Film Systemsprenger: Kinostart am 19. September 2019

Heute startet der Film "Systemsprenger" in den Kinos, ein wichtiger Film für die Jugendhilfe. Der Leiter des Arbeitsbereiches Jugendhilfe und Geschäftsführer des FEJ, Ralf Liedtke und Diakoniedirektorin Barbara Eschen empfehlen diesen Film. "Diese Kinder und Jugendlichen brauchen dringend ein Gehör, einen Fokus. Mit diesem authentischen und sehr einfühlsamen Film gelingt dies hervorragend, ohne das neunjährige Mädchen vorzuführen", sagt Barbara Eschen.

19.09.2019

In der Fachwelt werden verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche, die das soziale Hilfesystem unserer Gesellschaft nicht mehr auffangen kann, häufig als „Systemsprenger“ bezeichnet. Die Zahl dieser jungen Menschen, die Eltern genauso wie Schule, Jugendämter und Hilfseinrichtungen heraus- und überfordern, nimmt zu. Sie wandern von Institution zu Institution – oft ohne die passende Hilfe zu bekommen. In ihrem gleichnamigen Debütfilm erzählt die Regisseurin Nora Fingscheidt in eindrucksvollen Bildern von der neunjährigen „Systemsprengerin“ Benni. Der Film berührt, erschüttert und wirft Fragen auf. Zur diesjährigen Berlinale wurde er mit dem Silbernen Bären /Alfred-Bauer-Preis ausgezeichnet und ist aktuell für die Shortlist des Oscars in der Kategorie „Bester internationaler Film“ nominiert.

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Diakoniedirektorin Barbara Eschen: "Die fachlichen Frage der passenden Angebote für solche Kinder ist die eine Sache, die andere ist aber, was passiert mit den Kindern nach der Jugendhilfe, wenn sie volljährig sind? Wir müssen früh ansetzen, diese Familien und diesen Kindern zu unterstützen, Bindungen aufzubauen und zu halten. Beziehungsarbeit braucht Zeit und Fachkräfte, die wir gezielter ausbilden müssen. Hier brauchen wir speziell geschulte Einzelfallhelfer, die wir über ein eigens erarbeitetes Schulungskonzept ausbilden und sie übergreifend beschäftigen und tariflich einbinden. Die Erarbeitung eines solchen Curriculums ist durchaus mit der vorhandenen Expertise aller Experten möglich. Der Schlüssel zu einer Lösung liegt in den Menschen, die Beziehungen herstellen und halten können."