Nacht der Solidarität am 29. Januar 2020

Erstmals in Deutschland hat Berlin eine Nacht der Solidarität veranstaltet. Auf Initiative der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Elke Breitenbach, soll so der erste Schritt zu einer Erfassung der wohnungslos auf der Straße lebenden Menschen in Berlin angestoßen werden. Seit Jahren fordert das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz eine Wohnungsnotfallstatistik, damit die Hilfsangebote verbessert und den Bedürfnissen der wohnungslosen Menschen angepasst werden können.

Diakoniedirektorin Barbara Eschen war Zuhörerin auf der Pressekonferenz (organisiert von LIGA/AWO). Dort traf sie Ellen Eidt (links) von der Berliner Stadtmission.
29.01.2020

 

Die Schätzungen schwanken zwischen 2.000 und 10.000 Menschen, die in Berlin auf der Straße leben. "Wir begrüßen sehr, dass der Senat bereits Leitlinien der Wohnungsnotfallhilfe und Wohnungslosenpolitik beschlossen hat, die Zählung der wohnungslos auf der Straße lebenden Menschen ist ein wichtiger erster Schritt, damit wir als Wohlfahrtsverband auch gezielt den Menschen helfen können.

Mit viel ehrenamtlichem Engagement, großer Unterstützung aus den Kirchengemeinden und zahlreicher Einrichtungen können wir viel bewirken. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Zählung Anfang Februar und bleiben mit der Senatsverwaltung aktiv im Gespräch", so Diakonie-Direktorin Barbara Eschen.

Ina Zimmermann (Fachreferentin für Wohnungslosenhilfe im DWBO) hat in Spandau gezählt und traf Thomas Fischer (Amtsleiter Sozialamt Spandau) und Bezirksstadtrat Gerhard Hanke aus Spandau.
Konrad Müller (Leiter des Freiwilligenzentrums im DWBO) beim Zählteam Nikolassee 3.
Ina Zimmermann war für die Zählung im Bezirk Spandau unterwegs.
Nacht der Solidarität
Viele Freiwillige beteiligten sich an der Zählung in der Nacht vom 29. Januar. Zwischen 22 Uhr und 1 Uhr liefen die Zählteams in vorher festgelegten Gruppen durch die Stadt. Wichtig dabei waren allen Helfenden, niemanden zum Gespräch zu überreden, zu wecken oder auch Privatgelände wie Gärten oder Hinterhöfe zu betreten. Wer nicht mitmachen wollte, konnte sich zurückziehen.

Erfasst wurden die Daten wie Fragen nach Alter, Geschlecht, Herkunft oder wie lange die Person schon auf der Straße lebt, anonym. "Es hilft schon in der praktischen Arbeit zu wissen, wo sich Menschen aufhalten, wo vielleicht besonders Frauen Unterstützung brauchen, wo wir Menschen mit anderen Sprachkenntnissen unterstützen müssen und in welcher Sprache dann genau", fasst Barbara Eschen nochmal das Ziel der Zählung zusammen. "Wir als Wohlfahrtsverband begrüßen die Zählung, da sie ein erster Schritt in die richtige Richtung hin zu einer Wohnungsnotfallstatistik ist!" 

Warum unsere Mitarbeitenden bei der "Nacht der Solidarität" mitgemacht haben, sehen Sie im Video in der rechten Spalte.