszentrum Marzahn (Telefon 030 935 20 63) oder an einen der 20 Standorte von Immanuel.Beratung in Berlin und Brandenburg wenden https://beratung.immanuel.de/.

Weitere Statements mit Lob und Kritik für das Starke-Familien-Gesetz aus Beraterinnensicht lesen Sie hier in der Pressemitteilung.

Ein Video vom Besuch können Sie hier auf der Internetseite des Bundesarbeitsministeriums sehen.

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