25 Jahre Frauenhaus BORA gefeiert

Vor 25 Jahren wurde von einer Gruppe mutiger und tatkräftiger Frauen das erste Frauenhaus im Ostteil Berlins gegründet. Mithilfe der inneren Mission wurde 1990 ein Haus gefunden und die ersten Frauen konnten einziehen. Aus diesem Anlass trafen sich die Mitarbeiterinnen von BORA e.V. und Gäste zu einem geselligen Beisammensein mit Kaffee und Geburtstagstorte im Samaritersaal des DWBO.

Diakoniedirektorin Barbara Eschen (links) und Referatsleiterin SenAIF Gabriele Illigens.
07.12.2015

Diakoniedirektorin Barbara Eschen begrüßte die Geburtstagsgäste. Die Innere Mission, habe damals die Frauen ermutigt und unterstützt, das erste Frauenhaus im Ostteil Berlins auf den Weg zu bringen. Der später gegründete Verein BORA e.V. sei als Mitglied unter dem Dach der Diakonie geblieben. Heute nutzen bis zu 4.000 Frauen im Jahr die Angebote, die BORA e.V. biete. Die Arbeit habe sich in der Zwischenzeit auch etwas verändert, aber der Schutz der Frauen und Kinder gegen Gewalt sei nach wie vor ein wichtiges Thema. Sie dankte den Mitarbeiterinnen des Frauenhauses BORA für ihre Arbeit und ermutigte sie, ihren Weg weiterzugehen.

Gabriela Illigens von der Senatsverwaltung bei der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen überbrachte Grüße der Senatorin und würdigte die in den letzten 25 Jahren geleistete Arbeit. Sie könne sich noch an ihre Besuche in den ersten Jahren vor Ort im Frauenhaus BORA erinnern. BORA e.V. habe schon früh weitere Hilfen für Frauen mit Gewalterfahrung im Blick gehabt. Dieser Ansatz mache die besondere Arbeit von BORA e.V. aus.

„Die Frauen, die heute zu uns kommen, unterscheiden sich erheblich von denen aus der Gründungszeit“, berichtete Pari Teimoori, die seit 2001 das Frauenhaus BORA leitet. „Wir haben es mit Frauen zu tun, die jahrzehntelang Gewalt erlebt haben, in Erziehungsfragen ungeübt sind, Frauen mit psychischen Auffälligkeiten und sogar psychischen Krankheiten, Frauen, die von Arbeitslosigkeit und schwerster Armut betroffen sind, die über geringe Bildungschancen verfügen, denen es an Selbstbewusstsein mangelt.“ Das Frauenhaus habe sich von einem Schutzraum zu einer Art Clearingstelle gewandelt, die eine Vielzahl von Problemen mit den dafür zuständigen Beratungsstellen, Ämtern, Krankenhäusern oder anderen Institutionen zu lösen versucht. Sie übergab das Wort dann an zwei Bewohnerinnen, die ihre persönliche Situation und ihre Beweggründe für die Flucht ins Frauenhaus schilderten. Nun seien sie erstmals wieder in einer sicheren Umgebung, die ihnen erlaube, mit ihren Kindern einen neuen Weg zu finden. Im Frauenhaus BORA können 53 Personen, Frauen und Kinder, in 24 Zimmern Zuflucht finden. Deshalb arbeiten nicht nur die Leiterin, vier Sozialarbeiterinnen und eine Handwerkerin im Haus, sondern auch drei Erzieherinnen, die sich um derzeit 18 Kinder im Alter von wenigen Wochen bis 14 Jahren kümmern.

Geburtstagstorte: 25 Jahre Frauenhaus BORA

Mit dem Ziel, die Frauen auf dem Weg in ein angstfreies Leben zu begleiten, umfasst das Angebot von BORA e.V. auch einen geschützten Wohnbereich, die Frauenberatung, die Therapeutische Wohngemeinschaft  und Ambulante Hilfen.  Präventionsarbeit gehört inzwischen auch dazu. PiKiTa will gemeinsam mit Erzieher_innen und Eltern, Kinder in Kindertagesstätten gegen Gewalt stark machen. Beim Kompetenzkurs „Schritt für Schritt“ lernen junge Schwangere, dass es auch ein Leben ohne Gewalt geben kann. Insbesondere wird nach der Geburt die Bindung zwischen Mutter und Kind gefördert.

BORA e.V. wird seit 20 Jahren vom Berliner Senat gefördert und ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Für Zusatzleistungen und Projekte ist BORA aber auf Stiftungsmittel und Spenden angewiesen.

Kontakt:
Silvia Starz
Fundraising und Kommunikation
BORA e.V.
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Tel.: 030 92 40 55 13
E-Mail: spenden@frauenprojekte-bora.de
www.frauenprojekte-bora.de