Unabhängige Sozialberatung erhalten, Hauptstadtzulage neu denken

Während der Podiumsdiskussion am 26. August von der LIGA Berlin "Sozialpolitik in Berlin: wie kann - wie soll es weitergehen?" machten die anwesenden Spitzenkandidat:innen der Berliner Parteien konkrete Zusagen. Diakonie-Vorständin Andrea Asch brachte als Mitglied des Spitzenverbandes der Freien Wohlfahrtspflege den Punkt unabhängige Sozialberatung ein, die akut von Kürzungen betroffen ist.

v.l.n.r.: Sebastian Czaja (FDP), Franziska Giffey (SPD), Bettina Jarasch (Bündnis 90/Die Grünen), Klaus Lederer (Die Linke), Kai Wegner (CDU).
27.08.2021

Entgegen den bisherigen Planungen des Senats sollen die Stellen der Allgemeinen Unabhängigen Sozialberatung weiterhin finanziert und damit langfristig erhalten bleiben. Dafür sprachen sie alle Spitzenkandidatinnen und -kandidaten bei einer Podiumsdiskussion aus. Einig waren sich die Politikerinnen und Politiker auch darin, dass die sogenannte Hauptstadtzulage ungerecht ist. Die im vergangenen November eingeführte finanzielle Zulage wird nur Landesbeschäftigten gezahlt und benachteilige die Mitarbeitenden freier Träger. Künftig müssten neue Instrumente gefunden werden, die alle Mitarbeitenden in der sozialen Arbeit gleichermaßen wertschätzen und nicht eine Gruppe vorzieht, hieß es unisono.

Das sind einige der konkreten Ergebnisse der Diskussion, zu der am Abend die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (LIGA Berlin) ins Pfefferberg Theater eingeladen hatten.

Unter dem Titel "Sozialpolitik in Berlin: wie kann - wie soll es weitergehen?" diskutierten die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten für die Abgeordnetenhauswahl: Sebastian Czaja, FDP Berlin, Franziska Giffey, SPD Berlin, Bettina Jarasch, Bündnis 90/Die Grünen Berlin, Klaus Lederer, Die Linke Berlin, Kai Wegner, CDU Berlin, mit Vertreterinnen und Vertretern der AWO Berlin, des Berliner DRK, der Caritas, des Diakonischen Werks und des Paritätischen Berlin.

"Berlin muss für alle eine lebenswerte soziale Stadt bleiben", sagt Diakonievorständin Andrea Asch (links).

"Die Pandemie hat noch sichtbarer gemacht, was viele schon lange wissen: Berlin steht vor großen Herausforderungen. Soziale Ungleichheit und Armut nehmen zu. Deshalb freue ich mich über die Bereitschaft der Politik, gemeinsam mit uns, den Wohlfahrtsverbänden der LIGA Berlin, dafür zu sorgen, dass die Menschen weiterhin die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Damit Berlin für alle eine lebenswerte soziale Stadt bleibt", so Andrea Asch.

Weitere Diskussionsthemen waren u.a. die Pflege von alten Menschen in Zeiten von Fachkräftemangel, die Unterstützung für Menschen mit Migrationshintergrund und wie Menschen mit Behinderungen künftig schnell und besser eine qualitativ gute Unterstützung bekommen können.

Hervorgehoben wurde auch, wie wichtig es ist, die Zivilgesellschaft und das ehrenamtliche Engagement zu unterstützen. Nur durch das große Engagement aller haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeitenden in den sozialen Organisationen habe die Corona-Pandemie so gut bewältigt werden können. Darin waren sich alle einig.

>> Die Veranstaltung wurde per Livestream übertragen. Hier können Sie die Aufzeichnung anschauen.