Bethels Gedächtnis in Berlin angekommen

Die Rauminstallation ist anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der v. Bodelschwinghschen Stiftung im Kesselhaus des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge zu sehen.

Ausstellungseröffnung Bethels Gedächtnis
Seit 31. August ist diese Ausstellung "Bethels Gedächtnis" anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der v. Bodelschwinghschen Stiftung es im Kesselhaus des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge zu sehen.
12.09.2017

Der Ausstellungsraum im Kesselhaus könnte auch das Revier einer Riesenspinne sein. Fäden durchkreuzen den Raum. In den Netzen haben sich Gegenstände verfangen. Doch es ist anders. Die Installation „Bethels Gedächtnis“ im Kesselhaus des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (Herzbergstr. 79, Haus 29 ,10365 Berlin) soll Assoziationen wecken, die an die Nervenzellen unseres Gehirns erinnern.  Denn: Biologisch betrachtet sind die Hauptakteure beim Gedächtnis über 100 Milliarden Nervenzellen. Diese kommunizieren über eine Abfolge elektrischer Impulse und Botenstoffe so miteinander, dass unsere Erinnerungen vor dem geistigen Auge wieder als das ursprüngliche Bild erscheinen.

Genau das möchten die Macher der Ausstellung zum Ausdruck bringen. Faden um Faden werden in der begehbaren Rauminstallation verschiedene Geschichten, Erinnerungen, Personen, persönliche Objekte, Arbeits- und Lebensorte miteinander zu einem Gedächtnis verwoben: Da treffen der Blattspinat einer Seelsorgerin, das Fahrtenbuch eines Geschäftsführers, das Fotoalbum einer 104jährigen Diakonisse, die Techno-CD-Sammlung eines Bewohners oder die Stoffgiraffe eines Hospizpatienten zusammen. 

Für die Rauminstallation zum Lesen, Hören und Sehen wurden rund 140 Menschen interviewt, die über ihre Erfahrungen und Begegnungen mit Bethel berichten. Darunter sind Nutzer, Mitarbeitende, klassische „Bethelkinder“, aber auch die Frau aus der Pizzeria von nebenan. Die einzelnen Objekte, Erinnerungen, Geschichten und Portraits sind durch Fäden zu einer begehbaren Einheit – zu einem Gedächtnis – miteinander verbunden. „Bethels Gedächtnis“ ist ein interdisziplinäres Projekt der Theaterwerkstatt Bethel mit dem Künstlerhaus Lydda in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bethel-Standorten und ausländischen Partnern in Indonesien und Tansania.

Pastorin Friederike Winter, Geschäftsführerin der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, blickte in ihrem Grußwort auf das Leben und die Geschichte Bethels, auf das Ziel und die Idee, die mit dieser Geschichte verbunden ist. Auch Lobetal sei Teil des Gedächtnisses von Bethel und in der Ausstellung präsent.

Seit 31. August ist diese Ausstellung anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der v. Bodelschwinghschen Stiftung es im Kesselhaus des Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge zu sehen. Eröffnet wurde die Ausstellung am Tag des Offenen Denkmals am 10. September. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. September zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag von 14-16 Uhr und Donnerstag von 14-18 Uhr. Der Eintritt ist fre

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