PGD klärt mit familienfreundlicher Broschüre über Bakterien, Keime und Hygiene im Krankenhaus auf - Hygiene transparent: Initiativen diakonischer Krankenhäuser #10

In den Krankenhäusern der Diakonie gibt es eine Vielzahl von Initiativen zur Sicherung und Verbesserung der Hygiene. Teil 10 der Serie stellt eine Initiative der Paul-Gerhardt Diakonie dar.

09.05.2017

Die kursierenden Informationen über multiresistente Bakterien lösen seit einigen Jahren viele Ängste in der Bevölkerung aus. Die Rückschlüsse sind dabei nicht immer richtig. So deutet schon die viel verwendete Bezeichnung „Krankenhaus-Keime“ auf eine falsche Annahme hin: Richtig ist zwar, dass multiresistente Bakterien gerade für Krankenhäuser ein großes Problem sind. Falsch ist hingegen, dass solche Keime vorwiegend in ihnen vorkommen oder dort entstehen – letztlich werden sie immer noch vom Menschen selbst transportiert. Um ihre Krankenhauspatienten umfassend über Bakterien und Hygiene aufzuklären, hat die Paul Gerhardt Diakonie im Jahr 2016 eine leicht verständliche und illustrierte Broschüre herausgebracht.

„Nicht alle Infos über multiresistente Bakterien in der Öffentlichkeit sind korrekt. Wir werden in unseren Krankenhäusern täglich mit unzureichenden Informationen, Annahmen und Rückschlüssen konfrontiert. Wir wollten mit der Broschüre deshalb eine gute Wissensgrundlage für unsere Patienten im Krankenhaus schaffen und den Menschen so viel Angst wie möglich nehmen“, so Prof. Dr. Lutz Fritsche, Medizinischer Vorstand der Paul Gerhardt Diakonie. Das Heft informiert Krankenhauspatienten daher über die Entstehung und Verbreitung von multiresistenten Bakterien sowie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. „Natürlich wollen wir mit der Broschüre auch zu einem verantwortungsvollen Verhalten aller Menschen im Krankenhaus beitragen und wichtige Hygienemaßnahmen bekannt machen“, so Prof. Fritsche weiter.

Die Einrichtungen der Paul Gerhardt Diakonie haben ein großes Portfolio an Hygienemaßnahmen und -initiativen entwickelt, die in der Broschüre für die gesamte Familie verständlich aufgelistet und grafisch erklärt werden. Darüber hinaus erhalten Patienten nützliche Tipps zur Vorbeugung von Infektionen im Krankenhaus: „Wenn Sie wollen verzichten wir auch gerne darauf, Ihnen die Hand zu geben, und begrüßen Sie stattdessen mit einem Lächeln. Legen Sie einfach zur Begrüßung die Hände zusammen, wie Sie es aus Asien kennen – und wir wissen Bescheid“, heißt es beispielsweise in der Broschüre.

Grundlegendes Wissen, das die Broschüre vermittelt

Hygiene Grafiken

Mit einer Broschüre möchte die Paul Gerhardt Diakonie ihre Krankenhauspatienten umfassend über Bakterien und Hygiene aufklären
An Händen und mit Händen berührten Gegenständen kommen Keime besonders häufig vor
Im Krankenhaus sollten Patienten und Mitarbeiter besser aufs Händeschütteln verzichten
Jeder gesunde Mensch trägt etwa 100 Billionen Bakterien auf und im Körper, die insgesamt zwei Kilogramm schwer sind. Wer sich jetzt ekelt, dem sei gesagt, dass wir die große Mehrzahl von ihnen dringend brauchen. Die Bakterien im Darm beispielsweise zerlegen die Nahrung; Bakterien im Mund und auf den Schleimhäuten bilden eine Schutzschicht. Krank machende Bakterien hingegen benötigt niemand. Wenn solche sich doch einmal niederlassen, wehrt sie das Immunsystem mit den weißen Blutkörperchen in der Regel ab. Ein geschwächtes Immunsystem schafft dies manchmal nicht allein – und benötigt die Unterstützung von Antibiotika. Leider haben der menschliche Kontakt zu Antibiotika sowie sein Missbrauch in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele Menschen bekommen Antibiotika leichtfertig verschrieben, manchmal werden Antibiotika falsch eingenommen und häufig nehmen wir sie auch über das Fleisch von medikamentös behandelten Tieren zu uns. In der Konsequenz sind viele Bakterien stärker geworden, bis hin zur Multiresistenz.

Bakterien gelangen über Hände und mit Händen berührte Gegenstände, Tröpfchen, in manchen Weltregionen auch Trinkwasser und Nahrungsmittel zu uns. Dabei ist der Kontakt mit multiresistenten Bakterien grundsätzlich kein Problem, da diese Bakterien keine schwereren Krankheitsverläufe verursachen. Nur für Immunschwache entsteht so eine gefährliche Situation. Denn: Antibiotika werden zwar gebraucht, helfen wegen der Multiresistenz der Bakterien aber nicht. Da Krankenhauspatienten gesundheitlich geschwächt sind und häufig Wunden haben, können multiresistente Bakterien hier zu einem besonders großen Problem werden. 

Tipps gegen die Entstehung und Verbreitung von multiresistenten Keimen

  • Hände regelmäßig mit Seife waschen oder mit Desinfektionsmittel desinfizieren (Hände 20 bis 30 Sekunden einreiben)
  • Hände regelmäßig eincremen, um mit gesunder Oberfläche Schutz gegen Bakterien zu schaffen
  • auch andere ans Händewaschen und -desinfizieren erinnern
  • im Krankenhaus aufs Händeschütteln verzichten
  • mit dem Arzt bei jeder Verschreibung besprechen: Sind Antibiotika wirklich notwendig?
  • nach der Fleischzubereitung Küche gründlich säubern
  • nach Krankenhausbesuchen im Ausland Ärzte in Deutschland informieren

Kontakt:
Paul Gerhardt Diakonie e.V., Berlin und Wittenberg
Griesingerstraße 8
13589 Berlin
Telefon: 030 3702 2546
Fax: 030 3702 2529
sarah.wessel@pgdiakonie.de
www.pgdiakonie.de

Weitere Artikel der Serie:

Teil #01 - Auftakt
Teil #02 - Krankenhaus Bethel Berlin
Teil #03 - Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen
Teil #04 - Ev. Krankenhaus Luckau
Teil #05 - Evangelisches Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow
Teil #06 - Evangelische Elisabeth Klinik
Teil #07 - Martin-Luther-Krankenhaus
Teil #08 - Evangelisches Krankenhaus Hubertus
Teil #09 - Naemi-Wilke-Stift
Teil #11 - Evangelische Lungenklinik Berlin
Teil #12 - Evangelische Elisabeth Klinik
Teil #13 - Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Teil #14 - Krankenhaus Bethel Berlin
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Teil #17 - Krankenhaus Bethel Berlin
Teil #18 - Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg und die Immanuel Klinik Rüdersdorf

Der Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg vertritt in der Diakonie 25 evangelische Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg sowie 16 Pflegeeinrichtungen in Berlin mit über 8.500 Mitarbeitenden.