Finanzierungslücke bei Berliner Teststrategie schließen

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg (DWBO) begrüßt den Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses, Finanzmittel in Höhe von über 70 Millionen Euro bis 2021 für die Beschaffung von Corona-Schnelltests für ambulante und stationäre Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. „Allerdings fehlt jetzt noch eine Kostenübernahme für die zusätzlichen Personalkosten, die den Einrichtungen durch das zusätzliche Testen entstehen“, mahnt Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg, an.

05.11.2020

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung will mit den finanziellen Mitteln bis 2021 über 12 Millionen Antigen-Schnelltest beschaffen. Nach Aussagen der Senatsverwaltung sollen im Jahr 2020 insgesamt 6 Millionen Schnelltests für rund 33 Millionen Euro, sowie weitere 6,5 Millionen Tests im Jahr 2021 für ca. 37 Millionen Euro beschafft werden. Die ersten 260.000 Tests sind bereits in der Verteilung an stationäre Pflegeinrichtungen. Ausdrücklich begrüßt das DWBO die Öffnung der Testung für die soziale Infrastruktur wie Obdachlosenhilfe, Hilfe für Menschen, mit Behinderung, Jugendhilfe und Mitarbeitende von Kita und Schule.

„Die Schnelltests helfen dabei, die Ansteckungsrisiken zu minimieren, sie sind aber kein Allheilmittel“, so Eschen. Um alle Chancen im Kampf gegen Corona zu nutzen, wirken wir als Diakonie und in den Einrichtungen in Berlin und Brandenburg intensiv an der Einführung mit. Dabei gilt für uns:

  • Die Einführung muss gut organisiert sein und auf längere Sicht funktionieren, man kann das nicht übers Knie brechen; eine zentrale Organisation wie in Berlin ist nötig.
  • Durchführung der Tests bedeutet weitere Belastung für die Pflegefachkräfte, für deren Entlastung ist zu sorgen, d.h. eine entsprechende Finanzierung von Zusatzpersonal sowie eine Finanzierung der durch die Testverordnung entstehenden Personalkosten für die bereits Beschäftigten.
  • Aktuell dürfen nur Pflegefachkräfte und medizinisches Personal die Testung durchführen. In vielen Einrichtungen, wie zum Beispiel der Jugendhilfe, gibt es kein medizinisches Personal. Hier sind eine Änderung der Voraussetzung und eine qualifizierte Schulung erforderlich.
  • Tests sind freiwillig für alle, und das muss auch so bleiben.
  • Die Stärkung der Attraktivität des Pflegeberufes muss weiter vorangetrieben werden.

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege, der die Sozialen, Bildungs- und Gesundheitsdienste der evangelischen Kirchen in Berlin und Brandenburg vertritt, sich für Teilhabe und Vielfalt engagiert und sich im Sinne der Nächstenliebe für benachteiligte und ausgegrenzte Menschen einsetzt. Der Verband vertritt rund 400 selbstständige Träger der Diakonie mit über 1.300 Einrichtungen und 52.000 Beschäftigten.