Schwerstkranke und sterbende Menschen angemessen versorgen

Derzeit befindet sich der Gesetzesentwurf eines Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG) in der gesundheitspolitischen Diskussion. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung Anreize zum weiteren Auf- und Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung setzen sowie die Kooperation und Vernetzung in den relevanten Versorgungsbereichen fördern.

18.05.2015

„Wir müssen den Kabinettsentwurf eines HPG zum Anlass nehmen, um für den Bereich der Krankenhäuser und stationären Pflegeeinrichtungen weitere relevante Aspekte in das anlaufende Gesetzgebungsverfahren einzubringen“, so Albrecht, Geschäftsführer des VEKP.

Der Kabinettsentwurf lasse wichtige Möglichkeiten zur Verbesserung der Palliativversorgung aus. Es sei nicht erforderlich, dass in jedem Krankenhaus eine Palliativstation eingerichtet wird. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass in jedem Krankenhaus, auch auf den „Normalstationen“, ausreichend medizinische und pflegerische Kompetenz vorgehalten werden kann, um schwerstkranke und sterbende Menschen angemessen zu versorgen.

Für die dafür notwendige Fort- und Weiterbildung müsste dringend ein spezifisches Förderprogramm aufgelegt werden.

Es sei bereits heute abzusehen, so Albrecht weiter, dass der Aufbau eines erkennbar verbesserten palliativmedizinischen Versorgungsangebotes erhebliche Zeit in Anspruch nehmen wird.

Daher sollte die Einrichtung palliativmedizinscher Institutsambulanzen an Krankenhäusern zwingend in die Überlegungen zur Weiterentwicklung der Palliativversorgung aufgenommen werden.

Albrecht begrüßt ausdrücklich die Möglichkeit, dass Krankenhäuser einseitig gegenüber den Kostenträgern erklären könnten, anstelle der DRG-Finanzierung krankenhausindividuelle Entgelte zu vereinbaren.

Gleiches gelte für die Möglichkeit zukünftig ambulante Hospizdienste stärker in die Krankenhausarbeit einbinden zu können.

Im Zusammenhang mit der im HPG vorgesehenen Verbesserung der ärztlichen Versorgung in Pflegeeinrichtungen sei insbesondere auf die Ermöglichung eines gleichberechtigten Zugangs zur hausärztlichen Regelversorgung für die in ermächtigten Pflegeeinrichtungen des Berliner Projekts angestellten Ärztinnen/Ärzte hinzuweisen.