Zuhausebleiben und Wiederkommen - Perspektiven für die Berliner Kitas im harten Lockdown und danach

Am Ende eines für alle Beteiligten im Kitasystem sehr anstrengenden Jahres müssen noch einmal Verabredungen für die Kitas im anstehenden harten Lockdown und in der Zeit danach getroffen werden. Alle Beteiligten brauchen für die nächsten Tage, aber auch für die Zeit ab dem 11. Januar ein Mindestmaß an Planungsperspektive.

14.12.2020

auch den Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter*innen und die verminderte Leistungsfähigkeit der Einrichtungen aufgrund vieler Personalausfälle und gleichzeitig gestiegener Anforderungen an einen pandemieangepassten Betrieb berücksichtigt.
Wir sind sehr dankbar dafür, dass die Notwendigkeit weiterhin geöffneter Bildungseinrichtungen grundsätzlich nicht infrage gestellt wird. Gerade deshalb sehen wir uns in der Pflicht, mit diesem Privileg sorgsam umzugehen.
Vor diesem Hintergrund schließen wir uns für die Zeit bis zum 8.Januar.2021 ausdrücklich dem dringenden Appell des Berliner Senats an:

Zuhausebleiben im harten Lockdown

  • Ab sofort (16. Dezember 2020 – 08. Januar 2021) sollen alle Kinder, bei denen dies irgend möglich ist, zuhause betreut werden.
  • Die Kitas stellen eine Notbetreuung für alle Kinder bereit, deren Eltern jetzt die auch im Lockdown notwendigen Systeme aufrechterhalten und keine Möglichkeit der Betreuung zuhause haben.
  • Ferienschließungen und Ersatzbetreuungen bleiben grundsätzlich bestehen, sofern hier nicht weitere Kontaktreduktionen möglich sind.
  • Eltern und Kitas sollen jetzt klären, welchen unabdingbaren Betreuungsbedarf es in dieser Zeit bis zum 8. Januar gibt. Ziel muss eine möglichst kontaktreduzierte Betreuungs- und Personalplanung in den Kitas sein.
  • Unter diesen Voraussetzungen erscheint es uns entbehrlich, jetzt eine Systemrelevanz-Regelung mit Beschäftigungsnachweis und Elternselbsterklärung einzuführen.

Darüber hinaus regen wir Folgendes an:

Wiederkommen nach dem Ende des harten Lockdown

  • Genauso wichtig wie der dringende Appell, im harten Lockdown die Kinder zuhause zu lassen, ist eine verlässliche Betreuungs-Perspektive für alle Kinder im Zeitraum danach. Es sollte deshalb jetzt eine Zusicherung geben, dass nach dem Ende des harten Lockdown umgehend alle Kinder wieder verlässlich betreut werden.
  • In der Annahme, dass es dann immer noch ein relevantes Infektionsgeschehen gibt, sollten die Kitas in die Lage versetzt werden, in kleinen stabilen Gruppen zu arbeiten. Diesbedeutet vor allem eine Akzeptanz vorübergehend deutlich reduzierter Betreuungszeiten. Aufgrund der sehr unterschiedlichen personellen und räumlichen Situation der 2.700 Berliner Kitas ist hierfür eine zentrale Vorgabe weder notwendig noch möglich.
  • Eine solche Perspektive sollte zunächst bis zum Ende der Winterferien (5.2.2021) gelten.

Das Jahr 2020 war für alle Beteiligten im Kitasystem sehr herausfordernd. Erzieher*innen, Eltern, Kitaleitungen, Träger, aber auch Politik/Verwaltung mussten Entscheidungen treffen und aushalten, die viele Unsicherheiten/Verletzungen hinterlassen haben. Unser Dank gilt allen, die hier auf unterschiedlichen Ebenen Engagement, Flexibilität und Solidarität bewiesen haben. Diese Ressourcen werden wir auch beim Start ins neue Jahr wieder brauchen.
Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin und der Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS) e.V.

>> Hier können Sie die PM "Zuhausebleiben und Wiederkommen. Perspektiven für die Berliner Kitas im harten Lockdown und danach" herunterladen.