HyHelp: Die richtige „Nase“ im Kampf gegen Keime - Hygiene transparent: Initiativen diakonischer Krankenhäuser #11

In den Krankenhäusern der Diakonie gibt es eine Vielzahl von Initiativen zur Sicherung und Verbesserung der Hygiene. Teil 11 der Serie stellt eine Initiative der Evangelischen Lungenklinik Berlin dar.

17.05.2017

Evangelische Lungenklinik setzt als erstes Berliner Krankenhaus auf technisches Management-System für Händehygiene

Das Gerät ist klein, einfach in der Handhabung und hocheffektiv: HyHelp unterstützt Ärzte und Pflegepersonal dabei, auch im stressigen Stationsalltag auf regelmäßige Händehygiene zu achten. In der Evangelischen Lungenklinik in Berlin-Buch wurden jetzt für eine Testphase zunächst zwei Stationen damit ausgestattet.

Geschäftsführer Bert Zeckser: „Einfache Händehygiene kann die Übertragung multiresistenter Keime um bis zu 40 Prozent reduzieren. Mit dieser technischen Innovation bleibt das regelmäßige Desinfizieren der Hände dauerhaft präsent – zum Schutz der Patienten und der Mitarbeiter.“

Mobiles Gerät an der Brusttasche des Kittels

Bei HyHelp, entwickelt von einem Frankfurter Startup-Unternehmen, tragen die Mitarbeiter ein mobiles Gerät an der Brusttasche des Kittels, ähnlich einem Piepser. Über einen Sensor werden bei jeder Händedesinfektion die nach oben steigenden Alkoholdämpfe gemessen und registriert. Nach 30 Sekunden gibt es für den Träger des Gerätes über ein LED-Signal „grünes Licht“. Jeweils rund 30 Geräte werden in einer Docking-Station gelagert, bei Dienstbeginn nimmt jeder Mitarbeiter ein beliebiges an sich. Die Daten werden stationsweise anonym erhoben und so zählen Erfolg und Einsatz der gesamten Abteilung. Ein Kontroll-System, das sich auch im Team bewährt hat, sagt Krankenschwester Madlen Lippeck, inzwischen hauptsächlich für die interne Prozessbegleitung verantwortlich: „Die Resonanz unserer Patienten ist durchweg positiv. Wertschätzung, Sicherheit und Interesse der Klinikmitarbeiter an den Nöten der Patienten stehen dabei im Mittelpunkt. Und auch der kleine interne Wettbewerb mit der zweiten Station macht Spaß. Wir können ja täglich sehen, wie viel Desinfektionsmittel jeder Abteilung wann verbraucht hat.“

Die ersten Auswertungen nach knapp sechs Wochen sind durchweg positiv, bestätigt Geschäftsführer Bert Zeckser: „Natürlich steht Händehygiene ohnehin im strengen Fokus der Krankenhaushygiene und wird intensiv betrieben. Aber durch HyHelp ist es gelungen, den Rhythmus zu verdoppeln!“ Ein zusätzlicher Service: Das Gerät verfügt über einen Schrittmesser und eine Uhr. Einen Gang von einem zum nächsten Patienten registriert der Schrittmesser und schaltet die LED auf rot, sofern nicht erneut die vorgeschriebene Desinfektion erfolgt. Beim Patienten leuchtet die LED stets grün, denn vor Patientenkontakt werden immer die Hände desinfiziert.

Unterstützung und Motivation der Mitarbeitenden

Bert Zeckser: „Im Rahmen unserer Qualitätsstrategie ist uns die Händehygiene besonders wichtig, so dass wir alle Möglichkeiten zur Unterstützung und Motivation unserer Mitarbeiter nutzen. Zu überlegen ist sogar, ob wir für die Station mit den eifrigsten Benutzern einen kleinen Preis ausloben. Und für Patienten gibt es eine zusätzliche Sicherheit, da das ‚grüne Licht‘ zeigt, dass sich die Mitarbeiter wirklich die Hände desinfiziert haben.“

Sollte sich HyHelp weiterhin bewähren, wird das System zeitnah auf alle Stationen der Evangelischen Lungenklinik ausgeweitet.

WEITERE INFORMATIONEN
www.pgdiakonie.de/lungenklinik/

ÜBER DIE EVANGELISCHE LUNGENKLINIK BERLIN
Die Evangelische Lungenklinik Berlin, ein Unternehmen der Paul Gerhardt Diakonie, ist seit ihrer Gründung im Jahr 1952 eine weithin anerkannte Spezialklinik für akute und chronische Erkrankungen der Lunge sowie des Brustkorbs. Die Evangelische Lungenklinik in Berlin-Buch behandelt rund 6.400 stationäre und etwa 12.200 ambulante Patienten jährlich und ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

ÜBER DIE PAUL GERHARDT DIAKONIE
Zur Paul Gerhardt Diakonie gehören acht Krankenhäuser, sieben Senioren- und Pflegeeinrichtungen sowie Einrichtungen für betreutes Wohnen, ein Hospiz und mehrere ambulante Rehabilitationszentren sowie medizinische Versorgungszentren in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Darüber hinaus werden Einrichtungen anderer Träger im Management geführt.
Jährlich werden in den etwa 1.800 Betten der Krankenhäuser rund 83.000 Patienten stationär und 145.000 Patienten ambulant versorgt. Außerdem werden etwa 700 Pflegeplätze angeboten. Die Paul Gerhardt Diakonie ist damit eines der größten konfessionellen Gesundheitsunternehmen in der Region. Mit mehr als 5.000 Mitarbeitern werden rund 384 Mio. EUR pro Jahr erwirtschaftet.

Kontakt:
Paul Gerhardt Diakonie e.V., Berlin und Wittenberg
Griesingerstraße 8
13589 Berlin
Telefon: 030 3702 2547
Fax: 030 3702 2529
martina.conradt@pgdiakonie.de
www.pgdiakonie.de

Weitere Artikel der Serie:

Teil #01 - Auftakt
Teil #02 - Krankenhaus Bethel Berlin
Teil #03 - Johanniter-Krankenhaus im Fläming Treuenbrietzen
Teil #04 - Ev. Krankenhaus Luckau
Teil #05 - Evangelisches Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow
Teil #06 - Evangelische Elisabeth Klinik
Teil #07 - Martin-Luther-Krankenhaus
Teil #08 - Evangelisches Krankenhaus Hubertus
Teil #09 - Naemi-Wilke-Stift
Teil #10 - Paul-Gerhardt-Diakonie
Teil #12 - Evangelische Elisabeth Klinik
Teil #13 - Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
Teil #14 - Krankenhaus Bethel Berlin
Teil #15 - Evangelisches Krankenhaus Hubertus

Teil #16 - Evangelische Lungenklinik Berlin
Teil #17 - Krankenhaus Bethel Berlin
Teil #18 - Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg und die Immanuel Klinik Rüdersdorf

Der Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg vertritt in der Diakonie 25 evangelische Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg sowie 16 Pflegeeinrichtungen in Berlin mit über 8.500 Mitarbeitenden.