Nachbarschaftshilfe - Helfen Sie Ihrem Nächsten

Es gibt viele Möglichkeiten, Personen aus Risikogruppen das Leben zu erleichtern. Wenn Sie Menschen in der Nachbarschaft unterstützen möchten, die sich in Quarantäne befinden oder aus anderen Gründen Hilfe benötigen, tragen Sie sich in unsere Corona-Hilfe-Datenbank ein.

 

Nachbarschaftshilfe - wer macht mit?

Charisma - die Freiwilligenagentur von Kirche und Diakonie koordiniert Nachbarschaftshilfe und vermittelt ehrenamtliche Tätigkeiten.

Ob Einkäufe erledigen oder mit dem Hund Gassi gehen. Wir vermitteln den Kontakt zu Hilfesuchenden, die sich ebenfalls bei uns gemeldet haben. Über die folgenden Links können Sie sich einfach registrieren und wir bringen Sie nach Möglichkeit zusammen!

Ich möchte helfen >

Ich brauche Hilfe >

Wir brauchen Hilfe (Institution) >

Aushang zum Ausdrucken und Aufhängen (PDF) >

 

 

 

Interview:

„Ehrenamt ist systemrelevant“

Wir haben die Charisma-Projektkoordinatorin Irene Sang gefragt, wie die Corona-Pandemie ihre Arbeit beeinflusst hat und wie man sich ehrenamtlich nachbarschaftlich engagieren kann.
Lesen Sie hier das Interview.

Wie hat die Corona-Pandemie Ihre Arbeit beeinflusst und verändert?

Irene Sang: Da ich meine neue Arbeitsstelle bei Charisma im März angetreten habe, fiel meine Einarbeitung in die turbulente Zeit der ersten Reaktionen auf das Corona-Virus mit Homeoffice und Kontaktbeschränkungen. Um Ehrenamtliche und Klient*innen in den Einrichtungen zu schützen, wurden die meisten Angebote ausgesetzt. Stattdessen installierte Charisma innerhalb weniger Tage eine Nachbarschaftshilfe-Plattform im Internet, um bei der Versorgung auch Menschen aus Risikogruppen zu unterstützen. Dort können sich hilfsbereite Menschen und Hilfesuchende registrieren und wir vermitteln zum Beispiel wohnortnahe Einkaufshilfe oder initiieren einen telefonischen Besuchsdienst für einsame Menschen, die coronabedingt ihre Wohnungen nicht verlassen können.

Haben sich die Sorgen und Fragen der Menschen verändert? Welche Dinge sind wichtiger geworden?

Irene Sang: Natürlich haben besonders die Menschen, die sich Hilfe suchend an uns gewendet haben, Angst vor Ansteckung mit dem für sie lebensbedrohlichen Virus. Ein kurzes Gespräch und das Wissen, dass jemand um Hilfe bemüht ist, schaffen da zumindest etwas Entlastung. In vielen Fällen diente die Nachbarschaftshilfe auch nur zur Überbrückung, bis sich Familie, Freunde oder soziale Organisationen soweit sortiert hatten, dass sie unter Einhaltung der Hygieneregeln die Versorgung (wieder) übernehmen konnten. Wir sind bei Charisma in der glücklichen Situation, dass uns statt der Sorgen viel mehr spontane Unterstützungsangebote sowie jede Menge Hilfsbereitschaft erreichen und hoffen, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft durch vielfältiges bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement gestärkt wird. Auch die Politik hat festgestellt, dass Ehrenamt systemrelevant ist und soziales Engagement die Gesellschaft zusammen hält.

Haben Sie in der Krise Erfahrungen gemacht, die Sie auch danach nutzen werden?

Irene Sang: Ein Großteil unserer Kommunikation lief auch schon vor der Corona-Krise per Telefon und E-Mail. Hinzu gekommen ist der Austausch mit Netzwerkpartnern über Videokonferenz-Tools. Digitale Angebote werden sicher zukünftig bestehende Angebote ergänzen. Das wird auch die Engagement-Landschaft verändern. So wird in manchen Bereichen ein Engagement unabhängig vom Aufenthaltsort möglich sein und auch ich kann mich mit Ehrenamtskoordinator*innen aus Einrichtungen außerhalb Berlins per Videocall austauschen oder Beratungsgespräche trotz größerer Entfernung von Angesicht zu Angesicht führen.
Und natürlich zehre ich von der Zuversicht, die ich, dank der überwältigenden Hilfsbereitschaft der Menschen in ganz Deutschland habe, dass trotz Individualisierung der Lebensstile ein Großteil der Gesellschaft in Krisensituationen wie im Alltag auch weiter an seine Nachbar*innen denken wird.

Gibt es etwas, dass Ihnen in dieser Zeit besonders wichtig ist, das Sie mit anderen teilen wollen?

Irene Sang: Auf unserer Nachbarschaftshilfe-Plattform registrierten sich deutlich mehr Freiwillige als Menschen, die Hilfe benötigten. Die Hilfsbereitschaft war und ist generell überall sehr groß. Ich habe in den vergangenen Wochen mit vielen Menschen gesprochen, die vorher noch nie über ein Ehrenamt nachgedacht haben und jetzt spontan helfen möchten. So findet die/der eine oder andere über die kurzfristige Unterstützung einer hilfebedürftigen Person in der Nachbarschaft vielleicht den Weg in ein längerfristiges Ehrenamt und kann so einen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft leisten.

Wie kann man Sie bei Ihrer Arbeit am besten unterstützen?

Irene Sang: Je mehr Organisationen, soziale Projekte oder Kirchengemeinden sich bei der Freiwilligenagentur Charisma registrieren und ihre Engagement-Angebote veröffentlichen und je mehr Freiwillige sich bei uns melden, desto eher können wir Ehrenamtliche in Berlin, Brandenburg und der schlesischen Oberlausitz an passende Einrichtungen vermitteln. Daher freuen wir uns über alle, die helfen, unser gemeinnütziges und kostenfreies Angebot bekannter zu machen. Auch das ehrenamtliche Vermittlungsteam in Berlin freut sich über Verstärkung vor Ort.

>> Ehrenamtliche können sich hier online registrieren.
>> Für Einrichtungen gibt es dieses Formular.
Natürlich bin ich auch per E-Mail (sang.i@dwbo.de) oder telefonisch (030 440 308 142) erreichbar.