Erste Quarantäne-Station für Obdachlose eröffnet

Am 13. Mai 2020 hat die erste Quarantänestation für Menschen ohne Obdach in der Hauptstadt eröffnet. In den Räumlichkeiten der Berliner Stadtmission finden ab sofort bis Juli 108 erkrankte Personen einen geschützten Platz, die sonst auf der Straße leben. Wer keine schweren Krankheitssymptome aufweist, hat dort die Gelegenheit, sich zu häuslichen Bedingungen in Ruhe auszukurieren. Durch das Aufsuchen dieser Schutzräume können Ansteckungen Dritter vermieden und Krankenhäuser entlastet werden.

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (2. von links) bei der Eröffnung der Quarantäne-Station.
13.05.2020

Gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales lud die Berliner Stadtmission zur Eröffnung mit dem Bezirksamt Mitte ein, um die Räumlichkeiten feierlich zu eröffnen. Die neue Unterkunft trägt den Namen "Wohnheim Lehrter24/7" und ist ausgestattet mit einer Eingangsschleuse im Quarantänebereich, einer eigenen Quarantäne-Station, einem barrierefreiem Zimmer. Die Berliner Stadtmission verfügt darüber hinaus u.a. über den Kältebus und einen Ambulanzbus sowie eine Kleiderkammer.

"Draußen gibt es keinen geeigneten Ort, schon gar nicht im Falle einer Erkrankung - wir brauchten schon lange Unterbringungsmöglichkeiten für an Covid-19 erkrankte Obdachlose!", bestätigt Diakoniedirektorin Barbara Eschen. Seit langem macht das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz darauf aufmerksam, dass wohnungslose Menschen eine besondere Unterbringung benötigen im Falle einer Infizierung mit Covid-19. "Gut, dass endlich solch eine Quarantänestation da ist. Man muss an dieser Stelle beobachten, ob das Angebot ausreicht und die richtige Größe hat. Die Berliner Stadtmission ist dabei ein sehr geeigneter Träger, der dieses Angebot mit viel Erfahrung und Kompetenz gestaltet. Dafür danke ich allen Mitwirkenden sehr", lobt Diakoniedirektorin Barbara Eschen die Initiative des Mitglieds.

Die Quarantäne-Station
Deutschlands erste Quarantänestation für obdachlose Menschen befindet sich auf zwei Etagen über den Räumen der Ambulanz für Obdachlose in der Lehrter Straße. Dort waren früher Pflegezimmer für Obdachlose mit acht Betten und weitere Betten, die während des Winters als Notübernachtung für Frauen genutzt worden sind. Die Patienten wurden verlegt, die Kältehilfesaison ist beendet und die Quarantänestation wird aufgebaut. Nun stehen insgesamt 16 Betten auf der Quarantänestation zur Verfügung. 

Eingewiesen werden ausschließlich positiv getestete Covid-19-Patientinnen und -Patienten über das Bezirksamt Mitte von Berlin, in Absprache mit dem bezirklichen Amtsarzt, mit dem Gesundheitsamt und den Krankenhäusern. Die medizinische Grundversorgung ist für die Dauer der Quarantäne gesichert. Ziel ist es, dass die positiv getesteten Covid-19-Infizierten in Ruhe genesen können. Ihr Gesundheitszustand wird regelmäßig kontrolliert.

Der Schutz der Mitarbeitenden ist wichtig: FFP2-Masken, Schutz für die Schuhe, ein Schutzschild für das Gesicht, Haarschutz und Einmalkittel stehen bereit.

Schutz der Mitarbeitenden
Das medizinische Personal betritt die Quarantäne-Einrichtung über die neu gebaute Hygieneschleuse. Diese trennt den Niedrig-Risiko-Bereich vom Hoch-Risiko-Bereich. Im sauberen Bereich kommen die Mitarbeitenden an, hängen ihre Privatkleidung in entsprechende Spinde und legen sich die notwendige Kleidung und Schutzausrüstung an. Dafür steht Krankenhauskleidung aus Baumwolle zur Verfügung. Zusätzlich liegen FFP2-Masken, Schutz für die Schuhe, ein Schutzschild für das Gesicht, Haarschutz und Einmalkittel bereit.

Nach dem Dienst ziehen die Mitarbeitenden sich im Hoch-Risiko-Bereich um, die einmal benutzte Kleidung wird anschließend in einer Plastiktüte deponiert. Die Wäsche wird durch eine Wäschefirma fachgerecht gereinigt. Im Raum sind auch ein Waschbecken mit Seife, Desinfektionsmittel, Papierhandtücher und ein Mülleimer für infizierte Dinge vorhanden. Erkranktes Personal muss zu Hause bleiben.

Weitere Informationen:
Luise Marie Rust
Koordinatorin COVID-19-Quarantäne für Obdachlose
Telefon: 030 690 33 572
E-Mail: rust@berliner-stadtmission.de

oder

Barbara Breuer
Pressesprecherin Berliner Stadtmission
Telefon:  030 690 33 413
Mobil:   0151 29 17 353
E-Mail:  breuer@berliner-stadtmission.de  

www.berliner-stadtmission.de