Weiterbildungstag für Mitarbeitende im DWBO

"Glaube.Liebe.Revolution. 30 Jahre Friedliche Revolution."

Evi Gülzow (ehemal. Geschäftsführerin des DW Stadtmitte), Diakoniedirektorin Barbara Eschen und Michael Heinisch-Kirch (Vorstandsvorsitzender SozDia Stiftung) erinnern sich an Leben, Kirche und Diakonie vor und nach dem Mauerfall (v.l.n.r.).
28.11.2019

 

2019 jährte sich zum 30. Mal die Friedliche Revolution. Eine wichtige Rolle spielten dabei Kirchengemeinden, diakonische Einrichtungen und engagierte Kirchenmenschen, sowohl in Ost als auch in West. Sei es durch die Friedensgebete oder die berühmten Montagsdemonstrationen - viele Menschen und Taten trugen dazu bei, dass die friedliche Revolution gefeiert werden konnte.

Welchen Anteil haben einzelne Menschen in Diakonie und Kirche daran gehabt? Wie waren Diakonie in Ost und West aufgestellt? Wo habe ich gelebt, wie habe ich den Mauerfall erlebt und was war meine Geschichte? Egal ob in West, Ost oder einem anderen Land, egal, ob man erst 2 Jahre oder 20 Jahre war: jede*r hat eine eigene Geschichte dazu.

Beim Weiterbildungtag konnten alle einen Blick auf die diakonischen Perspektiven werfen. Bei einem Impulsgespräch reflektierten Evi Gülzow (ehem. Diakonisches Werk Berlin Stadtmitte) für die Westperspektive und Michael Heinisch-Kirch (SozDia Stiftung) für die Ostperspektive, welche Hoffnungen sie mit der friedlichen Revolution verbanden. Sie berichteten, wie sich die neue Zusammenarbeitet gestaltete, woran es haperte. Beide berichteten von ihren teils vergeblichen Bemühungen, Projekte aus Ost und West zusammenzuführen. Nachdenklich bedachten sie, warum bis heute Unterscheidungen gemacht werden und, wo sie nötig, wo sie unnötig sind. Schließlich ging es um die Auswirkungen der Geschichte auf unsere Arbeit heute.

In Dreiergesprächen mit jeweils unterschiedlichen Sichtweisen und Heimatbezügen kamen persönliche Erfahrungen der Mitarbeitenden zum Tragen. Interessanterweise sind deren Biografien recht gleichmäßig verteilt: ein Drittel ist im Osten, ein Drittel im Westen aufgewachen und ein Drittel gehört der Nachwendegeneration an oder ist im Ausland geboren.