Wo Hygiene Chefsache ist - Hygiene transparent: Initiativen diakonischer Krankenhäuser #02

In den Krankenhäusern der Diakonie gibt es eine Vielzahl von Initiativen zur Sicherung und Verbesserung der Hygiene. Teil 2 der Serie stellt eine Initiative des Krankenhauses Bethel Berlin dar.

07.03.2017

Vorbildliche Hygienearbeit ist am Krankenhaus Bethel Berlin eine Selbstverständlichkeit.

„Durch die jahrzehntelange Schwerpunktbehandlung älterer Patienten hat sich bei jedem Mitarbeiter unseres Krankenhauses eine besonders hohe Sensibilität für Hygienemaßnahmen entwickelt.“ Für Priv.-Doz. Dr. med. Norbert Bethge ist Hygiene selbstverständlich Chefsache – als Prozessverantwortlicher im Hygienemanagement stellt der Haupt- und Medizinische Geschäftsführer in enger Zusammenarbeit mit der Pflegerischen Geschäftsführung höchstpersönlich die Weichen für die Organisation und Entwicklung der Hygienearbeit: „Die aktuellen Richtlinien der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) sind für uns Maßstab und Mindeststandard. Denn die Kontrolle bösartiger Bakterien ist die Grundlage jeglicher klinischer Arbeit.“

Aufnahmescreening

Ein umfangreiches Aufnahmescreening auf multiresistente Erreger ist seit Jahren im Haus etabliert. So werden z. B. Patienten mit definierten Risikofaktoren bei der stationären Aufnahme auf MRSA (Methicillin resistenter S. aureus) getestet. Stellt das Labor fest, dass der Patient MRSA-positiv ist, werden umgehend geeignete Maßnahmen für eine erfolgreiche Sanierung (im Krankenhaus Bethel Berlin oder durch den Hausarzt) getroffen. In Vorbereitung auf eine Gelenkersatz-Operation werden bereits seit 2011 sämtliche Patienten des Endoprothetikzentrums Bethel Berlin auf eine entsprechende Infektion untersucht.

Personalschulungen und Hygienebegehungen

Priv.-Doz. Dr. Bethge wird in der Umsetzung und Entwicklung der Hygienerichtlinien von einem vier-köpfigen Expertenteam um Hygienefachärztin Dr. med. Doris-Weitzel-Kage unterstützt. Die Fachkräfte erfassen und bewerten bestimmte Erreger, führen Personalschulungen und regelmäßige Hygienebegehungen der Stationen und Hygienevisiten bestimmter Pflegetätigkeiten durch, verantworten die mikrobiologische Überwachung von medizinischen Geräten, Wasseruntersuchungen, Bauvorhaben, die Lebensmittelhygiene usw. Priv.-Doz. Bethge: „Eine gute Hygiene ist nur zu erreichen, wenn alle an einem Strang ziehen, daher haben wir zusätzlich auf sämtlichen Stationen hygienebeauftragte Pflegemitarbeiter, die einen wirklich guten Job machen.“

Kommunikationsstrategie

Zusätzlich setzt das Krankenhaus Bethel Berlin auf die Unterstützung der Patienten und Besucher: Hygiene und Keimbelastung ist hier kein Tabuthema, sondern Teil der Kommunikationsstrategie. Mindestens einmal im Jahr ist die Veranstaltung „Kampf dem Keim! Krankenhaushygiene in der Praxis“ Teil der öffentlichen Vorlesungsreihe „Patientenakademie“. Hygienikerin Dr. Weitzel-Kage: „Ich habe schon einige Kliniken betreut, aber dieser offene Austausch mit jeweils 80 – 120 privaten Interessenten ist schon einzigartig und ausgesprochen fruchtbar für unsere Arbeit.“ Grundsätzlich steht

Dr. Weitzel-Kage auf der Klinik-Website als persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung und bewirbt Ihre Hygienearbeit und die Veranstaltungen barrierefrei per Video in den Sozialen Medien. „Für 2017 haben wir uns ein besonderes Projekt vorgenommen: Wir werden mit unseren eigenen Mitarbeitern Video-Tutorials zur den wichtigsten Hygienemaßnahmen produzieren. Dadurch erhoffen wir uns einen hohen Identifikationsfaktor und eine noch höhere Aufnahmebereitschaft für den Schulungs-Inhalt in der Mitarbeiterschaft.“

"Aktion Saubere Hände"

Auch die Teilnahme an der „Aktion Saubere Hände“ ist ein wertvolles Instrument, um die Mitarbeiter und Besucher regelmäßig für die Basishygiene zu sensibilisieren. Neben formellen Kriterien wie der Messung des Desinfektionsmittelverbrauchs und punktueller Überprüfung der Händehygiene wird jährlich mindestens ein Hygieneaktionstag für die Mitarbeiter durchgeführt. Ein Event, das auf allen Stationen und in den Funktionsbereichen regelmäßig sehr gut angenommen wird – hier ist Zeit für ein paar Minuten angenehme Handpflege und man lernt wichtiges für den Arbeitsalltag. Priv.-Doz. Dr. Bethge: „Es ist uns wichtig, dass diese Aktionen auch breit in den Sozialen Medien gestreut werden, denn hier geht es nicht nur um PR – alle können mithelfen, dass es in einem Krankenhaus hygienisch zugeht: Mitarbeiter, Patienten und Gäste.“


Mehr zum Krankenhaus Bethel Berlin erfahren Sie hier: http://www.krankenhaus-bethel-berlin.de

Kontakt:
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Sebastian Peters
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M 0177 / 654 16 11
F 030 / 77 2 – 33 49
E Sebastian.Peters@BethelNet.de

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Der Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg vertritt in der Diakonie 25 evangelische Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg sowie 16 Pflegeeinrichtungen in Berlin mit über 8.500 Mitarbeitenden.