"Pflege in Not" erhöht Beratungskapazitäten durch Corona-Krise

Aufgrund der Corona-Krise verdreifacht die Beratungsstelle Pflege in Not ihre Beratungszeit für pflegende Angehörige. Pflege in Not ist eine Beratungseinrichtung für Pflegebedürftige, deren Angehörige, Pflegepersonal, Freunde, Nachbarn und auch Pflegeeinrichtungen. Eine Sozialpädagogin, eine Psychologin, eine Krankenschwester und qualifizierte Ehrenamtliche beraten Sie in allen Fragen zur Pflege.

24.03.2020

In Berlin gibt es ca. 136.000 Pflegebedürftige. Davon werden über 70% zu Hause von Angehörigen gepflegt und betreut. Durch die Corona-Krise und ihre Folgen spitzt sich für die pflegenden Angehörigen die häusliche Pflegesituation extrem zu! Aufgrund der derzeitigen Situation fallen für die pflegenden Angehörigen viele Unterstützungsangebote aus unserem Hilfesystem weg. Die Beratungsstelle Pflege in Not vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte verdreifacht zur Entlastung der pflegenden Angehörigen ihre Beratungszeiten, die telefonische Erreichbarkeit wird auch auf Samstag ausgeweitet.

„Wir begrüßen diese schnelle Aufstockung der Beratungszeiten. Bereits vor zwei Wochen hat das Projekt dafür gesorgt, noch besser für Menschen zuhause erreichbar zu sein. Die Anrufe zeigen, dass der Beratungsbedarf steigt. Vor allem durch die eingeschränkten Kontakte und Möglichkeiten verschärfen sich die familiären Situationen dramatisch. Wer in einer Zweizimmerwohnung mit einer an Demenz erkrankten Person rund um die Uhr lebt, kommt ohne Hilfe an die Belastungsgrenze, wenn die übliche Tagespflege oder der Besuchskontakt entfallen. Hier hat das Beratungsteam schnell reagiert und antwortet mit ausgeweiteten Erreichbarkeiten und Ressourcen.“ lobt Diakoniedirektorin Barbara Eschen die Initiative von Pflege in Not.

Denn Pflegende Angehörige leisten einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Das verdient nicht nur Dank und Anerkennung, sondern vor allem Entlastung und Unterstützung. Denn sehr viele Angehörige fühlen sich mit der Pflege stark oder sehr stark belastet. Durch die Krise entfallen Tagespflege, Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige, Betreuungsgruppen für Demenzerkrankte, Einzelbetreuung von Ehrenamtlichen etc.. Dadurch sind die Pflegebedürftigen und deren Angehörige in ihrer Häuslichkeit ganz auf sich gestellt. „Wir wissen, dass in dieser zugespitzten Situation der tatsächlichen 24 Stundenpflege ohne Entlastungsmöglichkeiten von außen, Überforderung, Erschöpfung und Angst zu Aggressionen und konflikthaften Pflegesituationen führen können. In unserer Beratung fallen Sätze wie „Wenn ich ihn jetzt den ganzen Tag zu Hause habe, weiß ich nicht, was mit uns passiert!“, erklärt Gabriele Tammen-Parr, Projektleiterin von Pflege in Not.

 

Wegen der Corona-Krise bietet Pflege in Not erweiterte telefonische Beratungszeiten an:
Montag bis Freitag: 10 bis 16 Uhr
Samstag: 10 bis 14 Uhr

Alle Infos: www.pflege-in-not.de