Pflegeberufereformgesetz – „Was können die Schulen und die Träger der praktischen Ausbildung schon jetzt vorbereiten, um das Pflegeberufereformgesetz erfolgreich umzusetzen?“

Dieser Fragestellung widmete sich der Fachtag zum Pflegeberufereformgesetz (PflBRefG) am 26. Februar 2018 im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Gemeinsam gestalteten der „Evangelische Verband für Altenarbeit und Pflegerische Dienste (EVAP)“ und der „Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg (VEKP)“ eine Informationsveranstaltung für Ihre Mitglieder.

01.03.2018

Bei den 50 Teilnehmerinnen/Teilnehmern aus verschiedensten Bereichen der jeweiligen verbandlichen Mitgliedschaften stieß die Veranstaltung auf großes Interesse. So waren Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter aus der Pflegedirektion, Geschäftsführung, Schulleitung, dem Qualitätsmanagement, der Praxisanleitung und der Fachkoordination vertreten. Die eingeladenen Referentinnen und Referenten präsentierten mit ihren Vorträgen unterschiedliche Perspektiven.

Den Auftakt machte Frau Martina Pfaff vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Unter der Überschrift „Die Pflegeberufe der Zukunft - Fragen an das Gesetz“, sah sie das PflBRefG als Chance. In einem umfassenden Vortrag stellte Pfaff die neuen Ausbildungsperspektiven vor. “Das PflBRefG eröffnet den Auszubildenden vielfältige Möglichkeiten, ihren unterschiedlichen Interessen gerecht zu werden. Das steigert die Attraktivität der Ausbildung“, so Pfaff. Hervorzuheben sei ferner die Definition der vorbehaltenen Tätigkeiten im Gesetz. In § 4 Pflegeberufegesetz (PflBG) werde eine eindeutige Abgrenzung der Tätigkeiten der Pflegefachkraft zu anderen Berufsgruppen formuliert. Das stärke die Verantwortung der Pflege.

Die Schulleiterin der Wannseeschule und Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerates, Frau Christine Vogler, machte in ihrem Beitrag deutlich, dass Pflege, unabhängig vom Alter, immer eine gemeinsame, fachliche Basis hat. Dem trage die Einführung der generalistischen Ausbildung Rechnung. Die vielfältigen neuen Anforderungen an die Träger der praktischen Ausbildung machten es erforderlich, dass die Pflegeschulen ihre Rolle als Kompetenz- und Servicestellen weiter ausbauen. Kooperationen zwischen den verschiedenen Trägern der praktischen Ausbildung sieht Vogler als Chance.

Die Sicht einer Bildungsträgerin präsentierte Herr Dr. Jürgen Franzen, Hoffbauer gGmbH. Er betonte in seinem Vortrag den Vorrang der freigemeinnützigen Träger und forderte, bei der Umsetzung der Reform durch die Länder den Gestaltungsraum diakonischer Träger, die eine hohe Kompetenz und langjährige Erfahrung in der Ausbildung vorwiesen, zu erhalten. Die Ausbildungsträger in der Altenpflege seien aus seiner Sicht bereits heute unterfinanziert. Hier gelte es zügig zu reagieren.

Im abschließenden Vortrag zur Finanzierung der Ausbildung führte Herr Andreas Tietze, Referent für Budgetangelegenheiten im VEKP, in die neue Struktur der Budget- und Entgeltfindung ein. Was wird finanziert und wie ist zu verhandeln? Dies waren die zentralen Bausteine seines Vortrages. „Auch wenn es noch an der erforderlichen Rechtsverordnung zur Finanzierung fehlt, sind die Grundzüge des Verfahrens doch schon heute deutlich erkennbar“, so Tietze. „Morgen ist heute! Wir müssen trotz fehlender Ausführungsvorschriften mit der Arbeit für die Vorbereitung der Budgetverhandlungen beginnen.“

Bei aller Unterschiedlichkeit der Perspektiven bestand Einigkeit darin, dass die Bundespolitik aufgefordert ist, sehr zügig die Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen zu veröffentlichen, die die Inhalte der neuen generalistischen Pflegeausbildung enthalten. Gleiches gilt für die Regelungen zur Finanzierung der neuen Ausbildung.

Weitere Informationen:

Verband Evangelischer Krankenhäuser
und stationärer Pflegeeinrichtungen
in Berlin-Brandenburg
Paulsenstraße 55 - 56
12163 Berlin

Tel. 030 82097-302
Fax 030 82097-272                                                          

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Web: www.vekp.de

Der Verband vertritt alle 27 diakonischen Krankenhäuser Berlin und Brandenburg sowie einen Teil der stationären Pflegeeinrichtungen in Berlin. In den Krankenhäusern werden 190.000 Fälle stationär versorgt. Allein in den Pflegeberufen werden über 900 Menschen ausgebildet.