Auf nach Rheinsberg – auch Pflegebedürftige sind reiselustig

Die Pflegeeinrichtungen Immanuel Haus am Kalksee in Rüdersdorf und Immanuel Seniorenzentrum Kläre Weist in Petershagen gehen regelmäßig mit ihren Tagesgästen und Bewohnern auf Reisen – auch, wenn sie im Rollstuhl sitzen oder einen Rollator brauchen. Im Oktober fuhr eine Gruppe nach Rheinsberg zum berühmten Keramikmarkt. Schlossbesichtigung, Keramikwerkstatt, Orgelkonzert und auch Kegeln standen auf dem Programm. Mitreisen durften auch Angehörige, Bewohner anderer Einrichtungen und interessierte Nachbarn.

Die Immanuel-Reisegruppe beim Besuch auf Schloss Rheinsberg
01.11.2017

Für die Immanuel Pflegeeinrichtungen in Rüdersdorf und Petershagen sind Rollstühle, Rollatoren und Pflegebedürftigkeit kein Grund, auf erlebnisreiche Reisen für Bewohner und Gäste zu verzichten. „Sie sollen so wie gesunde Menschen auch, die Möglichkeit haben, etwas von der Welt zu entdecken, wiederzuentdecken und kulturelle Angebote zu genießen, wenn sie dazu gesundheitlich in der Lage sind“, sagt Leiterin Anja Arnoldt. Darum begab sich eine Reisegruppe aus dem Immanuel Haus am Kalksee und dem Immanuel Seniorenzentrum Kläre Weist Mitte Oktober auf eine viertägige Fahrt nach Rheinsberg. Erst im Juni hatte es eine Reise nach Waren gegeben.

Das Pflegeteam scheute dabei nicht die zusätzlichen Strapazen einer mehrtägigen Reise mit einer großen Gruppe pflegebedürftiger Menschen. „Die Teilnehmer sind glücklich, dass wir diese Reisen machen. Wenn sich jemand bedankt und sagt, er hätte nicht gedacht, in diesem Leben noch eine Dampferfahrt, ein Konzert oder etwas anderes Besonderes zu erleben, ist das ein großer Gänsehautmoment für mich“, sagt Andrea Bendix, stellvertretende Pflegedienstleiterin.

Rheinsberger Keramikmarkt, Konzert, Schlossführung und Kegeln

Am 15. Oktober machten sich 46 Personen auf den Weg nach Rheinsberg, mit Unterkunft im rollstuhlgerechten Haus Rheinsberg. Mit von der Partie waren nicht nur zu Pflegende und ihre Pflegekräfte, sondern auch Angehörige und andere Interessierte. Es gab 11 Rollstuhlfahrer und viele Pflegebedürftige an Rollatoren.

Erste Station war der berühmte jährliche Rheinsberger Keramikmarkt. Abends ging es ins Orgelkonzert in der Sankt Laurentiuskirche. Am nächsten Tag schaute sich die Gruppe bei einer Führung durch die Keramikmanufaktur Dornbusch an, wie die schönen Stücke auf dem Markt entstanden. Jeder konnte sich selbst in der Bemalung einer Tasse probieren, die für ihn gebrannt wurde und die er als Erinnerungsstück mit in den Alltag in die Pflegeeinrichtung nehmen konnte. Bei der anschließenden Kremserfahrt genossen die Teilnehmer die Landschaft und erholten sich etwas.

Mit Liebe umsorgt

Auch der dritte Reisetag war mit einer Führung durch das Schloss Rheinsberg, einem Stadtbummel und einem Kegelabend erlebnisreich. „Man war im Schloss auf die größere Gruppe von Rollstuhlfahrern sehr gut vorbereitet, Audioguides übernahmen die Schlossführung auf allen Etagen“, berichtet Anja Arnoldt. Die Kegelbahn am Abend hatte eine extra Holzvorrichtung für Rollis, von der aus sich die Kugeln gut rollen ließen.

Nach diesen intensiven Tagen ging es am 18. Oktober erschöpft und zufrieden zurück nach Rüdersdorf und Petershagen. Fazit der Reise: „Anstrengend und sehr schön!“, sagt Andrea Bendix. Ein Mitreisender aus einer anderen Pflegeeinrichtung bedankte sich mit einem Brief für „die wunderbaren und erlebnisreichen Tage in Rheinsberg, die Sie und Ihr Team organisiert und gestaltet haben“. Und weiter: „Die organisatorische und gestalterische Perfektion lie0 für uns ,Bedürftige' keine Wünsche offen. Wir wurden mit Liebe umsorgt unter hohem persönliche Einsatz für unser Wohl“, schrieb der alte Herr.

Im Mai 2018 steht die nächste Reise an. Sie ist bereits ausgebucht. Vorher laden die Pflegeeinrichtungen jedoch noch zu einer Lichterfahrt und einem Ausflug zum Friedrichstadtpalast ein. Für Langweile ist keine Zeit.