Stellungnahme zum Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung „Gute-Kita-Gesetz“ (KiQuEG)

Am 14.12.2018 verabschiedeten der Bundestag und der Bundesrat das Gesetz zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung. Diakoniedirektorin Barbara Eschen „Wir freuen uns sehr über dieses neue Gesetz und wünschen uns die Verstetigung auch über die beschlossenen 4 Jahre hinaus. Die Finanzierung muss unbedingt dauerhaft gesichert werden; weil nur so die eingeführten Qualitätsverbesserungen in den Kitas erhalten bleiben“.

18.12.2018

 

Die Senatsverwaltung von Berlin ist mit Beginn des Jahres zusammen mit den Verbänden, Trägervertretungen, Kitaleitungen, Erzieher*innen und Fachberatungen in einen gemeinsamen Prozess zur Bedarfsermittlung der Mittel aus dem KiQuEG gestartet, der als Voraussetzung im Gesetz benannt ist.

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz priorisierte mit den Kolleg*innen aus den 9 vom Bund vorgegebenen Handlungsfeldern für Berlin folgende:

  • Qualifizierte Fachkräfte
  • Stärkung der Leitung
  • guter Fachkraft-Kind-Schlüssel

Das bedeutet konkret für die Praxis, dass es eine verlässliche Ausstattung der Kitas mit Fachberatungsressourcen und für die ersten 25 Plätze einer Kita eine doppelte Leitungsausstattung geben soll, sowie einen Leitungszuschlag für Familien mit Kindern mit besonderem Förderbedarf. Weiter sollen Maßnahmen zur Entlastung älterer Erzieher*innen vom Gruppendienst finanziert werden und die unterstützende Zeit für Anleitung soll für alle Quereinsteigenden zur Verfügung stehen.

Auch in Brandenburg wird derzeit über die Verwendung der Mittel aus dem KiQeEG diskutiert. Einigkeit scheint es darüber zu geben, dass in einem ersten Schritt Gelder für das Handlungsfeld 2, also für einen guten Fachkraft-Kind-Schlüssel, bereitgestellt werden sollen und zwar insbesondere im Hinblick auf die Betreuung von Kindern mit Betreuungszeiten von mehr als 8 Stunden. Darüber sind sich die Expert*innen einig, die hierzu im Rahmen eines von der LIGA initiierten Fachgespräches in Potsdam im Oktober diskutierten. Zu weiteren Maßnahmen konnte bisher noch keine Verständigung erfolgen. Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz setzt sich aber im Rahmen seiner Mitarbeit im Expertendialog Kita Brandenburg dafür ein, dass von den Bundesmitteln auch Handlungsfeld 4, also eine starke Kitaleitung gefördert wird, indem der Leitungssockel, der derzeit lediglich 2,5 Stunden pro Woche beträgt, deutlich verbessert wird.

Astrid Engeln, Geschäftsführerin des VETK im Diakonischen Werk: „Wir erwarten, dass der Gesetzestext ernst genommen wird und die partizipativen Prozesse, die Berlin und Brandenburg bisher gegangen sind, fortgesetzt werden. Die bisher gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse für die Qualitätsentwicklung in den Kindertagesstätten auf der strukturellen Ebene sind vorrangig zu berücksichtigen und machen den Arbeitsplatz Kindertageseinrichtung wieder attraktiver. Das gilt es beim Abschluss der Vereinbarungen des Landes Berlin und des Landes Brandenburg mit dem Bund maßgeblich zu berücksichtigen.“

Berlin, den 18.12.2018

Pressekontakt:
Susanne Gonswa
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