Wider die Kannibalisierung im deutschen Gesundheitswesen!

Eine Studie des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass eine Halbierung der Zahl der Krankenhäuser die Versorgung der Patienten verbessern könnte.

16.07.2019

„Wir sind dankbar, dass die politische Leitung sowohl in Berlin als auch in Brandenburg es aus unterschiedlichen Gründen weder für sinnvoll noch für nötig hält, Krankenhäuser in der Region zu schließen“, so Roy J. Noack, Vorsitzender des Verbandes evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen (VEKP).

„Der flächendeckende Zugang zu Krankenhäusern ist und bleibt ein Qualitätsmerkmal des nationalen Gesundheitswesens“, betont Detlef Albrecht, Geschäftsführer des VEKP. „Kleine(re) Krankenhäuser sind ein zentraler Bestandteil von gesicherter gesundheitlicher Versorgung im „Kiez“, in den Großbezirken Berlins und erst recht im Flächenland Brandenburg“, unterstreicht der Geschäftsführer des VEKP, Detlef Albrecht.

„Kleine(re) Krankenhäuser, die gerade in Brandenburg oft das einzige stationäre Angebot in der Region sind, sind die Basis zur Entwicklung zukunftssicherer Konzepte für die Versorgung der ländlichen Bevölkerung. Ohne eine stationäre Anbindung lassen sich ambulant-stationäre Strukturen nicht gestalten“, so Albrecht weiter.

Kleine(re) Krankenhäuser haben bewiesen, dass sie in der Lage sind, neue Strukturen in die Versorgungsrealität zu überführen. Der Vorwurf schlechter Qualität und der Patientengefährdung kann nur als Behauptung ohne Beleg gewertet werden. Alle Krankenhäuser sind einem externen Qualitätssicherungsverfahren unterworfen. Dabei zeigen die Ergebnisse der kleinen Krankenhäuser keine strukturellen Qualitätsdefizite. Im Einzelfall, der im Übrigen überall auftreten kann, werden Qualitätsdefizite aufgegriffen.

„Wenn schon konzentrieren, dann darauf, alle Aktivitäten von Gesundheitsversorgung und Langzeitpflege, ob im ambulanten oder stationären Bereich, optimal aufeinander abzustimmen, um eine bestmögliche Versorgung der Patient*innen zu gewährleisten. Unsere Krankenhäuser in der Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg betreiben ein Netzwerk unterschiedlichster Versorgungsangebote. Diese reichen von ambulanten Medizinischen Versorgungszentren über Krankenhäuser der Grund-und Regelversorgung sowie Spezialkliniken bis hin zu Diakoniestationen und Angeboten in der Langzeitpflege. Damit sichern wir die Zukunft der Versorgung“, stellt Noack klar.

Pressemitteilung des VEKP vom 16. Juli 2019

Weitere Informationen:
Verband Evangelischer Krankenhäuser
und stationärer Pflegeeinrichtungen
in Berlin-Brandenburg
Paulsenstraße 55 - 56
12163 Berlin
Telefon: 030 82097 302
Fax: 030 82097 272                                                                                   
E-Mail krankenhausverband@dwbo.de
Web: www.vekp.de

Der Verband vertritt alle 27 diakonischen Krankenhäuser Berlin und Brandenburg sowie einen Teil der stationären Pflegeeinrichtungen in Berlin. In den Krankenhäusern werden 190.000 Fälle stationär versorgt. Allein in den Pflegeberufen werden über 900 Menschen ausgebildet.