Keine AnKER-Zentren in Brandenburg

Die Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sieht gemeinsam mit der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege mit Sorge die Initiative von Landkreisen und Kommunen, auf die Einrichtung eines AnKER-Zentrums in Brandenburg zu drängen. Sie fordert - auch vor dem Hintergrund der Diskussion um Transitzentren auf Bundesebene - die Landesregierung auf, von etwaigen Plänen zur Errichtung eines sogenannten Ankunfts-, Entscheidungs- und Rückführungszentrums (AnKER-Zentrum) in Brandenburg Abstand zu nehmen. Diese Art der Unterbringung von Geflüchteten ist inhuman und kein Beitrag zur Integration.

12.07.2018

Die Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. Barbara Eschen fordert, dass auch Integration Aufgabe der Politik bleiben muss. "Dies gelingt nicht in AnKER-Zentren. Eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist nicht möglich, Sprache und Bildung bleiben diesen Menschen verwehrt!" Auch die Schulpflicht in Brandenburg sei nicht gewährleistet. Eigentlich gelte diese in Brandenburg nach drei Monaten. "Die Frage der Beschulung muss geklärt werden, Bildung ist ein Menschenrecht!" so Eschen.

Hinzu kommt der psychische Druck, der gerade auf bereits traumatisierte Personen verheerend wirken kann. "Im schlimmsten Fall drängt man Menschen in die Illegalität, wenn die Verzweiflung und Unsicherheit über die eigene Zukunft überhandnimmt. Zudem gibt es keinen gesicherten Zugang zu unabhängiger Asylverfahrens- und Rechtsberatung. Für unseren Rechtsstaat sollte das ein Alarmsignal sein", warnt Martin Matz, Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.

Gemeinsam stellt der Vorstand des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg klar: "AnKER-Zentren in Brandenburg lehnen wir ab!".