Gespräch im Obdachlosencafé der St. Thomaskirche in Berlin-Kreuzberg

Knapp zwei Wochen nach der Nacht der Solidarität besuchten Diakonie-Direktorin Barbara Eschen, Bischof Dr. Christian Stäblein und Entertainer Frank Zander Gäste im Obdachlosencafé Krause in der St. Thomaskirche. Hier stellte Barbara Eschen deutlich klar: "Knapp 2.000 Menschen, die auf der Straße am 29. Januar gezählt wurden sind, sind 2.000 Menschen zu viel!"

18.02.2020

Bischof Dr. Stäblein fügte hinzu: "Über die Nacht der Zählung hinaus wollen wir den Menschen zeigen, dass sie zählen - mit ihren Wünschen und dem, was sie zum Leben brauchen."

Moderator und Sänger Frank Zander hatte sich für diesen Tag eine eine ganz besondere Überraschung ausgedacht: Die Gäste konnten sich vom Profi-Fotografen Dieter Baganz zusammen mit Frank Zander fotografieren lassen und das Foto gleich mitnehmen. Das Obdachlosencafé Krause wird vormittags von der Kirchengemeinde und abends von den Johannitern betreut. Auch an diesem Tag war es gut frequentiert, und viele Gäste nutzten das Angebot eines Fotoshootings mit dem prominenten Entertainer.

Die Nacht der Solidarität war Berlins erste Obdachlosenzählung. Immer wieder betonte Barbara Eschen die Notwendigkeit der Zählung, auch "wenn es erstmal kalt klingt, Menschen zu zählen, so hilft es uns doch zu wissen, welche Menschen in welchen Situationen auf der Straße leben und vor allem wo, damit wir noch besser begleiten und helfen können!"

In der ersten Nacht der Solidarität zählten rund 2.600 Freiwillige an einem Abend Menschen auf der Straße, in den U- und S-Bahnhöfen sowie in den Einrichtungen der Kältehilfe. Initiatorin war dabei Elke Breitenbach, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales. So konnten am 29. Januar 2020 1.976 wohnungslose Menschen gezählt werden, davon 14 Prozent Frauen. 56 Prozent waren zwischen 30 und 39 Jahren alt, fast die Hälfte von ihnen hat seit mehr als drei Jahren keine feste Wohnung mehr, 33 Prozent wurden außerhalb des S-Bahnrings angetroffen. Seit Jahren fordert das DWBO eine Wohnungsnotfallstatistik, damit die Hilfsangebote den Bedürfnissen der wohnungslosen Menschen angepasst werden können.