Schutz vor Krankenhausinfektionen in 30 Sekunden - Hygiene transparent: Initiativen diakonischer Krankenhäuser #05

In den Krankenhäusern der Diakonie gibt es eine Vielzahl von Initiativen zur Sicherung und Verbesserung der Hygiene. Teil 5 der Serie stellt eine Initiative des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow vor.

28.03.2017

Krankenhausinfektionen sind im heutigen medizinischen Alltag ein großes Thema. Vieles hat sich im Krankenhaus verändert. Zum einen gibt es fantastische diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, die dem Patienten Genesung und Linderung seiner Beschwerden bringen, zum anderen verändern sich die Rahmenbedingungen. Chronisch kranke Patienten, Patienten mit einer verminderten Abwehr und anderen Risikofaktoren werden in den Krankenhäusern behandelt, Bakterien verändern ihr Verhalten und unsere Antibiotika werden unwirksam. Um unsere Patienten vor Infektionen zu schützen, unternehmen wir zahlreiche Aktivitäten. Wichtige Voraussetzung ist das Wissen aller Beteiligten um die Maßnahmen, die eine Infektionsübertragung verhindern. Dazu werden regelmäßige Schulungen, Fortbildungen und Beobachtungen von Krankenhausabläufen durchgeführt und ausgewertet. Inzwischen ist es eine bekannte Tatsache, dass die Händedesinfektion eine hoch effektive Maßnahme darstellt, Patienten, aber auch Personal vor Krankenhausinfektionen zu schützen.

Eine Händedesinfektion dauert 30 Sekunden

Die Anzahl der Desinfektionsmittelwandspender wurde so erhöht, dass mit nur wenigen Schritten an jeder Stelle des Krankenhauses eine Händedesinfektion möglich ist. Selbst in den Eingangsbereichen haben wir Spender aufgestellt, die von den Besuchern beim Betreten und Verlassen unseres Hauses rege genutzt werden. Plakate und Aufkleber weisen auf die von der WHO festgelegten Situationen hin, in denen die Händedesinfektion unbedingt durchzuführen ist. Auch überprüfen wir regelmäßig, ob jeder Mitarbeiter die Desinfektion korrekt durchführt. Dazu kommt eine Schwarzlichtlampe zum Einsatz. Jeder Mitarbeiter desinfiziert seine Hände so, wie er es immer tut. Das dazu verwendete Desinfektionsmittel ist mit einem fluoreszierenden Farbstoff versetzt. Unter der UV- Lampe sieht man dann genau, ob wirklich alle Hautstellen der Hände gut befeuchtet wurden.

Zusammenarbeit mit der Charité

Jährlich werden die Mengen der verbrauchten Händedesinfektionsmittel erfasst und mit der Anzahl der Patiententage ins Verhältnis gesetzt, so dass wir die Anzahl der Händedesinfektionen pro Patiententag berechnen können. Diese Ergebnisse werden an das Nationale Referenzzentrum in der Charité geschickt und mit den Stationen der bereits erwähnten 1600 Krankenhäuser verglichen. Jede Station erhält ihre individuelle Auswertung; die guten Ergebnisse bestätigen den Erfolg unserer Bemühungen.

Jährlicher Aktionstag

Der Krankenhausalltag ist oft hektisch und verlangt von den Mitarbeitern hohes Engagement. Dabei ist die Gefahr gegeben, dass diese wichtige Maßnahme auch mal vergessen wird. Deshalb finden spontane Beobachtungen statt, bei denen durch das Hygienefachpersonal Arbeitsabläufe begleitet werden. Im Anschluss daran wird den Mitarbeitern meist ein Lob ausgesprochen, da sie ihre Händedesinfektion in guter Weise umsetzen.

Höhepunkt ist der jährlich durchgeführte Aktionstag. Die anschließenden Bilder zeigen sehr deutlich, wie sich alle Mitarbeiter aktiv in die Infektionsverhütung einbringen.

Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin
Lichterfelder Allee 45
14513 Teltow
Tel: 03328-433-221
Fax: 03328-433-290

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Der Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg vertritt in der Diakonie 25 evangelische Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg sowie 16 Pflegeeinrichtungen in Berlin mit über 8.500 Mitarbeitenden.